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Fenster und Türen – immer ganz dicht

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„Unsere Kunden stammen aus dem Segment Neubau, aber ebenso aus den Bereichen Renovierung und Sanierung“, erklärt Massimiliano Palumbo, Business Development Director bei Giesse. „Wir bieten ihnen Produkte sowohl für Wohn- als auch für Gewerbebauten an, und für jegliche Art von Öffnungen, Türen und Fensterformen. Dabei kooperieren wir mit Kunden und Partnern, um neue Entwicklungen realisieren zu können und Perfektion beziehungsweise Harmonisierung zwischen unserer Hardware und den Dichtungen zu erreichen. Wir fertigen auf Wunsch auch für unsere Kunden. Unser Design und unsere Produktion laufen aber unter einem anderen Namen.“

Ein breites Portfolio

Diese Flexibilität reflektiert auch das breite Portfolio. Die Standardlösungen der Firma können angepasst und so zum Teil individuelle Lösungen werden. „Wir achten auf frische Trends und neue Bedingungen“, betont Massimiliano Palumbo. „Dafür haben wir eine enge Kooperation mit den Meinungsführern in der Branche, also Architekten und Bauherren.“

In einer Branche, die streng reglementiert ist, gibt es stets neue Auflagen, die erfüllt werden müssen. Zurzeit steht gerade die ökologische Energieeinsparung im Mittelpunkt, aber auch Lärmschutz ist immer ein wichtiges Thema bei der Entwicklung.

„Auch die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle“, fügt Massimiliano Palumbo hinzu. „Wir haben beispielsweise gerade unseren neuen Fenstergriff entwickelt, bei dem die Hardware nicht mehr sichtbar ist.“ Neu sind zudem die Linien ‘Ultra’ und ‘C.H.I.C.’. „Das sind Produkte, die dem Zeitgeist entsprechen“, verspricht Massimiliano Palumbo. „Sie stehen ganz im Zeichen der Innovationskraft unseres Unternehmens.“

Ein kluger Merger

Besagtes Unternehmen ist im vergangenen Jahr aus einer Fusion hervorgegangen: zwischen der Firma Schlegel, die Dichtungssysteme für Fenster und Türen aus Aluminium, PVC und Holz angeboten hat, und einem italienischen Unternehmen, das die Bereiche Beschlagsysteme und Griffe für Fenster und Türen aus Aluminium abgedeckt hat.

„Der ursprünglich aus Deutschland stammende Firmengründer Schlegel ist nach Amerika ausgewandert und wurde dort zum Hersteller von Bändern und Röcken“, umreißt Massimiliano Palumbo die traditionsreiche Firmengeschichte. „Später war er stark in der Automobilindustrie tätig. Er investierte zudem in Produktionen in Europa mit Werken in Großbritannien, Hamburg, Belgien und Spanien.“

Massimiliano Palumbo Business Development Director
„Die Fusion hat die Erwartungen der Investoren und Stakeholder erfüllt.“ Massimiliano PalumboBusiness Development Director

Auch bei Giessen handelte es sich um ein Familienunternehmen. Gegründet in den 1950er-Jahren von drei Partnern, wurde es im März 2016 von dem internationalen Fond Tyman plc akquiriert. Da dieser bereits vor zehn Jahren auch Schlegel erworben hatte, entschied man sich für einen Merger. „Deshalb sind wir heute offiziell noch nicht einmal ein Jahr alt“, meint Massimiliano Palumbo.

Der wichtigste Markt

Der Fond wird an der Londoner Börse gehandelt, das Hauptquartier befindet sich jedoch in Italien. „In Zeiten des Brexit kann man da von Glück reden“, meint Massimiliano Palumbo. „Wir als SchlegelGiesse haben heute Produktionseinheiten in Brasilien, Großbritannien, Deutschland (Hamburg), China und der Schweiz (Sitten). Zusätzlich haben wir noch Niederlassungen in Argentinien, Spanien (Barcelona), Frankreich, Griechenland (Athen), der Türkei (Istanbul), den VAE (Dubai), und weiterhin in China, Singapur und Neuseeland.“

Zudem gehören zu der Gruppe noch zwei weitere Firmen, ERA in Großbritannien und Amesbury Truth in den USA. „Unser Hauptmarkt ist Europa, obwohl andere Märkte größere Wachstumsraten haben“, gibt Massimiliano Palumbo zu. „China ist sehr dynamisch, aber auch da wird der Bereich Neubau etwas langsamer. Dafür hat man dort einen großen Bedarf an Sanierungen, aufgrund einer RMI-Strategie, die derzeit von staatlicher Seite unterstützt wird.“

Auch der Mittlere Osten ist sehr aktiv. Dennoch ist, basierend auf den absoluten Volumen, nach wie vor Europa der wichtigste Markt. „Für die Zukunft sieht es jedoch so aus, dass gerade Asien, Australien und Neuseeland ein deutliches Potenzial bieten“, meint Massimiliano Palumbo. „Das stellt für uns eine gute Chance für weiteres Business dar. Außerdem schauen wir nach Südamerika. Derzeit ist die Lage dort aus politischen und wirtschaftlichen Gründen etwas unsicher, dennoch behalten wir dies im Auge.“

Ein Fünfjahresplan

Nach dem gelungenen Merger will die Firma, die mit 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 250 Millionen EUR erreicht, durchstarten. „Unser Ziel ist, dass die Gruppe als solche im Jahr 2023 eine Milliarde EUR Umsatz realisiert“, offenbart Massimiliano Palumbo. „Um unseren Teil zu erfüllen, wollen wir unseren Umsatz auf 350 bis 400 Millionen EUR steigern.“

Daher hat die Firma einen Fünfjahresplan erarbeitet, der Investitionen in Höhe von zehn Millionen EUR vorsieht. Geplant sind mehr Automatisierung und Digitalisierung, eine neue Fabrik in Deutschland und die Innovation neuer Produkte. Zudem soll die One-Stop-Shopping-Lösung auch auf den Bereich PVC erweitert werden. „Bislang haben wir das nur für den Bereich Aluminium“, erklärt Massimiliano Palumbo. „Deshalb denken wir an weitere Merger mit Unternehmen, deren Know-how unser Sortiment ergänzen kann.“

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