Sicherheit mit Zertifikat

Interview mit Frank Huppertz, Division Manager und Prokurist der Kiwa Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Huppertz, die Wurzeln Ihres Unternehmens reichen bis in die 1950er-Jahre zurück.

Frank Huppertz: Ja, wir sind Teil eines niederländischen Konzerns, der 1948 gegründet wurde, um die Trinkwasserqualität der Niederlande sicherzustellen. Kiwa Deutschland gibt es seit 2004. Zu Beginn haben wir hauptsächlich Zertifizierungen für deutsche Firmen, die an den niederländischen Markt gehen wollten, durchgeführt.

Wirtschaftsforum: Und heute?

Frank Huppertz: Heute erbringen wir Qualitätsprüfungen und Zertifizierungen in zahlreichen Branchen und helfen unseren Kunden so, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu setzen. Das Spektrum reicht dabei international von Baustoffen und Gefahrstoffen bis zu Lebensmitteln und Medizinprodukten.

Wirtschaftsforum: Vor allem im Bereich Baustoffe nimmt Kiwa eine führende Rolle ein.

Frank Huppertz: Ja, das ist richtig. Auf diesem Gebiet sind wir in Deutschland Marktführer. Wenn ein Hersteller einen Baustoff auf den Markt bringen will, braucht er ein CE-Zeichen. Wir dürfen als sogenannter Notified Body im Auftrag der EU-Kommission solche Baustoffe prüfen und zertifizieren und das CE-Zeichen vergeben.

Wirtschaftsforum: Ein weiterer wichtiger Markt für Kiwa ist der Bereich Bio-Lebensmittel.

Frank Huppertz: Zu unserer Gruppe gehört die Kiwa BCS Öko-Garantie GmbH, die zu den führenden Zertifizierungsinstituten im ökologischen Anbau gehört. Hier sehen wir großes Wachstumspotenzial, genau wie im Bausektor. In beiden Bereichen gibt es laufend neue Regulierungen, um die Sicherheit von Mensch und Umwelt noch weiter zu verbessern.

Wirtschaftsforum: Herr Huppertz, die Kiwa-Gruppe ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Frank Huppertz: Ja, vor allem durch Zukäufe. Derzeit beschäftigen wir 4.500 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von 500 Millionen EUR. In Deutschland sind es 350 Beschäftigte, bei 35 Millionen EUR Umsatz.

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie den anhaltenden Erfolg zurück?

Frank Huppertz: Wir decken den gesamten Test-, Prüf- und Zertifizierungsbereich ab und bieten unseren Kunden eine One-stop-shop-Lösung an. Aufgrund unseres international aufgestellten Portfolios sind wir außerdem für viele Länder zugelassen und akkreditiert. Und gerade in Deutschland sind wir sehr nah am Kunden.

Wirtschaftsforum: Wie sieht es mit Personal aus? Haben Sie Probleme, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden?

Frank Huppertz: Das ist zum Teil extrem schwierig. Um Mitarbeiter für uns zu begeistern und sie zu binden, legen wir großen Wert auf Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung, bieten Trainings- und Weiterbildungsprogramme an.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für das laufende Jahr?

Frank Huppertz: Wir befinden uns mitten in einem Umwandlungsprozess hin zu einer Matrix-Organisation. Außerdem wollen wir verstärkt in verschiedenen Produktbereichen aktiv an den Markt gehen, über direkte Kundenansprache und Mailings. Wir wenden uns zum Beispiel auch an große Immobiliengesellschaften und bieten den Gebäudepass an.

Wirtschaftsforum: Und mittelfristig?

Frank Huppertz: Bis 2020 wollen wir den Umsatz verdoppeln. Dazu planen wir neben organischem Wachstum, also aktivem Vertrieb, auch Akquisitionen.

Wirtschaftsforum: Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Huppertz. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und dass Sie Ihre ambitionierten Ziele erreichen.

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