„Warum sollte der Händler irgendwo anders hingehen?“

Interview mit Tina Bazlen, Philipp Bazlen und Mareike Brenner von der Philipp Bazlen GmbH

„Für uns sprechen unsere große Flexibilität sowie unsere Herstellung von Exklusivartikeln für Key Accounts“, erklärt Geschäftsführerin Tina Bazlen. „Ein weiterer Punkt ist die Breite unseres Portfolios. Außerdem unterstützen wir den Händler, er bekommt eine Kaufempfehlung und regelmäßig Artikel nachgeliefert. Warum sollte der Händler irgendwo anders hingehen?“

„Wir haben mehr als 1.400 Artikel und Farbvarianten, unter denen ein Händler pro Kalenderwoche bei uns auswählen kann“, ergänzt Brand Managerin Mareike Brenner. „Aus einem endlos breiten Sortiment kann bei uns innerhalb von 48 Stunden bestellt werden“, sagt Philipp Bazlen, wie seine Schwester ebenfalls Geschäftsführer des Familienunternehmens.

Weitere wichtige Argumente für die Philipp Bazlen GmbH sind die Langlebigkeit der Produkte sowie Angebote für jede mögliche Zielgruppe – von Kindern über Damen bis zu Herren.

Drei Geschäftsfelder

Die Aktivitäten der Philipp Bazlen GmbH konzentrieren sich auf drei Geschäftsfelder: Eigenmarken, Lizenzkooperationen und Private Label. Die Eigenmarken Vanzetti, myVanzetti und Vanzetti Kids sowie das Premiumlabel B.BELT entwickelt Philipp Bazlen komplett eigenständig und produziert auch im eigenen Haus. Und auch B2B- wie auch B2C-Vertrieb werden – ebenso wie die Markensteuerung – selbst verantwortet.

Bei den Lizenzkooperationen und den Private Labels erfolgt die Produktentwicklung in Absprache mit den Partnern. Danach produziert die Philipp Bazlen GmbH die Artikel in Serie. Zusätzlich kümmert sich das Unternehmen bei den Lizenzkooperationen noch um B2B- und B2C-Vertrieb. Solche Lizenzkooperationen bestehen mit Mustang, Fynch-Hatton, H.I.S, Tamaris und Suri Frey.

Vier Kollektionen jährlich

„Als Sattlerei gründete unser Urgroßvater das Unternehmen 1899“, erinnert Philipp Bazlen an die Ursprünge. „1978 sind unsere Eltern und unser Onkel mit eingestiegen und haben damit begonnen, modische Artikel – primär Gürtel – herzustellen. Von da an haben wir auch Private Label bedient und 1983 haben wir unsere erste Eigenmarke Vanzetti lanciert. 1999 startete das Lizenzgeschäft und 2008 kam unsere Premiummarke B.BELT dazu.“

Heute arbeiten am einzigen Standort in Metzingen rund 100 Beschäftigte. „Unser Kernmarkt ist die DACH-Region“, beschreibt Philipp Bazlen das Absatzgebiet. „Unsere Eigenmarken liefern wir in die Niederlande, nach Frankreich, Belgien und Norwegen sowie nach Australien, Kanada und in die USA.“ Dass Philipp Bazlen auch wirtschaftlich bestens aufgestellt ist, belegt eine kürzliche erfolgte Auszeichnung durch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Zwei Mitarbeiter betreuen die Key Accounts, für die Eigenmarken ist ein Netzwerk aus Vertriebsagenturen und Importeuren zuständig. „Was das Marketing betrifft, so sind Messen für uns ein wichtiges Thema“, erläutert Tina Bazlen. „Wir sind regelmäßig auf der ‘Panorama’ und der ‘Premium’ vertreten, die parallel zur Berliner Fashion Week stattfinden. Über unsere Agenturen sind wir aber auch auf Messen in Paris, New York und Los Angeles präsent.“

Weitere Marketingaktivitäten beschreibt Brand Managerin Mareike Brenner: „Wir bespielen außerdem Social Media-Kanäle und machen hausinterne Shootings mit Models.“ Überhaupt wird viel inhouse abgedeckt, von der ersten Idee bis zur finalen Vermarktung, von der Serienproduktion bis zum Endverbrauchermarketing. Außerdem bringt die Philipp Bazlen GmbH für die Eigenmarke Vanzetti vier, für die Lizenzpartner und das Eigenlabel B.BELT zwei Kollektionen jährlich heraus.

