Energiewirtschaft aus der Region für die Region

Interview

„Die Energiewirtschaft macht zurzeit eine ähnliche Entwicklung durch, wie das der Telekommunikationsmarkt und die Bahn bereits hinter sich haben“, so Dr. Frank Brinkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Wir müssen uns zu einem kundenorientierten Dienstleister entwickeln. Früher hat man Kosten produziert und die auf die Abnehmer umgelegt. Heute haben wir Kunden, für die wir Prozesse gestalten müssen. Wir agieren jetzt marktgesteuert und nicht produktgesteuert.“

Aktuell erarbeitet DEW21 zusammen mit der Stadt einen Masterplan für die Energiewende in der Region. „Einzellösungen sind nicht genug“, so der Geschäftsführer. „Eine Großstadt wie Dortmund muss sich strategisch und langfristig aufstellen und überlegen, was sie im Zuge der Energiewende tun kann und muss. Dazu gehören Kooperationen mit regionalen Einrichtungen aus unterschiedlichsten Bereichen.“

Fokus auf Windkraft

Im Fokus der Aktivitäten von DEW21 stehen Onshore-Windanlagen. Das Unternehmen betreibt inzwischen insgesamt 48 Anlagen mit 76 MW. Im Laufe dieses Jahres werden weitere 12 MW hinzukommen.

„Energiewirtschaft wird über kurz oder lang eine Energiewirtschaft der Regionen werden. Dafür sind wir bereits jetzt gut aufgestellt.“ Dr. Frank Brinkmann Vorsitzender der Geschäftsführung

„In Bezug auf den Einsatz erneuerbarer Energien sind wir der zweitgrößte regionale Anbieter bundesweit“, so Dr. Brinkmann. „Wir haben auch die alten Wasserkraftwerke umgebaut und sind jetzt mit Gelsenwasser der größte Wasserwerksbetreiber an der Ruhr.“

Vorbildliches Engagement

Das EnergiePlusHaus, das DEW21 am Phönix-See betreibt, das Heizungsprojekt ‘La Therm’ am Brackeler Hallenbad, die Kampagne ‘100 EnergiePlusHäuser’ oder das Energieeffizienz-Haus auf dem alten Gelände der Zeche Hansemann sind nur einige weitere Beispiele des vorbildlichen Engagements.

Im Jugend- und sozialen Bereich zeigt DEW21 Flagge, zum Beispiel mit seinem Energieausbildungsprogramm ‘Kitz.do’.

„Die Energiewirtschaft muss jetzt auf Sicht fahren“, beschreibt Dr. Brinkmann die aktuelle Situation. „Vieles hängt natürlich an Berlin. Aber wir haben hier vor Ort Meilensteinprojekte, die wir engagiert vorantreiben. Bis 2020 möchten wir rund 25% unseres Stroms durch erneuerbare Energien erzeugen. Knapp 13% kommen bereits jetzt aus nachhaltigen Quellen – mit diesem Ergebnis liegen wir weit vor anderen regionalen Anbietern. Dabei werden wir uns nicht nur als Anbieter für die Stadt Dortmund begreifen, sondern als Zentrum unserer Region.“

„Wir werden uns in Zukunft noch stärker als Zentrum der Region begreifen und den Fokus auch über die Stadt Dortmund hinaus richten.“ Dr. Frank Brinkmann Vorsitzender der Geschäftsführung

Ein weiteres zukünftiges Projekt von DEW21 ist die Umstellung des alten, noch von der Schwerindustrie geprägten Fernwärme-Versorgungsnetzes in Dortmund auf ein Nahwärmenetz.

