Spezialisiert auf die ganz dicken Dinger

Interview

Der Ärger von Werner Goll, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Max Goll GmbH, ist gut nachzuvollziehen. Schließlich handelt es sich bei dem fast 50 Jahre bestehenden Betrieb um ein Familienunternehmen, von dessen vier Gesellschaftern drei Brüder sind. Den Schwerpunkt der Aktivitäten bilden die internationalen Schwerlast- und Spezialtransporte sowie das Kranengineering. Die Max Goll GmbH hat sich in einer Nische etabliert.

„Dort sind wir besonders gut, wenn es schwierig wird, sei es logistisch oder besonders hoch, breit oder schwer – hier entwickeln wir komplette Konzepte“, betont Werner Goll. „In unserem Metier sind Sachverstand und Erfahrung gefragt.“ So sind bei Transporten von Gütern mit mehr als 180 t auch Binnenschiffe im Einsatz, da solche Gewichte nicht mehr auf der Straße transportiert werden dürfen. Max Goll übernimmt dann den Transport zum Schiff und vom Schiff zum Bestimmungsort.

„In unserem Metier sind Sachverstand und Erfahrung gefragt.“ Werner Goll

Spitzen-Umsatz

Obwohl Max Goll kein eigenes Kranequipment mehr vorhält, wird Kranengineering weiter angeboten. „Hier geht es oft um niedrige und enge Verhältnisse oder niedrige Hallen, wo Kranausleger nicht gut zu nutzen sind“, erklärt der Geschäftsführer. „Hier entwickeln wir eine Studie, um die Kranarbeit abwickeln zu können.“

Die Kunden des nach ISO 9001:2008 zertifizierten Unternehmens stammen vorwiegend aus den Branchen Maschinen- und Großanlagenbau. Häufig sind es auch Brückenteile. Da oft ganze Straßenzüge gesperrt werden müssen, sind die Transporte meistens nachts. Von den 36 Mitarbeitern sind 22 als Fahrer oder Werkstattpersonal im praktischen Einsatz. Die übrigen Beschäftigten arbeiten kaufmännisch, in Disposition, Verkauf oder in der Geschäftsleitung. Der Jahresumsatz liegt bei 11,6 Millionen EUR – ein Spitzenwert in der bisherigen Geschichte des Unternehmens.

Bestens bekannt

Etwa 30% des Umsatzes erzielt Max Goll durch grenzüberschreitende Exporte ins Ausland. Angesichts der speziellen Nische, in der das Unternehmen tätig ist, kommen viele Aufträge durch Empfehlungen. Außerdem ist die Firma in der Region und darüber hinaus ein Begriff. Werner Goll: „Da, wo man uns braucht, sind wir bestens bekannt.“

In der Liga der Schwer- und Großtransporte spielt das Unternehmen bundesweit unter den ersten Zehn. Die Erfahrung der langjährigen Mitarbeiter ist eine der Stärken von Max Goll. Nicht minder wichtig sind die ständige Modernisierung des Fuhrparks sowie der Transporttechnik. Ein unbedingtes Muss ist außerdem die Zuverlässigkeit. Werner Goll möchte den Betrieb in seiner jetzigen Form weiter führen, gegebenenfalls ausbauen und anschließend an die nachfolgende Generation weitergeben.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Transport & Logistik

Projektlogistik mit ganzheitlichem Ansatz

Interview mit Julia Zureck, Prokuristin der Zureck Logistik GmbH

Projektlogistik mit ganzheitlichem Ansatz

Die Logistikbranche wandelt sich rasant – klassische Transporte allein reichen längst nicht mehr aus. Immer komplexere Projekte, steigende Anforderungen an Infrastruktur und Genehmigungen erfordern neue Herangehensweisen. Die Zureck Logistik GmbH…

Mit Wurzeln und Werten

Interview mit Julia Schmitt Jonas, Mitglied der Geschäftsleitung der Schmitt Logistik GmbH

Mit Wurzeln und Werten

Ein familiengeführtes Logistik- und Speditionsunternehmen in 4. Generation verbindet langjährige Erfahrung mit dem Blick nach vorn. Tief in der Region verwurzelt, kennt es die Bedürfnisse der Kunden ebenso gut wie…

Spannendes aus der Region Düsseldorf

Wo E-Commerce und stationärer ­Einzelhandel Hand in Hand gehen

Interview mit Dr. Dominik Benner, Geschäftsführer der The Platform Group SE & Co. KGaA

Wo E-Commerce und stationärer ­Einzelhandel Hand in Hand gehen

E-Commerce und stationärer Handel werden oft als Gegensätze gesehen: ein Trugschluss, wie Dr. Dominik Benner meint. Mit seinem Unternehmen The Platform Group will er starken stationären Einzelhändlern die Welt des…

Recruiting neu gedacht: Die Kraft  moderner Fachkräftegewinnung

Interview mit Dimitrij Beetz, Geschäftsführer der Candidate Flow GmbH

Recruiting neu gedacht: Die Kraft moderner Fachkräftegewinnung

Der Fachkräftemangel im Handwerk zählt zu den größten Herausforderungen der deutschen Wirtschaft. Während klassische Wege kaum Wirkung zeigen, setzt die Candidate Flow GmbH auf digitale Kampagnen, klare Prozesse und tiefes…

Die Verbindung macht den Unterschied

Interview mit Martin Brück, Geschäftsführer der APT Advanced Polymer Tubing GmbH

Die Verbindung macht den Unterschied

Fluorpolymere sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken – ohne dass es uns bewusst ist. Ein bekanntes Beispiel sind Pfannen mit Teflon®-Beschichtung. Ihre besonderen Eigenschaften machen sie auch für industrielle Anwendungen…

Das könnte Sie auch interessieren

„Stromzähler sind die Sensoren  des Energieversorgers!“

Interview mit Oliver Göbel, Geschäftsführer und Dr. Gerhard Eisenbeiss, CTO der MetCom Solutions GmbH

„Stromzähler sind die Sensoren des Energieversorgers!“

Die Stromzähler von MetCom Solutions kommen nur in Nischenanwendungen – bei Kunden aus Industrie und Gewerbe sowie in Grid-Anwendungen – zum Einsatz; gleichzeitig fließen über sie aber deutlich höhere Ströme…

„95% der Fehler liegen nicht im Produkt – sondern im fehlenden Wissen“

Interview mit Michael Windecker, Geschäftsführer der DEKA Kleben & Dichten GmbH

„95% der Fehler liegen nicht im Produkt – sondern im fehlenden Wissen“

Wer an Klebstoffe denkt, denkt selten an Wissenstransfer. Für Michael Windecker gehört beides untrennbar zusammen. Der Geschäftsführer der DEKA Kleben & Dichten GmbH beschäftigt sich seit fast drei Jahrzehnten mit…

Die Stärke der Nische

Interview mit Christoph Dorscheid, Geschäftsführer der cds Polymere GmbH & Co. KG

Die Stärke der Nische

Wer auf einem Flughafen landet, denkt nicht an Kunstharz. Wer eine Tiefgarage betritt, denkt nicht an Reaktionsharzmörtel. Und wer einen frisch beschichteten Industrieboden betritt, fragt selten, wer das Material geliefert…

TOP