Schon lange nachhaltig

Die Digitalisierung hilft dem Traditionsunternehmen, Prozesse noch schneller und einfacher zu gestalten. „Hier arbeiten wir intensiv daran, unsere Lieferfähigkeit Just-in-Time weiter zu optimieren“, erklärt Philipp Bazlen. „Weil wir so speziell arbeiten, entwickeln wir außerdem eigene Webtools, die exakt das abbilden, was unsere Prozesse im Haus ausmacht.“

Doch nicht nur bei der Digitalisierung ist das Familienunternehmen auf der Höhe der Zeit, wie Tina Bazlen am Beispiel der Nachhaltigkeit veranschaulicht: „Wir machen hier alles unter einem Dach, heizen seit 23 Jahren mit Erdwärme, haben seit vielen Jahren Photovoltaik, fertigen vor Ort und beziehen unsere Rohware zum größten Teil aus Deutschland und dem europäischen Umland.“ Für die kommenden Jahre steht die Expansion mit den Eigenmarken ebenso auf der Agenda wie die Steigerung der Markenbekanntheit.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Magnete bewegen die Welt

Interview mit Stefan Möwius, Geschäftsführer der BEC Gesellschaft für ­Produktmanagement mbH

Magnete bewegen die Welt

Ob Kofferraumklappe, Windkraftanlage oder Robotiksystem – hinter vielem steckt ein Dauermagnet. Die BEC Gesellschaft für Produktmanagement mbH aus Moers liefert diese unsichtbaren Kraftpakete seit über 30 Jahren kundenspezifisch gefertigt in…

Wenn Klinikessen Hightech wird

Interview mit Marc Donners, Geschäftsführer der ELECTRO CALORIQUE ­Speisenverteilsysteme GmbH

Wenn Klinikessen Hightech wird

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Reha-Zentren müssen ihre Abläufe neu organisieren: Fachkräftemangel, Kostendruck und steigende Hygieneanforderungen verändern selbst scheinbar etablierte Prozesse. Besonders die Verpflegung rückt dabei in den Fokus. Die ELECTRO CALORIQUE…

Weil weniger so viel mehr ist

Interview mit Markus Müller, Geschäftsführer der Re-uz Germany GmbH

Weil weniger so viel mehr ist

Rund 1.800 Festivals gibt es derzeit in Deutschland – und ihre Zahl wächst. Sie sind Kulturorte und Wirtschaftsmotor – und herausfordernd. Große Mengen an Müll, vor allem durch Einweggeschirr und…

Spannendes aus der Region Landkreis Reutlingen

Im Griff der Zeit

Interview mit William Owusu, Geschäftsführer der Forkardt Deutschland GmbH

Im Griff der Zeit

Der Maschinenbau in Deutschland hat turbulente Jahre hinter sich – und die nächsten werden nicht ruhiger. Seit über 100 Jahren ist der Name Forkardt ein Qualitätsbegriff in der Werkstückspanntechnik. Ein…

„Digitalisierung ermöglicht noch mehr Kundennähe!“

Interview mit Bennet Friedrich, Leiter Geschäftsentwicklung der Hecon Abrechnungssysteme GmbH

„Digitalisierung ermöglicht noch mehr Kundennähe!“

Wenn bald wieder die Heizkostenabrechnungen ins Haus flattern, hat Hecon Hochkonjunktur: Denn für zehntausende Wohnimmobilien im Südwesten Deutschlands erstellt das gewachsene Familienunternehmen die Jahresendabrechnungen sowie die inzwischen vielfach vorgeschriebenen unterjährigen…

Ein Zwilling sorgt für  Perfektion

Interview mit Ingo Straub, Geschäftsführer und Inhaber der INGELA Ingenieurgesellschaft für elektronische Ausrüstung mbH

Ein Zwilling sorgt für Perfektion

Ob Gebäude, Produktionsstätten oder komplexe Anlagen – ohne elektrotechnische Ausrüstung funktioniert keine moderne Infrastruktur. Mit dieser Kompetenz hat sich die INGELA Ingenieurgesellschaft für elektrotechnische Ausrüstung mbH aus Bisingen einen Namen…

Das könnte Sie auch interessieren

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Interview mit Stefan Imfeld, Creative Director der visuals united AG

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Individuelle Gestaltung trifft auf innovative Materialtechnologie: Die visuals united AG mit ihrer Marke FOTOBODEN™ ist Spezialist für individuell bedruckbare Bodenlösungen – von Messe und Handel bis hin zu Museen und…

Bereit für atemberaubende Reisen

Interview mit Sandra Tüter, Geschäftsführeri der SOMA Caravaning Center Bremen GmbH

Bereit für atemberaubende Reisen

Das SOMA Caravaning Center Bremen hat sich in den letzten Jahren vom reinen Händler von Campern und Reisemobilen zum ganzheitlichen Partner seiner Kunden weiterentwickelt und bietet in diesem Zuge inzwischen…

„Qualität ist nicht  verhandelbar“

Interview mit Fausto Valente, General Manager und Guido Rimini, Export Manager der IRS Industrie Riunite Spalmati s.r.l.

„Qualität ist nicht verhandelbar“

Die Einsatzmöglichkeiten für Kunstleder und beschichtete Materialien haben sich deutlich erweitert. Neben Mode, Schuhen und Lederwaren gewinnen Möbel, Nautik, Automotive, Medizin und technische Anwendungen an Bedeutung. Gefragt sind Materialien, die…

TOP