Lösungen, die mehr bewegen

Interview mit Dipl.-Ing. Andreas Lackner, Geschäftsführer von Voith Kran Austria

Standardprodukte spielen für Voith Kran Austria nur eine untergeordnete Rolle. Seit der Gründung im Jahr 1946 hat sich das Unternehmen konsequent zum Spezialisten für Sonderkrananlagen entwickelt. Andreas Lackner, Geschäftsführer seit 1999, setzt dabei auf individuelle Lösungen statt Serienfertigung. Gemeinsam mit den Kunden entstehen Anlagen, die exakt auf deren Produktionsprozesse zugeschnitten sind. Dafür ist ein tiefes Verständnis der jeweiligen Abläufe entscheidend. Oft kennt das Team die Prozesse beim Kunden so genau, dass bereits Lösungsvorschläge vorliegen, bevor der eigentliche Bedarf formuliert ist. „Auf den Kunden zuzugehen und ihm einen Vorschlag zu unterbreiten, bei dem er sagt: ‚Daran habe ich noch gar nicht gedacht‘, das motiviert mich“, beschreibt Andreas Lackner seinen persönlichen Antrieb. Diese Nähe zum Kunden prägt die Entwicklung der Anlagen. Das Portfolio reicht von Vakuum- und Magnetgreifern bis zu komplexen Automatisierungslösungen für die Holz-, Stahl- und Energiewirtschaft. Je nach Anforderung werden einzelne Arbeitsschritte unterstützt oder ganze Prozesse neu organisiert.

So entstehen Kransysteme, die schwere Lasten nicht nur bewegen, sondern Produktionsabläufe vereinfachen und die Effizienz erhöhen. Damit verbindet das Unternehmen seine Erfahrung im Sonderkranbau mit dem Anspruch, komplexe Produktionsprozesse dauerhaft effizienter zu gestalten.

Automatisierung als Zukunftsstrategie
Heute beschäftigt das Unternehmen rund 190 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Kernumsatz von etwa 35 bis 40 Millionen EUR. Seit dem Einstieg des chinesischen Kranherstellers Eurocrane als Eigentümer im Jahr 2020 eröffnen sich zudem neue internationale Perspektiven. Neben Europa rücken Märkte wie Nordamerika und Osteuropa stärker in den Fokus. Die Verbindung aus langjähriger Erfahrung im Sonderkranbau und internationalen Möglichkeiten soll die weitere Entwicklung unterstützen. Gleichzeitig investiert Voith Kran Austria in Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Ziel ist es, Krananlagen zunehmend autonom arbeiten zu lassen, Wartungen vorausschauend zu planen und Serviceeinsätze per Ferndiagnose effizienter zu gestalten. Auch die Konstruktion soll künftig stärker von KI profitieren, etwa indem technische Abläufe schneller bewertet und Entwicklungsschritte gezielter vorbereitet werden. Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der Mensch ein entscheidender Faktor. Offenheit für Veränderungen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind für Andreas Lackner unverzichtbar: Nicht allein die Technik entscheidet über den Erfolg, sondern die Fähigkeit, Innovationen in marktfähige Lösungen zu verwandeln und sie in den Arbeitsalltag der Kunden zu inte­grieren. Darin sieht Voith Kran Austria seine Stärke – heute wie in Zukunft.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

Präzision, die in der Hand liegt

Interview mit Sascha Zmiskol, Geschäftsführer der Rennsteig Werkzeuge GmbH

Präzision, die in der Hand liegt

Präzise Werkzeuge sind im professionellen Einsatz weit mehr als einfache Hilfsmittel. Sie entscheiden über Effizienz, Sicherheit und Qualität: ob im Handwerk, in der Industrie, in der Kabelverarbeitung oder in hoch…

„Wir lösen das“ – Ganzheitliche Systemkompetenz für die Industrie

Interview mit Henning Vogler, Geschäftsführer der Armbruster Engineering GmbH & Co. KG

„Wir lösen das“ – Ganzheitliche Systemkompetenz für die Industrie

Vom ersten Handgriff bis zur finalen Dokumentation: Die Armbruster Engineering GmbH & Co. KG aus Bremen digitalisiert industrielle Prozesse ganzheitlich. Anders als viele Wettbewerber liefert das Unternehmen nicht nur…

Fördertechnik ohne Grenzen

Interview mit Stefano Ferrari, Global Sales Manager der Trasmec s.r.l.

Fördertechnik ohne Grenzen

Wer eine Holzwerkstoffplatte kauft, denkt kaum an die Fördertechnik, die den Holzstaub zur Presse transportiert. Die Trasmec s.r.l. aus Casalbuttano in der Provinz Cremona ist auf genau diese unsichtbaren Prozesse…

Spannendes aus der Region Traun

Von der grauen Masse zur ästhetischen Vielfalt: Beton neu gedacht

Interview mit Alexander Bauer, Geschäftsführer der Kirchdorfer Kies und Beton GmbH

Von der grauen Masse zur ästhetischen Vielfalt: Beton neu gedacht

Mit fünf Transportbetonwerken, drei Kieswerken und einer Lkw-Flotte produziert und liefert die Kirchdorfer Kies und Beton GmbH aus dem Großraum Linz Transportbeton und Zuschlagstoffe für verschiedenste Bauprojekte im ober­österreichischen Zentralraum.…

Von der Garage zum Weltmarktführer

Interview mit Florian Barbaric, Geschäftsführer der Barbaric GmbH

Von der Garage zum Weltmarktführer

Was 1995 in einer Garage in Oberösterreich begann, ist heute ein international erfolgreiches Unternehmen mit 125 Mitarbeitern und einem Umsatz von 24,3 Millionen EUR. Die Barbaric GmbH hat sich vom…

Evidenzbasierte Lösungen gegen Allergien

Interview mit Mag. Heidelinde Schopper, Geschäftsführerin der ALK-Abelló Allergie-Service GmbH

Evidenzbasierte Lösungen gegen Allergien

Die kausale Behandlung von Allergien hat in den letzten Jahren vielfältige Fortschritte erfahren – unter anderem getrieben durch die zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Unternehmens ALK-Abelló, das sich seit einem…

Das könnte Sie auch interessieren

Großprojekte mit Substanz

Interview mit Özgür Gezer, Geschäftsführender Gesellschafter der Gezer Unternehmensgruppe

Großprojekte mit Substanz

Vom ersten Sanierungsprojekt bis zur breit aufgestellten Unternehmensgruppe: Die Gezer Vermögensverwaltung GmbH vereint Hochbau, Projektentwicklung, schlüsselfertiges Bauen und Immobilienvermittlung unter einem Dach. Der geschäftsführende Gesellschafter Özgür Gezer spricht über seinen…

Lernen, das zum Leben passt

Interview mit Robin Marsch, Chief Commercial Officer der velpTech GmbH

Lernen, das zum Leben passt

Weiterbildung nach dem Gleichschrittprinzip? Für velpTEC greift das zu kurz. Der Bildungsanbieter setzt auf individuelle Lernwege, Praxisnähe und persönliche Begleitung. Chief Commercial Officer Robin Marsch sieht darin mehr als ein…

Prozesse für die Märkte von morgen

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der IPCO Germany GmbH

Prozesse für die Märkte von morgen

Ob Schokolade, Wäscheparfüm, Chemikalien, Batterietechnik oder Recycling: Mit seinen Anlagen macht IPCO unterschiedlichste Produkte industriell verarbeitbar. Am Standort Fellbach verbindet das Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung in der Stahlband- und Prozesstechnik mit…

TOP