Grüne Steuerpläne machen den Mittelstand so gut wie mittellos

Alarmierende Studie

„Sind Familienunternehmen das neue Feindbild der Grünen?“, fragt sich die Stiftung Familienunternehmen und rechnet mit der ZEW-Studie vor: Ein Modellunternehmen mit einer Bilanzsumme von 126,4 Millionen Euro müsste allein wegen der grünen Vermögensabgabe insgesamt 20,9% mehr Steuern zahlen. Doch nicht allein die Höhe gibt Anlass zur Kritik.

  • Erster Kritikpunkt: Teile der Grünen glauben, dass der Staat zuerst beim Anteilseigner kassiert, doch der investiert – wie bei Familienunternehmen üblich – sein Vermögen größtenteils ins Unternehmen. Ergebnis: Die zusätzliche Belastung schränkt den Spielraum für die Bildung von haftendem Eigenkapital sowie für künftige Investitionen und Forschung enorm ein.
  • Zweiter Kritikpunkt: Die Vermögensabgabe soll rückwirkend zum Bewertungsstichtag 1. Januar 2012 erhoben werden, was das Gebot der Rechtssicherheit verletzen würde. Sie spielt gerade im Steuerrecht bei der Planung teils weitreichender betrieblicher, aber auch privater Entscheidungen eine sehr große Rolle. Für die Stiftung Familienunternehmen ist das aus unternehmerischer wie persönlicher Sichtweise nicht hinnehmbar
  • Dritter Kritikpunkt: Die Vermögensabgabe hält auch einer grundsätzlichen juristischen Überprüfung nicht stand. Das ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens vom Mainzer Steuerrechtler Hanno Kube im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Das Grundgesetz lässt demnach einmalige Vermögensabgaben nur unter bestimmten Voraussetzungen zu, die mit dem Kriegslastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar sind. Die Vermögensabgabe wäre demnach verfassungswidrig.
  • Vierter Kritikpunkt: Der Staat hat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem. Das meint auch INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Er hält die Pläne zur Besteuerung von Vermögen für Wahlkampfklamauk ohne juristische und ökonomische Grundlage: „Der Staat hat genug, nie zuvor gab es in Deutschland höhere Steuereinnahmen. Um Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur zu finanzieren, wäre die Streichung von Subventionen gerechter, die zudem die Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft nicht gefährden würde.“

Steuerlast für Erträge steigt auf bis zu 80%

Nach Berechnungen der Stiftung Familienunternehmen und des Industrieverbandes BDI steigt die Steuerlast für Erträge auf bis zu 80%. Ein Beispiel: Bei einem Vermögenswert in Höhe von 10 Millionen Euro und einer Rendite von 5% würden somit 400.000 Euro an den Staat fließen – rund 50% des Ertrags oder 250.000 Euro wegen der Einkommensteuer und 1,5% des Vermögens oder 150.000 Euro wegen der Vermögensabgabe.

Rechnet man alle grünen Steuerpläne (Vermögensabgabe, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und der Erbschaftsteuer etc.) müssten mittelständische Unternehmen, die in Deutschland meist als Personengesellschaften organisiert sind, insgesamt eine Mehrbelastung in Höhe von 36% verkraften.

Deutschland verliert deutlich an Wettbewerbsfähigkeit

Die Folge: Im europaweiten Vergleich der Unternehmensbesteuerung würde Deutschland auf den vorletzten Platz abrutschen, was gravierende Auswirkungen für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes hätte. Nur Frankreich besteuert seine Unternehmer noch stärker – mit dem bekannten Ergebnis heute.

Auf Wirtschaftsforum.de finden Sie auch einen .

Aktuellste news

Transformation im Raum: MAGIRUS und BECC Agency inszenieren neuen Markenauftritt auf der Interschutz 2026

Transformation im Raum: MAGIRUS und BECC Agency inszenieren neuen Markenauftritt auf der Interschutz 2026

Transformation im Raum: MAGIRUS und BECC Agency inszenieren neuen Markenauftritt auf der Interschutz 2026 • Marke & Mensch im Messekontext: Für den 2.300 m² großen MAGIRUS Auftritt…

Intelligente Simulation als Wettbewerbsvorteil

Intelligente Simulation als Wettbewerbsvorteil

Intelligente Simulation entwickelt sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Industrie und Engineering. Durch die Kombination aus künstlicher Intelligenz, physikbasierten Simulationen und digitalen Zwillingen lassen sich deutlich mehr Entwicklungsvarianten bewerten, komplexe…

Qualifizierungspflichten im Mittelstand: Betriebliche Weiterbildung unter der Lupe

Qualifizierungspflichten im Mittelstand: Betriebliche Weiterbildung unter der Lupe

Der Fachkräftemangel verändert die Spielregeln. Wo Unternehmen früher auf einen offenen Arbeitsmarkt zurückgreifen konnten, müssen sie heute systematisch in die eigene Belegschaft investieren. Die betriebliche Weiterbildung im Mittelstand hat sich…

Aktuellste Interviews

Wir reparieren keine Autos, wir lösen Probleme

Interview mit Timo Szabo, Geschäftsführer der Szabo GmbH

Wir reparieren keine Autos, wir lösen Probleme

Kaum eine Branche verändert sich derzeit so dynamisch wie der Automobilhandel. Zwischen Elektromobilität, Digitalisierung und wachsendem Wettbewerbsdruck sind klare Strategien gefragt. Die Szabo GmbH begegnet diesem Wandel mit einer konsequenten…

„Unser Produkt ist der Mensch!“

Interview mit Manuel Fink, Geschäftsführer der ProServ Produktionsservice und Personaldienste GmbH

„Unser Produkt ist der Mensch!“

ProServ hat sich als schlagkräftiger Personaldienstleister in Produktion und Logistik nicht nur dank seines weltbekannten Gesellschafters Michelin einen Namen gemacht. Geschäftsführer Manuel Fink verriet im Interview mit Wirtschaftsforum, wie sich…

Geschmack trifft Emotion

Interview mit Lukas M. Walchhofer, geschäftsführender Gesellschafter von STAY SPICED !

Geschmack trifft Emotion

Was macht aus einem Gewürz ein Lifestyle-Produkt? Die SPICEWORLD GmbH vereint in ihrer Marke STAY SPICED ! hochwertige Rohstoffe, nachhaltige Produktion und eine emotionale Markenwelt. So entwickelte sich das Unternehmen…

TOP