Antriebe für die Zukunft

Interview mit Andreas Vonderschmidt, Geschäftsführer der GEORGII KOBOLD GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Vonderschmidt, was sind heute die wichtigsten Lösungen, die GEORGII KOBOLD anbietet?

Andreas Vonderschmidt: Wir sind vor allem in der Medizintechnik und im Food and Beverage-Markt, aber auch im allgemeinen Maschinenbau stark aufgestellt. Im medizinischen Bereich sind Robotersysteme eine Kernkompetenz von uns, wie zum Beispiel der C-Bogen. Unsere Antriebe bewegen die Roboter. Standardlösungen funktionieren hier nicht. Meistens sind individuelle Lösungen gefragt, die gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Eine unserer Kernkompezenzen sind dabei maßgeschneiderte Antriebe für einen achtachsigen C-Bogen und ein robotisches Visualisierungssystem.

Wirtschaftsforum: In welche Richtung entwickelt sich der Food and Beverage-Markt?

Andreas Vonderschmidt: Der Markt entwickelt sich immer mehr in Richtung von Antriebslösungen im Hygienic Design. Mit unseren Entwicklungen wollen wir selbst Standards am Markt setzen. Zum Beispiel sind wir mit unseren ROTAX-Lösungen stark in der Getriebetechnik und der Verzahnung. Die meisten Anbieter bieten entweder den Motor oder das Getriebe an. Wir dagegen setzen auf eine Getriebemotorlösung im Hygienic Design - aus einer Hand. Durch die Ausführung im Hygienic Design können die Motoren offen in der Lebensmittelanlage hängen und können sogar mitgereinigt werden. Man hat also Getriebe und Motor als einen zentralen Aktuator. Da das Temperaturmanagement eine große Herausforderung ist, können das nur wenige Anbieter.

Wirtschaftsforum: Welche Trends sehen Sie im allgemeinen Maschinenbau?

Andreas Vonderschmidt: Hier geht es vor dem Hintergrund der Smart Factory immer mehr um Automation und Robotic. Die Anforderungen steigen signifikant und es sind vor allem maßgeschneiderte Individuallösungen gefragt. Ein schönes Beispiel ist hier unser Roboteraufsatz, der unterirdisch Rohre aufbohrt.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Ihrer Meinung nach GEORGII KOBOLD von anderen Anbietern?

Andreas Vonderschmidt: Im medizinischen Bereich können wir uns frühzeitig an Anforderungen unserer Kunden anpassen und arbeiten trotzdem noch kostenoptimiert. Das ist vor allem für kleine und mittlere Serien wichtig. Mit unserer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung können wir die Motoren passend auslegen und auch noch selbst fertigen. Dadurch sind wir schnell. Unsere Kunden schätzen unsere hohe Fertigungstiefe und die konstante Qualität. Im Food and Beverage-Bereich zählen wir uns ebenfalls zu den führenden Anbietern. Wir haben eine komplette Baureihe, die eingesetzt werden kann. Zudem bieten wir auch für anspruchsvolle Edelstahlmotoren ein komplettes Produktprogramm. Nicht zuletzt stimmt unser Preis-Leistungs-Verhältnis. Im allgemeinen Maschinenbau punkten wir vor allem mit unseren maßgeschneiderten Lösungen und unserer sehr guten individuellen Betreuung.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für die Weiterentwicklung des Unternehmens?

Andreas Vonderschmidt: Wir haben eine eigene Druckgießerei bei uns am Standort und verbrauchen damit sehr viel Strom. Deshalb arbeiten wir konsequent daran, unseren Strom- und CO2-Verbrauch zu senken. Wir haben ein CO2-neutrales Blockheizkraftwerk im Quartier, mit dem wir tonnenweise CO2 einsparen. Zudem haben wir von einer Ölheizung auf Pellets umgestellt und sind ISO 14001 zertifiziert. Was unsere Produkte angeht, konzentrieren wir uns vor allem auf die Steigerung des Wirkungsgrades. Mit unseren magnetischen Getrieben kann man die Energieeffizienz deutlich steigern. Man braucht keinen Strom und hat trotzdem einen hohen Wirkungsgrad. Für uns hat Nachhaltigkeit aber über den Umweltschutz hinaus auch eine soziale Komponente. Wir setzen auf Integration und beschäftigen bewusst Menschen mit Schwerbehinderung. Wir möchte eine echte Inklusion schaffen.

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie den langjährigen Erfolg von GEORGII KOBOLD letztendlich zurück?

Andreas Vonderschmidt: Wir verfolgen eine solide Strategie, die zu dem passt, was wir tatsächlich tun. Zudem konzentrieren wir uns konsequent auf unsere Kernkompetenz. Hier haben wir uns schon vor langer Zeit bewusst strategisch aufgestellt. Vor allem aber wird unser Erfolg von unserem Team gemacht. Viele unserer Mitarbeiter sind schon seit Jahrzehnten dabei und verfügen über fundiertes Know-how.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für das Jahr 2022 vorgenommen?

Andreas Vonderschmidt: Wir wachsen zurzeit stark. Dieses Wachstum müssen wir organisatorisch bewältigen können. Dazu müssen wir entsprechende Kapazitäten aufbauen. Wir möchten mehr Kunden gewinnen, insbesondere im Food and Beverage-Bereich. Auch mit unseren Medizintechnikkunden möchten wir gemeinsam wachsen. Was unsere Lösungen angeht, sind die Magnetgetriebe zukunftsweisend. Wir bekommen hier sehr positives Feedback aus dem Markt und investieren, sowohl in die Technologie, als auch in Manpower. Die Magnetgetriebe sind eine echte Produktinnovation.

Wirtschaftsforum: Gibt es eine Vision für Georgii Kobold?

Andreas Vonderschmidt: Wir möchten der führende Hersteller für Edelstahlantriebe im Hygienic Design für den Food-Bereich werden. Darüber hinaus möchten wir das Potenzial der magnetischen Getriebe nutzen. Dabei handelt es sich um eine disruptive Innovation auf dem Markt für angetriebene Werkzeuge.

GEORGII KOBOLD GmbH & Co. KG
Ihlinger Straße 57
72160 Horb
Deutschland
+49 7451 53940
+49 7451 539480
info@georgii-kobold.de
www.geoorgii-kobold.de

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