Von Weitsicht und Pioniergeist

Interview mit Mirco Pegoraro, Geschäftsführer der Geoplast SpA

Egal, ob es um Skifahren im Sommer, stabile Reitplätze, Dachgartenbegrünungen, Untergrundbewässerungen, Verschalungen für Kompostierungsanlagen oder Rasengitter geht, Geoplast ist dank großer Begeisterung und Leidenschaft für die Sache ein gefragter Partner für unterschiedlichste Anwendungsbereiche rund um recyceltes Kunststoff.

Das Portfolio basiert auf den sieben Säulen Fundamente, Schalungen, Decke, Grün, Wasser, Sport und Umwelt – ein Portfolio, das außergewöhnliche Kompetenz und Engagement widerspiegelt.

Neues aus Altem 

„Bei uns geht es in erster Linie um recycelten Kunststoff“, betont Mirco Pegoraro. „Die Überzeugung, dass wir für unsere Umwelt verantwortlich sind und nicht umgekehrt, ist Kerngedanke unserer Philosophie und wichtiger Antriebsmotor.“

Seit den Anfängen zieht sich diese Auffassung wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte. 1974 machte sich Mirco Pegoraros Vater selbstständig und gründete die Granplast. Das Unternehmen konzentrierte sich auf die Wiederaufbereitung von Plastik, genauer von Polyethylen und Polypropylen, und war damit ein Pionier in Italien und Europa.

20 Jahre lang, bis Mitte der 1990er-Jahre, standen die Sammlung von Plastikmaterialien und Plastikmüll im Vordergrund der Aktivitäten. Als die zweite Generation der Familie schließlich das Ruder übernahm, wurden die Weichen neu gestellt. Die Gründung der Geoplast fiel in eine Phase, in der die Baubranche boomte.

Mirco Pegoraro
„Wir sind für die Umwelt verantwortlich und nicht umgekehrt.“ Mirco PegoraroGeschäftsführer

Geoplast erkannte die Zeichen der Zeit und entwickelte Produkte wie Schalungen aus recycelten Materialien. „Wir bekamen die Materialien unter anderem aus dem Ausland, aus Deutschland und Frankreich zum Beispiel, und wir exportierten wiederum in diese Länder“, erklärt Mirco Pegoraro. „Behälter zum Auffangen von Regenwasser waren beispielsweise in Deutschland sehr gefragt. Auch Nautilus, eine Schalung aus recyceltem Polypropylen, entwickelt, um Flachdecken zu entlasten, kommt dort seit jeher sehr gut an. Sämtliche Produkte werden aus einem spezifischen Granulat hergestellt, das durch komplexe Recyclingprozesse gewonnen wird.“

Partnerschaft und Dialog 

Mit diesen und anderen wegweisenden, umweltfreundlichen Lösungen für die Baubranche setzte Geoplast früh Akzente – die Produkte kamen an, das Unternehmen wuchs. Heute hat das Unternehmen 80 Mitarbeiter an drei Standorten in der Provinz Padua und setzt rund 25 Millionen EUR jährlich um. Die Exportquote liegt bei 25%: Deutschland, Spanien, Frankreich, die Niederlanden und die Türkei repräsentieren wichtige Absatzmärkte.

„Wir arbeiten vornehmlich für den Bauhandel und die Bauindustrie“, so Mirco Pegoraro. „Ganz wichtig ist uns, nicht allein als innovativer Produktentwickler wahrgenommen zu werden, sondern als Lösungsanbieter, als Partner, mit dem gemeinsam Projekte entwickelt werden.“

Vielseitig und flexibel, innovativ und ideenreich 

Seit 15 Jahren besucht Geoplast regelmäßig Leitmessen der Branche in Europa, Thailand, Australien, Laos, den Vereinigten Staaten und Südafrika. „Unser Ziel ist eine weitere Internationalisierung“, betont Mirco Pegoraro. „Bis 2020 wollen wir unsere weltweite Präsenz verstärken. Internationale Messen sind eine gute Plattform, um uns und unsere Produkte bekannter zu machen.“

Geoplasts Produkte haben ohne Zweifel das Potenzial für den Weltmarkt. Beispielhaft ist die seit 2000 vertriebene Schalung Nautilus – Geoplast vertreibt davon jährlich rund 2 Millionen m. Auch Geopanel, eine Modularschalung aus Kunststoff für Mauern, Fundamente und Betonpfeiler, ist ein Erfolgsprodukt, das vielseitig einsetzbar ist und Prozesse wie Abrüstung und Säuberung vereinfacht.

Mit Gripper hat Geoplast einen multifunktionalen Sportboden entwickelt, der drinnen wie draußen überzeugt. Perforierte Fliesen lassen sich einfach verlegen und sorgen für sicheren Sport – egal, ob Tennis, Handball, Basketball oder Hockey. Auch für Fans des Pferdesports haben sich die findigen Entwickler etwas überlegt – Runfloor, eine elastische und dennoch stabile und sichere Bodenlösung für Reitplätze.

Skifahrer, die ihrer Leidenschaft auch im Sommer nachkommen wollen, wird Geoski begeistern, eine vor drei Jahren eingeführte synthetische Kunststoffoberfläche, die Skispaß ganz ohne Naturschnee ermöglicht – in Zeiten der Klimaerwärmung eine smarte Idee.

In San Marino wurden für eine Piste bereits 3.000 m² Geoski verlegt. Auch in Zukunft will Geoplast mit umweltfreundlichen Kunststoffprodukten den Markt erobern. „Die Welt befindet sich im dauernden Wandel“, sagt Mirco Pegoraro. „Dieser Wandel stimuliert und motiviert uns und bringt viele Chancen mit sich. Wir freuen uns darauf, diese zu nutzen.“

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