Keine Lösungen ‘von der Stange’

Interview mit Rudolf Apeldorn, Geschäftsführender Gesellschafter der Gewerbebau NORD GmbH

Fehlende Autobahnanbindung und langsames Internet ärgern den Gründer der Gewerbebau NORD GmbH ebenso wie überzogene Brandschutzbestimmungen und fehlende Befugnisse der Genehmigungsbehörden. „Es sollte Möglichkeiten geben, dass die Leute vor Ort wieder selbst Entscheidungen treffen können und nicht durch Gesetze eingeschränkt werden“, fordert der Bau- und Wirtschaftsingenieur.

15 bis 20 Projekte setzt das norddeutsche Bauunternehmen jährlich um. Neben Gewerbebauten für Handwerksbetriebe und Lebensmittelhersteller baut die Gewerbebau NORD sogar Tierkliniken. Einfamilienhäuser mit Eigenversorgung, Speichermöglichkeiten, Lüftungsanlagen und Bodenwärmerückgewinnung sieht Rudolf Apeldorn, dem Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegen, als zukunftsweisendes Modell: „In diese Richtung sollte es im Gewerbebau auch weitergehen. Banken finanzieren diese Bauart aber nicht.“

Neue Wege gehen

Weil er mit seinem früheren Arbeitgeber unzufrieden war, gründete Rudolf Apeldorn 1996 sein eigenes Unternehmen, zu dem auch die Nordstahlbau GmbH in Rotenburg gehört. Er beschäftigt mittlerweile 45 Mitarbeiter, die einen Umsatz von fünf Millionen EUR erwirtschaften.

Großen Wert legt der Ingenieur auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen, für die er auch schon ausgezeichnet wurde. „Uns bedeutet der direkte Kontakt zum Kunden sehr viel“, erklärt der Firmenchef. „Wir gehen individuell auf ihn zu und versuchen mit ihm gemeinsam das umzusetzen, was am Markt möglich ist. Es gibt keine Lösung von der Stange. Dabei verbinden wir architektonische Vorteile und Wirtschaftlichkeit.“

„Wir möchten weiterhin unsere Ideen und Visionen umsetzen und Macher sein.“ Rudolf ApeldornGeschäftsführender Gesellschafter

Das Einzugsgebiet liegt zwischen der dänischen Grenze und dem südlichen Niedersachsen. Angesprochen werden die Kunden zunehmend mittels Internet und E-Mails. Ausdauer, Geduld und Spaß am Job, um durchhalten zu können, sind für Rudolf Apeldorn die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg.

„Wir möchten weiterhin unsere Ideen und Visionen umsetzen und Macher sein“, lautet der Wunsch des Firmengründers für die kommenden Jahre. „Unseren Überlegungen Form geben und tatsächlich neue Wege gehen, das wollen wir verwirklichen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

Wo Visionen Altbau treffen

Interview mit Andreas und Lenka Hauzel, Geschäftsführer der Plan Werk GmbH

Wo Visionen Altbau treffen

In vielen europäischen Metropolen trifft Wohnungsknappheit auf einen alternden Gebäudebestand. Gerade in Städten wie München zeigt sich, wie anspruchsvoll die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und städtebaulicher Qualität geworden ist. Die…

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Interview mit Benjamin Johansson, Vorstand der GIEAG Immobilien AG

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Projektentwickler stehen seit Jahren unter Druck: Zinsen, Baukosten, geopolitische Unsicherheiten und ein deutlich vorsichtigerer Investmentmarkt haben die Spielregeln verändert. Für die GIEAG Immobilien AG ist diese Phase vor allem eines:…

Wachstum trotz Baukrise

Interview mit Martin Weihe, Geschäftsführer der Obra Bautenschutz GmbH

Wachstum trotz Baukrise

Dank seines breiten Leistungsportfolios konnte die Obra Bautenschutz GmbH in den letzten Jahren trotz einer rückläufigen Marktentwicklung weiter wachsen und ihr Tätigkeitsspektrum noch umfassender ausbauen: Im Interview mit Wirtschaftsforum verriet…

Spannendes aus der Region Kreis Nordfriesland

Stadtwerke Südholstein: Als regionaler Energieversorger in der Energiewende

Interview mit Thomas Behler, Geschäftsführer der Stadtwerke Südholstein GmbH

Stadtwerke Südholstein: Als regionaler Energieversorger in der Energiewende

Pandemie, Energiekrise, Infrastrukturprobleme – während viele auf die nächste Krise warten, schaffen die Stadtwerke Südholstein längst Lösungen und trotzen dem Dauerstress der Versorgungsbranche. Geschäftsführer Thomas Behler erklärt, warum er früh…

Teilhaben und gemeinsam verändern

Interview mit Stephan Frense, Geschäftsführer der ARGE NETZ GmbH & Co. KG

Teilhaben und gemeinsam verändern

Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend. In Schleswig-Holstein engagiert sich die ARGE NETZ GmbH & Co. KG aus…

Seele statt Standard

Interview mit Niels Battenfeld, Geschäftsführer der Lieblingsplatz Hotels Betriebs- und Managementgesellschaft mbH

Seele statt Standard

Wie sieht ein Hotel aus, das kein Hotel ist und zu einer Hotelkette gehört, die keine Hotelkette ist? Für Niels Battenfeld ist die Antwort klar: Wie ein Wohnzimmer, wie…

Das könnte Sie auch interessieren

Die gesamte Wertschöpfung in der Windkraft

Interview mit Mika Lange, General Manager der neowa GmbH

Die gesamte Wertschöpfung in der Windkraft

Die Neuerrichtung einer Windkraftanlage ist nur ein anfänglicher Teil der Wertschöpfungskette. Denn irgendwann werden ihr Rückbau und die Verwertung ihrer Komponenten beziehungsweise möglicherweise auch eine Zweitverwendung an einem anderen Standort…

KI am Steuer für die Mobilitätswende

Interview mit Christian Daniel, Geschäftsführer der MOTEON GmbH

KI am Steuer für die Mobilitätswende

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Elektrifizierung, Software-Defined Vehicles und steigende Effizienzanforderungen verändern die Architektur moderner Fahrzeuge rasant. Unternehmen wie die MOTEON GmbH, die intelligente, flexible…

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Interview mit Roberto Taccucci, Sales Director der TSL-ESCHA GmbH

Mehr Komfort und Sicherheit in der Bahn

Die TSL-ESCHA GmbH hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Tastern, Warnmeldern und Signalleuchten in der Bahntechnik spezialisiert und kann als Teil des französischen MAFELEC TEAM inzwischen noch auf…

TOP