Auf der Reise in die digitale Zukunft

Interview mit Matthias Weth, Geschäftsführer der SYZYGY Performance Marketing GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Weth, die digitale Transformation ist in aller Munde. SYZYGY Performance agiert seit 2009 auf dem Markt. Wie erleben Sie momentan die Branche?

Matthias Weth: Wir fokussieren uns seit der ersten Stunde auf die digitale Transformation von Marketing und Vertrieb und sind momentan sehr optimistisch, da wir eine Beschleunigung durch Corona sehen. Kunden geben immer größere Etats für die Digitalisierung von Prozessen aus, wovon wir als Agenturgruppe natürlich profitieren. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass diese Entwicklung sich nach Corona fortsetzen wird; einfach, weil das digitale Zusammenarbeiten effizienter und effektiver ist.

Wirtschaftsforum: Was genau macht SYZYGY, um Kunden bei der digitalen Transformation zu unterstützen?

Matthias Weth: Wir helfen Unternehmen ab einer bestimmten Größe und unabhängig von der Branche, ihre Kunden digital zu erreichen und setzen dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz. Unsere End-to-end-Services reichen von der Strategie bis zur Umsetzung; wir bauen digitale Ökosysteme inklusive Apps auf und erarbeiten Strategien und Konzepte, wie sich Kunden digital aufstellen können, auch in den sozialen Medien. Neben Strategie und Produkten spielt die Kampagnenaktivierung für Marketing und Vertrieb eine zentrale Rolle. Wir fahren auf sämtlichen digitalen Kanälen Werbekampagnen, zum Beispiel, um Marken bekannter zu machen oder den Umsatz unserer Kunden im Internet zu steigern. Als Komplettanbieter für das Performance Marketing machen wir im Prinzip alles, um Kunden digital zu erreichen.

Wirtschaftsforum: Was kennzeichnet SYZYGY neben diesen ganzheitlichen Services rund um die digitale Transformation?

Matthias Weth: Ich habe meine Agentur 2009 mit drei Geschäftspartnern gegründet. Seit 2017 sind wir Teil der international agierenden, mehr als 500 Mitarbeiter zählenden SYZYGY-Agenturgruppe; von einem klassischen Start-up sind wir damit auf über 100 Mitarbeiter gewachsen, um bessere Performances bieten zu können und uns selbst internationaler aufstellen zu können. Es war ein großer Sprung, der allerdings nichts an unseren Werten verändert hat. Als die zwei GmbHs in München und Hamburg fusionierten, war klar, dass sich unsere Werte in einer gemeinsamen Unternehmenskultur widerspiegeln sollten. Wir definieren Mehrwert, Freiheit und Integrität als unsere drei zentralen Werte.

Wirtschaftsforum: Können Sie diese Werte näher definieren?

Matthias Weth: Mehrwert wollen wir auf verschiedenen Ebenen generieren. Unsere Mitarbeiter sollen das Gefühl haben, eine Arbeit mit Mehrwert zu verrichten, Kunden wollen wir Services mit Mehrwert bieten. Freiheit spiegelt sich zum Beispiel in unserer modernen Struktur wider; wir haben flache Hierarchien, integrierte Kundenteams. Jeder einzelne Mitarbeiter übernimmt Verantwortung, das Pendant zur Freiheit. Das heißt, jeder kann seine Arbeit so machen, wie er es für richtig hält. Wir geben das Ziel vor, nicht den Weg. Eng verbunden mit dem Freiheitsbegriff ist die Integrität. Mitarbeiter sollen sich bei uns als Menschen einbringen, sie sollen sich wohlfühlen, selbstbestimmt arbeiten und integer sein. Niemand soll sich verbiegen, wenn er zur Arbeit kommt, weder für uns noch für unsere Kunden.

Wirtschaftsforum: Sie haben das Unternehmen 2009 gemeinsam mit drei Kollegen gegründet. Was hat sich seitdem an Ihrer Arbeit verändert und was schätzen Sie an ihrer Arbeit besonders?

Matthias Weth: Als wir starteten, waren wir vier für alles selbst verantwortlich; heute werde ich von exzellenten Mitarbeitern unterstützt. Ich selbst habe die kaufmännische Verantwortung, kümmere mich um das Neugeschäft, Wachstum und Internationalisierung. Und natürlich darum, dass der Vorstand und die Aktionäre zufrieden sind. Ich arbeite extrem gerne mit Menschen zusammen, mit Kunden und Mitarbeitern; das spiegelt sich in unseren Werten wider. Ein weiteres Thema, das mich umtreibt, ist Nachhaltigkeit, im ökologischen, aber auch im kaufmännischen Sinn. Für uns zählt nicht der kurzfristige Erfolg; das war der Grund, warum wir uns der Gruppe angeschlossen haben. Durch sie haben wir eine größere finanzielle Stabilität und sind ein sicherer Arbeitgeber.

Wirtschaftsforum: Wie ist die Agentur momentan aufgestellt?

Matthias Weth: Die ursprüngliche Agentur in München hat über 100 Mitarbeiter; in der Gruppe sind es mehr als 500. Um Kunden global zu betreuen, gibt es Standorte in Hamburg, London und New York. Bei der Gruppe handelt es sich um eine börsennotierte Holding, die 2020 knapp 56 Millionen EUR umsetzte. Corona hat für Einbußen gesorgt, 2021 rechnen wir wieder mit einem Wachstum von 10%.

Wirtschaftsforum: Das Wachstum wird von engagierten Mitarbeitern getragen. Wie finden Sie geeignete Kräfte?

