Aufbruch in neue Sphären

Interview mit Dieter Grebner, Geschäftsführer Peak Technology GmbH

In Holzhausen, einer kleinen Gemeinde in Oberösterreich, befindet sich seit 2007 der Sitz des Hightech-Unternehmens mit internationalem Renommee. Peak Technology wurde von Dieter Grebner gegründet. Der weitsichtige Unternehmer verbrachte nach Maschinenbau- und Fahrzeugtechnikstudium einige Jahre seines beruflichen Lebens im Umfeld der Formel 1.

„Mit großer Passion und sehr viel Spaß“, wie er betont. „Während meiner Laufbahn war ich immer entweder in einem Produktionsbetrieb oder einem Ingenieurdienstleistungsunternehmen tätig. Als ich 2007 Peak Technology gründete, stand dahinter die Idee, beide Bereiche unter einem Dach zu vereinen; das heißt, sowohl eine starke Entwicklungsmannschaft als auch ein Produktionsteam aufzubauen. Idealerweise sollten sich beide Teams austauschen und an einem Tisch miteinander kommunizieren, um Synergien zu generieren.“

Rennsport und Umweltschutz

Das Konzept ging auf; zunächst im Motorsport, später in der Raumfahrtindustrie. „Anfangs lag unser Schwerpunkt auf elektrischen Antrieben für die Formel 1“, sagt Dieter Grebner. „Wir haben Energiespeichergehäuse entwickelt und produziert und arbeiteten sehr intensiv an der Entwicklung elektrischer Maschinen. Rennfahrzeuge sind heute hybrid; 350 KW werden mittels elektrischer Leistung gewonnen, ein ähnlicher Anteil durch den Verbrennungsmotor. Weil das Kräfteverhältnis inzwischen bei etwa 50:50 liegt, müssen Energiespeicher größer und elektrische Maschinen leistungsfähiger werden; diese Entwicklung beschäftigt uns immer mehr. Der Motorsport ist sich der Notwendigkeit klimaneutraler Antriebe seit langem bewusst und ein Treiber in diese Richtung. Die Verbrennungsmotoren werden deshalb zusätzlich mit eFuels betrieben.“

Leichtbau mit starker Mission

Expertise und Erfahrungen aus dem Motorsport fließen mittlerweile immer stärker in die Raumfahrtindustrie ein – ein Bereich, der heute klar im Mittelpunkt von Peak Technology steht und in Zukunft noch weiter ausgebaut werden soll. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf zwei Schwerpunktbereiche: die Entwicklung und Produktion von Hochdruckspeichern, das heißt Gasspeichern unter hohem Druck für Trägerraketen und Satelliten, sowie Leichtbaustrukturteile für Trägerraketen und Satelliten; hier geht es um eine Faserbundtechnologie mit Carbon.

Der Weg in die Hightech-Nische

Mit dem Motorsport und der Raumfahrtindustrie ist Peak Technologie auf extrem anspruchsvollen Märkten unterwegs – eine bewusste Entscheidung für die Hightech-Nische. „Die Raumfahrt hat zwei Hauptanforderungen“, erklärt Dieter Grebner. „Die technische Entwicklung erfolgt auf einem sehr hohen Niveau; zweitens gibt es ein außerordentlich hohes Qualitätsbewusstsein. Diese Anforderungen spiegeln sich in unserer Kultur wider; wir haben den Wunsch, Hightech-Lösungen in überdurchschnittlich hoher Qualität zu liefern. Dass muss im Mindset verankert sein. Vor diesem Hintergrund haben wir uns gezielt für diese Highend-Nische im Bereich Formel 1, Motorsport, vor allem aber für die Raumfahrtindustrie entschieden.“

Der Bedarf an Services ist groß. Vor allem wiederverwendbare Trägerraketen sind gefragt; durch ihren Einsatz werden einerseits Kosten gesenkt, andererseits Umweltimpacts reduziert. Peak Technology arbeitet intensiv an Strukturen für derartige Trägerraketen. Daneben beschäftigt sich das Unternehmen mit elektrischen Antrieben für Satelliten. Ziel ist auch hier, umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln.