„Energiewirtschaft wird über kurz oder lang eine Energiewirtschaft der Regionen werden und diesbezüglich sind wir gut aufgestellt“, so Dr. Brinkmann. „Wir haben bereits Lokalkolorit und sind kundennah. Schon vor drei Jahren haben wir ein Exzellenz-Programm aufgelegt, in dem Einsparungen, Kooperationen und Dienstleistungen sowie auch Marktorientierung Themen waren – damit fangen andere Anbieter erst jetzt an.“

weitere Bilder

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Energie & Umwelt

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Interview mit Michael Luccisano, Geschäftsführer der Biothys GmbH

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Gerüche sind selten plakativ – aber immer präsent. In Industrieparks, Kläranlagen, auf Deponien oder Asphaltwerken entscheiden sie oft über Akzeptanz, Genehmigungen und Investitionsentscheidungen. Die Biothys GmbH aus Willstätt hat genau…

Energiewende als Mammutaufgabe

Interview mit Dipl.-Wirt.-Ing. Jörg Kogelheide, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH und Dipl.-Kfm. (FH) Manuel Drossard, Geschäftsführer der Stadtwerke Versmold GmbH

Energiewende als Mammutaufgabe

Energiekrise, Digitalisierung, Energiewende: Regionale Versorger stehen unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen auf Partner setzen können, die in Krisenzeiten Verantwortung übernehmen. Die Stadtwerke Versmold sind ein solcher Partner,…

Wie ein Familienunternehmen die Kreislaufwirtschaft revolutioniert

Interview mit Lars Jennissen, Chief Technology & Innovation Officer der N+P Group B.V.

Wie ein Familienunternehmen die Kreislaufwirtschaft revolutioniert

Seit 1992 verwandelt die niederländische N+P Group B.V. ʻAbfallʼ in wertvolle Rohstoffe und klimaneutrale Energieträger. Mit technologischem Pioniergeist, einer gelebten Familienkultur und europaweiter Präsenz beweist das Unternehmen aus Nieuw-Bergen, dass…

Spannendes aus der Region Dortmund

Stark in der Gemeinschaft

Interview mit Michael Rolf und Jörg Axel Simon, Vorstand der NORDWEST Handel AG

Stark in der Gemeinschaft

Handelsgenossenschaften spielen seit jeher eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft, insbesondere für den Mittelstand. Als Zusammenschlüsse von Händlern und Unternehmen bieten sie nicht nur eine Plattform für den gemeinsamen Einkauf…

Arbeitssicherheit strategisch gedacht

Interview mit Marc Riegel, Geschäftsführer und Jennifer Stöckel, Chief of Staff der SAFETEE GmbH

Arbeitssicherheit strategisch gedacht

Globale Krisen, geopolitische Spannungen und wachsende Anforderungen an Großprojekte verändern die Rahmenbedingungen der Arbeitssicherheit spürbar. Wie Unternehmen auch unter unsicheren Vorzeichen handlungsfähig bleiben und Sicherheit strategisch verankern, zeigt die SAFETEE…

30 Jahre Erfolg durch Innovation und Kundennähe

Interview mit Martin Tump, Geschäftsführer der Ingenieurbüro UTEK GmbH

30 Jahre Erfolg durch Innovation und Kundennähe

Ingenieurbüros spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung und Umsetzung technischer Projekte – von der Planung komplexer Anlagen bis zur Sicherstellung von Compliance und Nachhaltigkeit. Sie bieten Unternehmen unterschiedlichster Branchen…

Das könnte Sie auch interessieren

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Interview mit Stephan Riese, CEO der reputatio systems GmbH & Co. KG

„Keep it simple“ - Einfachheit als Geschäftsmodell

Was braucht ein Unternehmen wirklich, um zu funktionieren? Für Stephan Riese ist die Antwort klarer, als viele denken. Mit reputatio systems entwickelt er Lösungen, die Komplexität reduzieren. Ein Gespräch über…

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Interview mit Alexander von Tiele-Winckler, Mitglied der Geschäftsführenden Gesellschafter im BLU agency network association e.V.

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Der Weg vom klassischen Promotionsgeschäft zum vernetzten Agenturmodell erzählt viel über die Dynamik moderner Märkte. Alexander von Tiele-Winckler spricht über Wachstum, Wandel und die Kraft persönlicher Begegnung. Ein Gespräch über…

Hightech-Medizin, die Hoffnung macht

Interview mit Ciril Faia, CEO Curium International

Hightech-Medizin, die Hoffnung macht

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Laut Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich knapp 80.000 Männer neu daran. Bei einer Früherkennung sind die Heilungschancen sehr gut. In Deutschland hat Curium…

TOP