Matthias Weth: Hier in München sind wir einem starken Wettbewerb ausgesetzt und kämpfen mit internationalen Konzernen wie Google, Apple oder Microsoft um Arbeitskräfte. Deshalb haben wir schon früh die eigene Ausbildung forciert. Wir sind zum Beispiel regelmäßig als Gastdozenten an Universitäten und Fachhochschulen. Damit Mitarbeiter sich wohlfühlen, investieren wir viel in die Unternehmenskultur. Auch nach Corona wird die Arbeitswelt eine andere sein, sehr viel flexibler mit Homeoffice und anderen Modellen, denen wir offen gegenüberstehen. Auch aus dem Ausland kann man arbeiten, entscheidend ist, erreichbar zu sein. Wir haben Mitarbeiter eingestellt, die nicht in München oder Hamburg sitzen, sondern remote arbeiten. Dennoch ist uns der regelmäßige persönliche Kontakt und Austausch sehr wichtig.

Wirtschaftsforum: Zeichnen sich für die Nach-Corona-Zeit besondere Herausforderungen ab?

Matthias Weth: Das Thema Datenschutz ist aktueller denn je. Nutzer sollen künftig mehr Rechte an ihren Daten haben. Damit wird sich die Art der Werbung verändern. Rein technologisch verändert sich ständig etwas. Was kommt nach Internet, Handy und Voice-Technologien? Das ist das Spannende und der besondere Reiz dieser Branche.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Dienstleistungen & Consulting

„Fördermittel sind kein Zufall –  sie sind Strategie“

Interview mit Dr. Rüdiger Bormann, Geschäftsleitung der In Time Solutions AG

„Fördermittel sind kein Zufall – sie sind Strategie“

Fördermittel gelten oft als kompliziert und schwer zugänglich. Dr. Rüdiger Bormann ordnet das anders ein. Für ihn sind sie ein strategisches Instrument, das Unternehmen gezielt nutzen können – vorausgesetzt, sie…

Regulieren ohne zu blockieren

Interview mit Sebastian Amtage, Geschäftsführer von b.telligent

Regulieren ohne zu blockieren

Die Digitalisierung schreitet rasend schnell voran. Bei der Umsetzung hilft b.telligent mit maßgeschneiderten und intelligenten Anwendungen an zehn Standorten in Deutschland, Österreich, Rumänien und der Schweiz. Dabei muss sie den…

Fairer und integerer Partner – professioneller Finanzdienstleister

Georg Kornmayer, Geschäftsführer der FONDSNET Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH

Fairer und integerer Partner – professioneller Finanzdienstleister

Die FONDSNET Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH legt als Partner unabhängiger Finanzberater größten Wert auf Ehrlichkeit und Transparenz – und das mit Erfolg. Seit der Gründung vor knapp 30 Jahren hat…

Spannendes aus der Region München

KI trifft Ingenieurskunst – Transparenz für komplexe Softwarewelten

Interview mit Dipl.-Ing. Stephan Mauk, Vorstand der Concentrio AG

KI trifft Ingenieurskunst – Transparenz für komplexe Softwarewelten

Ob im Auto, im Flugzeug oder im Kraftwerk – Software entscheidet heute über Sicherheit, Effizienz und Leistung. Doch kaum jemand weiß, was im Hintergrund wirklich passiert. Genau hier setzt die…

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der Mohr Hydrokultur

Wie Begrünung das Büroklima prägt

Ob Großraumbüro, Co-Working-Space oder repräsentatives Headquarter: Unternehmen investieren heute stärker denn je in Arbeitsumgebungen, die Menschen anziehen – und im Alltag funktionieren. Begrünung spielt dabei eine wachsende Rolle, weil sie…

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Interview mit Benjamin Johansson, Vorstand der GIEAG Immobilien AG

Wert schaffen, wenn der Markt bremst

Projektentwickler stehen seit Jahren unter Druck: Zinsen, Baukosten, geopolitische Unsicherheiten und ein deutlich vorsichtigerer Investmentmarkt haben die Spielregeln verändert. Für die GIEAG Immobilien AG ist diese Phase vor allem eines:…

Das könnte Sie auch interessieren

Wo E-Commerce und stationärer ­Einzelhandel Hand in Hand gehen

Interview mit Dr. Dominik Benner, Geschäftsführer der The Platform Group SE & Co. KGaA

Wo E-Commerce und stationärer ­Einzelhandel Hand in Hand gehen

E-Commerce und stationärer Handel werden oft als Gegensätze gesehen: ein Trugschluss, wie Dr. Dominik Benner meint. Mit seinem Unternehmen The Platform Group will er starken stationären Einzelhändlern die Welt des…

Wie man ein Geschäftsmodell aus der Krise baut

Interview mit Mike Bertsch, Geschäftsführer der The Cue Group GmbH

Wie man ein Geschäftsmodell aus der Krise baut

Was passiert, wenn eine Krise zur Blaupause für ein neues Geschäftsmodell wird? Aus den Erfahrungen der Coronapandemie heraus entstand die Idee zur The Cue Group GmbH: ein Netzwerk aus Eventspezialisten,…

Wachstum trotz Baukrise

Interview mit Martin Weihe, Geschäftsführer der Obra Bautenschutz GmbH

Wachstum trotz Baukrise

Dank seines breiten Leistungsportfolios konnte die Obra Bautenschutz GmbH in den letzten Jahren trotz einer rückläufigen Marktentwicklung weiter wachsen und ihr Tätigkeitsspektrum noch umfassender ausbauen: Im Interview mit Wirtschaftsforum verriet…

TOP