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Fuß in Italien, Kopf in der Welt

Interview mit Vito Rotondi, CEO der M.E.P. Macchine Elettroniche Piegatrici S.p.A.

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„Wir fertigen Biegemaschinen, die große Coil-Rollen richten, biegen und schneiden“, beschreibt der CEO-Geschäftsführer der M.E.P. Macchine Elettroniche Piegatrici S.p.a. die Kompetenz des Unternehmens. „Die so gefertigten Teile können vielseitig verwendet werden, zum Beispiel für den Bau von Häusern, Brücken oder Straßen. Unsere Maschinen bearbeiten Stähle jeglicher Art. In unserem Sortiment findet sich mit der Metronic auch die am schnellsten arbeitende Richtanlage.“

60 Standardmaschinen 

Das Portfolio von M.E.P. umfasst acht Produktfamilien mit insgesamt 60 Maschinen. „Unsere Stärke ist unsere außergewöhnliche Flexibilität“, betont Vito Rotondi. „Sie basiert auf der Leidenschaft dafür, den Kunden immer das Beste anbieten zu wollen, die beste Lösung, die der Kunde auf dem Markt finden kann. Wir haben einen Katalog mit unseren Standardmaschinen und natürlich auch die Möglichkeit, Maschinen für besondere Wünsche anzufertigen. Wir fangen immer beim Kunden an und fragen ihn, was er braucht.“

Dabei reicht das Spektrum von ganz kleinen Maschinen bis hin zu Anlagen, die neun Millionen EUR kosten können.

9.500 Maschinen weltweit

Die Geschichte von M.E.P. ist eine Geschichte der Leidenschaft, erzählt Vito Rotondi: „Als Remigio del Fabro seine erste Biegemaschine baute, hatte er eine Vision. Und in allen weiteren Maschinen, die danach gebaut wurden, ist die Leidenschaft für dieses erste Produkt wiederzufinden.“

1966 gründete der Vermessungsingenieur Remigio del Fabro sein Unternehmen und baute im Jahr darauf seine erste Biegemaschine. Mittlerweile arbeiten mehr als 9.500 Maschinen des Unternehmens auf der ganzen Welt. Für seine Finanzverwaltung sowie sein gesamtes unternehmerisches Schaffen wurde M.E.P. auch durch verschiedene Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem von der italienischen Wettbewerbsbehörde.

Vito Rotondi
„Unsere Stärke ist unsere außergewöhnliche Flexibilität.“ Vito RotondiCEO

Eigene Business School  

Die innovative Kraft von M.E.P. zeigt sich auch an der 2016 gegründeten M.E.P. Business School. „Mit dieser Schule wollen wir unseren Mitarbeitern nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermitteln“, verdeutlicht Vito Rotondi. „Es ist eine offene Schule. Wir schaffen und verbreiten Werte. Unsere Kunden kaufen zwar Maschinen, sie bekommen aber auch einen Wert.“

Innovativ ist außerdem die Teilnahme an einem Projekt mit dem Namen ‘Elite Basket Bond’. Durch die Ausgabe von Bonds soll die Finanzkraft von Unternehmen gestärkt werden. Sogar die Vatikanbank nimmt an diesem Projekt teil.

International aufgestellt  

M.E.P. beschäftigt heute 170 Mitarbeiter, davon 135 am Hauptsitz im norditalienischen Reana del Rojale in der Nähe von Udine. Niederlassungen gibt es in Spanien, Brasilien, Russland, den USA, Südkorea, Frankreich, Deutschland, Österreich und Polen.

In Australien ist M.E.P. mit einem Agenten vertreten. 97% des Umsatzes erzielt M.E.P. außerhalb von Italien. Dabei befinden sich die wichtigsten Absatzmärkte in den Ländern, in denen das Unternehmen auch Niederlassungen hat. Der Umsatz der Gruppe liegt bei 70 Millionen EUR.

Wissen, was gefragt ist 

„Unser Anspruch ist es, Maschinen zu bauen, die sicher und umweltfreundlich sind“, erklärt Vito Rotondi. „Und davon profitieren auch unsere Kunden. Ihnen bieten wir einen Kundendienst und einen Ersatzteilservice. Außerdem haben wir eine Hotline. Durch Datenfernübertragung sind wir auch mit den Maschinen und den Programmen, die die Produktion steuern, verbunden. Wir respektieren alle Kunden – ob groß oder klein. Alle sind wichtig, vom Handwerker bis zur großen Unternehmensgruppe. Deshalb müssen wir auf allen Ebenen kommunizieren können. Wir übernehmen natürlich auch wichtige Aufträge für Kunden, die weltweit an verschiedenen Standorten vertreten sind.“

Zwischen 400 und 450 Maschinen stellt M.E.P. pro Jahr her. „Wir arbeiten für alle, die Eisen, Stahl und sonstige Metalle be- und verarbeiten“, erläutert Vito Rotondi. Beim Marketing setzt M.E.P. auf unterschiedliche Modelle. So ist das Unternehmen zum Beispiel auf wichtigen Fachmessen präsent, unter anderem der WIRE in Düsseldorf. „Wir betreiben technologisches und operatives Marketing“, beschreibt es Vito Rotondi. „Wir müssen wissen, was der Markt braucht und wie die Produkte der Zukunft aussehen werden.“

Technologischer Vorsprung 

Für den CEO resultiert der Erfolg im Wettbewerb vor allem aus dem technologischen Vorsprung von M.E.P. Einen sehr hohen Stellenwert haben für ihn aber auch die Mitarbeiter. So hält er es für extrem wichtig, dass sie sich mit dem Unternehmen identifizieren und dass eine offene Kommunikationskultur gepflegt wird: „Man muss über die Misserfolge sprechen und die Erfolge feiern. Die Identifikation braucht auch ihren eigenen Raum, um erlebt zu werden. Dazu ist Offenheit notwendig.“

Harmonisch gestalten 

Obwohl der CEO, der zuvor in der Mode, im Verlagswesen und in der Pharmaindustrie tätig war, erst seit 2014 im Unternehmen ist, fühlt er sich als Teil der Firmengeschichte.

„Mir geht es darum, die Entwicklung der Organisation harmonisch zu gestalten. Das reicht bis zu den Beziehungen mit weit entfernten Lieferanten. Es geht auch darum, die Talente unserer Informatiker zu fördern und das Projekt Industrie 4.0 voranzutreiben. Wir sind in 108 Ländern vertreten und das muss auch verwaltet werden.“

Mit Blick auf die Konkurrenz sagt Vito Rotondi: „Wir sind Botschafter einer Einzigartigkeit, die sich aus der Geschichte der Firma ergibt. Wir haben noch nie einen Kunden vernachlässigt. Unser Präsident sagt, dass er keine Wettbewerber kennt. Wir sind einzigartig, und das ist auch ein Zeichen von Selbstbewusstsein.“

Entwicklung annehmen 

Für Vito Rotondi ist der technologische Fortschritt – auch mit Blick auf Industrie 4.0 – unaufhaltsam. „Die Globalisierung ist nicht zu stoppen“, lautet seine Erkenntnis. Für ihn geht es deshalb darum, diese Entwicklung anzunehmen und in Erfolg umzumünzen. „Unser Unternehmen soll sich weiterhin als Botschafter von Topqualität am internationalen Markt präsentieren. Wir müssen auch in Zukunft die besten Maschinen bauen.“

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