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Ein bisschen zeitlos sein

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Mit der Vermietung von sechs Zimmern stieg Theresia Egger 1964 ganz klein ins Hotelgeschäft ein. „Die Zimmer im Lager der Schmalspurbahn Zillertal waren gepachtet“, erzählt Sohn Stefan, Geschäftsführer der Hotel Theresa GmbH. Ein Jahr später kauften seine Eltern das Nachbargrundstück und bauten dort eine Pension mit 60 Betten.

Weitere 60 kamen später hinzu, außerdem ein Hallenbad und eine Sauna – seinerzeit die erste im Zillertal. 1978 erwarben sie eine Sennerei, die Platz für weitere 60 Betten bot. „180 Betten – das war Massentourismus. Viele Busreisegruppen kamen zu uns“, berichtet Stefan Egger weiter.

Mitte der 1980er-Jahre entschied die Familie, weniger auf Masse, dafür mehr auf Qualität zu setzen. Die Bettenzahl wurde auf 140 reduziert und die ersten Schritte in Richtung Wellnesshotel getan. Weitere folgten: „Es wurde ständig erneuert und erweitert. Dies ist das erste Jahr seit 1972, in dem es keine Baustelle gibt“, so der Geschäftsführer.

Inzwischen gehören zum Hotel fünf Pools im Außen- und Innenbereich, darunter ein 25-Meter-Becken, sieben Saunen und fünf Ruhebereiche.

Die Familie als Herz des Betriebs

Auch als Geschäftsführer ist Stefan Egger immer noch Küchenchef des Hotels. Daneben ist er für den Einkauf und die Technik im Haus sowie gemeinsam mit Tochter Stefanie für das Marketing zuständig. „Aber am liebsten koche ich. Mein Büro ist in der Küche. Wenn ich nur Koch wäre, hätte ich den Traumjob. Zum Betrieb gehört jedoch vieles mehr: Die Suche nach Ideen und die Weiterentwicklung. Man muss Antreiber sein. Das kostet Kraft.“

„Die Familie ist unsere größte Stärke. Jeder Gast und jeder Mitarbeiter trifft jeden Tag mindestens einen von uns.“ Stefan EggerGeschäftsführer

An Antrieb fehlt es in der Familie allerdings nicht: „Jeder von uns ist ein Tausendsassa und gibt alles. Meine Mutter arbeitet mit 75 immer noch 16 Stunden am Tag, wie wir alle.“ Zusätzlich zu den 40 Mitarbeitern sind sieben Familienmitglieder im Betrieb beschäftigt. „Die arbeiten für drei. Das macht rund 60 Mitarbeiter insgesamt“, rechnet er lachend vor und ergänzt: „Die Familie ist unsere größte Stärke. Jeder Gast und jeder Mitarbeiter trifft jeden Tag mindestens einen von uns.“

Gemeinsam erwirtschaftet das Team einen Jahresumsatz von 7,5 Millionen EUR. Nach einem rasanten Start entwickelt sich die Wachstumskurve seit zehn Jahren langsam, aber stetig weiter nach oben.

Neue Ideen mit Vorsicht umsetzen 

80% der Gäste sind Stammgäste. Auf deren Bedürfnisse gilt es Rücksicht zu nehmen. „Mit neuen Ideen muss man vorsichtig sein“, meint Stefan Egger daher. Das Konzept ist auf Qualität, Nachhaltigkeit und Authentizität ausgerichtet. „Die Leute wollen zurück zu dem Normalen. Ein bisschen zeitlos sein.“

Das Hotel hat eigene Bienenstöcke und wird von Bauern aus der Region beliefert. Als einziges dafür zertifiziertes Hotel in West-Österreich bietet es das von einem Arzt durchgeführte ‘Metabolic Balance an. Die Angebote sprechen sowohl aktive als auch eher geruhsame Gäste an – wobei Stefan Egger diese Bezeichnung in keiner Weise negativ meint.

„Wellness bedeutet für viele, einfach mal drei Tage faul zu sein.“ Er glaubt an die Wiederkehr alter Werte: „Das Persönlich-Kümmern wird honoriert.“ Zum Beispiel, wenn er zu Veranstaltungen in der Region fährt, wo er für die Gäste Kaiserschmarrn kocht.

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