Mit Energie und Leidenschaft

Interview mit Heiko Ensink, Geschäftsführer der Vrielmann GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ensink, Sie sind seit 2006 für Vrielmann tätig, haben dort bereits Ihre Lehre gemacht. Wie haben Sie die Unternehmensentwicklung erlebt?

Heiko Ensink: Vrielmann hat sich immer sehr dynamisch weiterentwickelt, vor allem seit 2012. Begonnen hat alles klassisch in einer Garage als Ein-Mann-Betrieb. Damals hat Helmut Vrielmann in einem VW-Käfer erste Schaltschränke ausgeliefert; heute vertritt Robert Vrielmann die zweite Generation der Familie. Wir sind über drei Standorte hinweg gewachsen; 2020 konnten wir unser neues Firmengebäude an der B213 beziehen.

Wirtschaftsforum: Ein Umzug im Corona-Jahr 2020 dürfte eine besondere Herausforderung gewesen sein?

Heiko Ensink: In der Zeit gab es eine doppelte Belastung. Wir sind umgezogen und haben Corona-bedingt den Schichtdienst eingeführt. Wir konnten in der Pandemie zwar nicht die gewohnte Performance bringen, sind aber dennoch relativ gut durch die Zeit gekommen. Unser Vorteil ist, dass wir in einer Branche agieren, die die Energiewende beflügelt. Vrielmann konzentriert sich auf Lösungen rund um die Energieversorgung und -verteilung; elektrische Energie braucht jeder, egal, ob Bio-Landwirt oder industrielles Unternehmen.

Wirtschaftsforum: Wie wirkt sich der Konflikt in der Ukraine aus?

Heiko Ensink: Momentan stellen uns vor allem der Materialmangel und nicht kontrollierbare Lieferketten vor Schwierigkeiten; insbesondere Elektronikkomponenten sind betroffen, Chips, die wir zukaufen. Es kommt zu extrem langen Lieferzeiten und wir können nicht so planen, wie wir wollen. Herausfordernd sind daneben kaufmännische Aspekte. Die extremen Preissteigerungen kann man nur bedingt an Kunden weitergeben, zumal wir langfristige Verträge haben. Wir wollen ein verlässlicher Partner sein und sind trotz allem lieferfähig, da wir frühzeitig maßvoll eingekauft haben. In der jetzigen Situation ist es essenziell, weit im Voraus zu kalkulieren. Die Beschaffung geht bei uns schon weit in 2023 hinein. Eine weitere Herausforderung stellt sich mit dem Fachkräftemangel, dem wir mit der Ausbildung eigener Kräfte entgegenwirken. Wir arbeiten hier mit Hochspannungsanlagen, jeder Fehler kann tödlich sein; deshalb ist der Schulungsbedarf sehr hoch.

Wirtschaftsforum: Weitsichtige Planungen sind ein Charakteristikum der Strategie. Was sind weitere?

Heiko Ensink: Vrielmann liefert von A bis Z alles aus einer Hand; keine Teillieferungen, sondern Komplettlösungen für Industrieunternehmen, Gewerbebetriebe, für jedes Unternehmen, das Energie benötigt. Leistungen umfassen Netzplanungen, Errichtungen elektrischer Anlagen, Wartung und Service, Schaltschrankbau, rechtliche Beratungen für Kunden, Gefährdungsbeurteilungen sowie Schulungen in der 2011 errichteten Akademie. Dort sind jährlich etwa 800 externe Teilnehmer, die von hauptamtlichen Dozenten geschult werden. Auch der respektvolle, wertschätzende Umgang mit Mitarbeitern und Kunden ist kennzeichnend für unsere Arbeit. Wir sind an langfristigen Beziehungen interessiert und begegnen einander auf Augenhöhe.

Wirtschaftsforum: An wen wendet sich Vrielmann mit diesen Komplettlösungen?

Heiko Ensink: Wir sind ausschließlich im B2B-Bereich aktiv und arbeiten für Gewerbe- und Industrieunternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, PV Anlagenbetreiber und aktuell vermehrt im Bereich E-Mobilität; für Ladeparkbetreiber bieten wir Transformatorenstationen an. Eine beispielhafte Referenz ist die Emsland-Stärke GmbH, für die wir eine komplett doppelstöckige Trafostation für die Energieversorgung einer Walzentrocknungsanlage errichtet haben.

Wirtschaftsforum: Sie bezeichnen Vrielmann als Treiber der Energiewende. Welche Rolle nimmt Vrielmann hier ein?

Heiko Ensink: Die von der Bundesregierung forcierte Energie- und Mobilitätswende funktioniert nur mit intelligenten Steuerungen und intelligenten Netzen. Wir haben genau die Mitarbeiter, die diese hochkomplexen Systeme programmieren, auslegen und in Betrieb nehmen können.

Wirtschaftsforum: Mit der Energiewende geht das Thema Nachhaltigkeit einher. Wie erleben Sie die Auseinandersetzung mit dem Thema?

Heiko Ensink: Wenn man sich fragt, warum Industrieunternehmen Energiemanagementsysteme eingeführt haben, muss man sagen, dass sie zunächst eher extrinsisch motiviert waren, da ihnen zum Beispiel die EEG-Umlagenbefreiung in Aussicht gestellt wurde. Jetzt fällt die Umlage weg, dafür steigt der Preis. Die extrinsische Motivation hat sich zur intrinsischen gewandelt. Wir selbst legen größten Wert auf ein nachhaltiges Agieren. Das zeigt sich zum Beispiel an unserem Gebäude, das komplett ohne Gasanschluss realisiert wurde. Auf dem Dach gibt es Luft-Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage. Wir haben die gesamte Automatisierungstechnik selbst in die Hand genommen und sind maximal energieeffizient. Kunden können wir so demonstrieren, was mit intelligenten Gebäudesteuerungen möglich wird.

Vrielmann GmbH
Heinrich-Focke-Straße 25
48531 Nordhorn
Deutschland
+49 5921 819180
+49 5921 8191818
info(at)vrielmann.com
www.vrielmann.com

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