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Stahl nach Maß

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Das Produktspektrum von Arsi Armcorp umfasst nach individuellen Maßvorgaben kalt und warm gefertigte Blechtafeln; gespaltene Bänder, hauptsächlich kalt und verzinkt; sowie Bandstahl für den Elektronikbereich. „Letztere werden in der Luft-, Elektro- und Haustechnik angewendet“, erläutert Csaba Turányi, Inhaber und Geschäftsführer von Arsi Armcorp. „Außerdem beliefern wir die Automobilindustrie mit Stahlkonstruktionen für Fahrwerke und schneiden Teile für Kamine und Öfen.“ Da das Unternehmen großen Wert auf eine Serienproduktion in großer Stückzahl legt, ist man stets auf auf die Optimierung der Produktion bedacht.

Mit der zur Gruppe gehörenden Drahtfabrik bewegt sich Arsi Armcorp außerdem im Bereich R&D. Hier entstehen in einer Kooperation mit der Technischen Universität Budapest Laborentwicklungen für bestimmte Produkte, wie etwa Fibersteel für Stahlbetonkonstruktionen. „Eine weitere Entwicklung ist Spann-Kardeel, das der Stärkung von Stahlbetonkonstruktionen dient“, berichtet Csaba Turányi. „Dabei handelt es sich um ein neues Produkt, das in Zusammenarbeit mit russischen Kollegen entstanden ist.“

Gestählt aus der Krise

Gegründet wurde Arsi Armcorp im Jahr 2009 über Kontakte der Familie des Inhabers zu russischen und ukrainischen Herstellern aus der Stahlindustrie. „Ich wurde um Hilfe gebeten“, erklärt Csaba Turányi. „Während der Krise gab es in der Stahlindustrie starke, tägliche Preisschwankungen, fast wie an der Börse.“ Für Händler waren diese Schwankungen ein großes Risiko. „Durch den Aufbau eines Spot-Markts für Stahl konnten wir genau dieses Risiko damals erfolgreich minimieren“, so der Geschäftsführer. 2010 begann Arsi Armcorp dann mit den ersten Lieferungen.

 

„Durch den Aufbau eines Spot-Markts für Stahl konnten wir das Risiko der Preisschwankungen erfolgreich minimieren.“ Csaba Turányi

Ab 2011 verzeichnete Arsi Armcorp eine geradezu explosionsartige Entwicklung. Im Jahr 2012 kaufte das Unternehmen Anteile am AT Service-Center in Wien, wo man in der Lage ist, aus warm gewalzten Spulen individuelle Produkte herzustellen. „Dem gleichen Zweck dient auch eine unserer ungarischen Firmen“, fügt der Geschäftsführer hinzu. „Hier stehen uns für unsere Kunden Plasma- und Laserschneider sowie Schweiß-Einrichtungen zur Verfügung, mit denen wir Serienproduktionen fertigen können.“

2013 folgte dann die Akquisition des italienischen Service-Center in San Quirino, wo aus kalt gewalzten und verzinkten Spulen verschiedene Produkte entstehen. „Die Firma ist zu 100% in unserem Besitz und wir haben sie ohne Bankfinanzierung erworben“, so Csaba Turányi. „Es ist mir sehr wichtig, dass uns die Expansion ohne Finanzierung durch Banken gelingt.“

Kurz vor Ablauf des Jahres 2014 vollendete Arsi Armcorp mit dem Kauf einer drahtproduzierenden Firma in Ungarn einen weiteren Expansionsschritt. Mit den hier kalt gezogenen Drahtwaren richtet man sich an schraubenproduzierende Firmen und Anwender aus der Automobilindustrie.

Gewinnsteigerung durch neue Zielgruppenausrichtung

„Momentan verhandeln wir über die Gründung eines eigenen Standortes“, erklärt Csaba Turányi den aktuellen Unternehmensstand. „Wir haben nun eine Größe erreicht, wo eine Investition notwendig wird; wir wollen Handel und Produktion in Ungarn an einen Standort verlegen.“ Diese neue Zentrale wird in Lajosmizse, etwa 50 km von Budapest entfernt, entstehen.

„Bei uns gibt es keine quantitativen Grenzen.“ Csaba Turányi

Aktuell gehören mit der Stahl- und der Drahtproduktion sowie der bisherigen Zentrale in Ungarn, dem Service-Center in Wien und der Produktion in San Quirino fünf Standorte zu Arsi Armcorp, an denen über 80 Mitarbeiter aktiv sind. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt 40 Millionen EUR. „Beim Start 2009 haben wir mit kleineren Margen größere Wiederverkäufer bedient; ab 2013, 2014 haben wir auf die Endverbraucher gezielt“, so der Geschäftsführer. „Die negative Wirkung davon war, dass der Umsatz minimal gesunken ist, da die Umschlagfrequenz niedriger wurde. Der positive Effekt hingegen war, dass gleichzeitig unsere Gewinne deutlich gestiegen sind.“

Etwa 50% dieser Gewinne erzielt Arsi Armcorp im Ausland. Das Unternehmen ist auf den Märkten in Österreich, Italien, Rumänien, der Slowakei und Tschechiens vertreten. Außerdem sind die Endverbraucher in Ungarn selbst oft Tochterunternehmen deutscher Firmen.

Zuverlässiger Partner - für Kunden und Mitarbeiter

„In Kontakt mit den Kunden kommen wir immer noch überwiegend über persönliches Kontaktkapital“, sagt der Geschäftsführer über die Marketingaktivitäten von Arsi Armcorp. „Die Kunden kommen über Mundpropaganda zu uns - das ist sozusagen eine Qualitätsmaßnahme.“

Neben einwandfreier Qualität punktet Arsi Armcorp bei seinen Kunden mit absoluter Zuverlässigkeit und Schnelligkeit. Das Einhalten von Lieferfristen hat für das Unternehmen einen hohen Stellenwert. Deutlich vom Wettbewerb abheben kann sich Arsi Armcorp durch die Befriedigung von individuellem Kundenbedarf. „Bei uns gibt es keine quantitativen Grenzen“, betont Csaba Turányi.

Auch wenn es um die Organisation der Mitarbeiter geht, unterscheidet sich Arsi Armcorp von anderen Unternehmen. „Natürlich versuchen wir, die Arbeit unserer Mitarbeiter stetig zu optimieren“, so der Geschäftsführer. „Dabei richten wir uns nach dem Prinzip 'Was nützlich ist, ist nützlich und was nicht, das nicht'. So sind auch unsere Arbeitszeiten organisiert. Ich habe kein Interesse daran, dass mein Vertriebler im Büro seinen Stuhl abnutzt, arbeiten kann er auch etwa an der Adria - für mich zählt das Ergebnis.“ Darüber hinaus ist eine Steigerung der Zahl der administrativen Kräfte geplant.

Zukunft am Markt orientieren

Seine Zukunftspläne fasst Csaba Turányi knapp zusammen. „Ich spreche nicht gerne über Visionen. Wir handeln entsprechend dem Marktbedarf - wo Lücken sind und Bedarf entsteht, da wollen wir hin.“ Konkret plant das Unternehmen eine Erweiterung der Produktionskapazität sowie des Produktportfolios. „Auch sehen wir uns nach Möglichkeiten um, TIER-1- oder -2-Zulieferer für die Automobilindustrie zu werden und wir planen eine internationale Expansion“, so Csaba Turányi. „Hierbei interessiert uns insbesondere der deutsche Markt sowie der Nahe Osten.“

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