Österreicher heben ab

Ein Blick in die Referenzliste illustriert, dass Peak Technology längst in außergewöhnlichen Sphären unterwegs ist. Die Österreicher bauen Treibstofftanks für Galileo-Projekte, Hitzeschutzschilde für Vega-Raketen und Heliumtanks für die Trägerrakete Ariane 6. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir eine Entwicklung auf hohem Niveau gepaart mit einem ausgeprägten Qualitätsbewusstsein haben“, so Dieter Grebner. „So, wie die Branche es verlangt. Nicht zuletzt haben wir das Mindset eines KMUs; das heißt, wir profieren von schnellen Entscheidungen. Unser Team ist hochmotiviert und agil. Flexibilität und Agilität sind besonders im Vergleich zu großen Konzernen von Vorteil.“

Auch der Standort Holzhausen bei Wels ist ein Asset. Peak Technology ist ein multinationales Unternehmen in einer 700-Einwohner-Gemeinde; Mitarbeiter aus aller Herren Länder beschäftigen sich hier mit Hightech-Lösungen für die Weltraumtechnik von morgen. „Wir haben hier einen Ort für Produktion und Entwicklung“, so Dieter Grebner. „Das heißt, es gibt kurze Wege und einen konstruktiven Austausch.“ 150 Mitarbeiter sind in Holzhausen tätig – ein hochmotiviertes Team, das sich mit den Unternehmenszielen identifiziert und weiter wachsen wird. „Wir werden in den kommenden drei, vier Jahren die Mitarbeiterzahl vermutlich verdoppeln“, sagt Dieter Grebner. „In der Raumfahrt warten viele spannende Projekte auf uns, auf die wir uns freuen. Vieles wird über die ESA gesteuert, über nationale Beteiligungen an dem ESA-Budget. Deutschland ist hier im Vergleich zu Österreich sehr stark.“

Peak Technology GmbH
Technologiepark Strasse 6
4615 Holzhausen
Österreich
+43 7243 50343
info(at)peaktechnology.at
www.peaktechnology.at

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wie KMU mit dem richtigen Messestand auf Fachmessen neue Märkte erschließen

Wie KMU mit dem richtigen Messestand auf Fachmessen neue Märkte erschließen

Fachmessen sind einer der wenigen Orte, an denen Vertrieb, Markenauftritt und Marktforschung gleichzeitig stattfinden. Und dennoch unterschätzen viele mittelständische Unternehmen das Potenzial, das hinter einem Messeauftritt steckt. …

Das Ende des Ersatzteillagers. Wie digitale Ersatzteile die Industrie verändern

Das Ende des Ersatzteillagers. Wie digitale Ersatzteile die Industrie verändern

Jahrzehntelang galten große Ersatzteillager als unverzichtbare Grundlage industrieller Versorgungssicherheit. Doch steigende Lagerkosten, komplexe Lieferketten und immer kürzere Innovationszyklen stellen dieses Modell zunehmend infrage. Digitale Ersatzteile, additive Fertigung, künstliche Intelligenz und…

Die grüne Rendite: Warum der Umstieg auf nachhaltige Agrarrohstoffe das Geschäftsmodell sichert

Die grüne Rendite: Warum der Umstieg auf nachhaltige Agrarrohstoffe das Geschäftsmodell sichert

Nachhaltigkeit wird zwar längst noch nicht von allen Unternehmen und in jeder Branche in den Fokus gerückt, trotzdem nehmen seit vielen Jahren schon die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit zu. Das…

Aktuellste Interviews

„Unser Kerngeschäft ist Massivholz“

Interview mit Moreno Vender, Geschäftsführer der Vender Legnami s.r.l.

„Unser Kerngeschäft ist Massivholz“

Holz ist einer der ältesten Baustoffe der Welt und zugleich einer, der heute aktueller denn je ist. Wer nachhaltig bauen, bestehende Gebäude sanieren oder historische Bausubstanz erhalten möchte, kommt an…

Handwerk als strategischer Vorteil

Interview mit Matthias Fischer, Geschäftsführer der Fischer Markenschuh GmbH

Handwerk als strategischer Vorteil

Wenn Konsumsegmente unter globalem Preisdruck schwanken, zeigt ein Produkt besondere Stabilität: der Hausschuh. Während in vielen Sparten schnelle Trends dominieren oder Billigware den Markt flutet, behaupten sich Anbieter wie die…

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Interview mit Micaela Pallini, Geschäftsführerin der Pallini S.p.A.

Zwischen Genuss und Gesundheit: Neue Wege in der Spirituosenwelt

Die Spirituosenbranche befindet sich im Wandel: Neue Konsumgewohnheiten, steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen und wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit prägen den Markt. Gleichzeitig bleiben die Herkunft und die Qualität eines Produkts…

TOP