Weit über den Standard hinaus

Interview mit Dipl. Wirt.-Ing. Jochen Seidler, Geschäftsführer der SIM Automation GmbH

„Als Sondermaschinenbauer verkaufen wir nicht nur Standardprodukte, sondern Lösungen, die wir bei unseren Kunden integrieren“, erläutert Geschäftsführer Dipl. Wirt.-Ing. Jochen Seidler die besondere Kompetenz der SIM Automation GmbH. „Möglich sind auch Anbindungen an bestehende SIM-Systeme. Wir können Kundenwünsche erfüllen, die weit über den Standard hinausgehen. Wir können und müssen gut zuhören. Unsere Mitarbeiter versetzen sich in die Lage der Kunden hinein. Deshalb bieten wir auch keine vorgefertigten Lösungen an.“

Sämtliche Projekte werden in intensiver Zusammenarbeit mit den Auftraggebern abgewickelt. So erfolgen nach der Konstruktion Aufbau und Inbetriebnahme der Anlage – inklusive der Abnahme schwieriger Prozesse. „Wir sind der Partner unserer Kunden“, bekräftigt Jochen Seidler.

In den Standort investiert

Nach der Wende 1989 investierte die Unternehmerfamilie Julius Thyssen in den ehemals volkseigenen Betrieb. Sie baute den Standort aus und steigerte den damaligen Umsatz von drei bis vier Millionen EUR auf aktuell 30 Millionen EUR.

„Wir sind in der Wachstumsbranche Automation und Robotik unterwegs und gewinnen auch im Ausland immer mehr Kunden“, verdeutlicht Jochen Seidler. „Wir sind Spezialisten für die Entwicklung, den Bau und die Inbetriebnahme von Montageanlagen sowie für Zuführ- und Sortiertechnik. Auch wenn es um etwas Besonderes geht, zum Beispiel hochautomatisierte Prüfmaschinen, sind wir der richtige Ansprechpartner.“

Mit ihren Aktivitäten deckt die SIM Automation GmbH gleich drei Produktsparten ab: Maschinen- und Montageanlagen, Zuführ- und Prüftechnik sowie Geräte und Komponenten. Die dritte Sparte gliedert sich wiederum auf in Laserbeschriftungszellen sowie Komponenten für andere Sondermaschinenbauer.

Große Potenziale

„Aktuell sind die Maschinen- und Montageanlagen sowie Zuführsysteme unser Brot-und-Butter-Geschäft“, nennt der Geschäftsführer den Schwerpunkt. So entwickelte SIM Automation eine Anlage zum Prüfen von Luftfiltern.

Jochen Seidler
„Viele können nur Zuführen oder Montieren – wir können beides.“ Jochen SeidlerGeschäftsführer

Hier werden leichte Teile mit hoher Geschwindigkeit zugeführt und mit extrem hoher Genauigkeit geprüft. Dabei sind sowohl die Zuführtechnik als auch der Prüfvorgang höchst anspruchsvoll. Jochen Seidler: „Standardprüfzellen und Beschriftungslaserzellen sind unsere Wachstumsfelder mit großem Potenzial. Das Thema Prüfen wird getrieben durch immer stärkere Fertigungsoptimierung mit möglichst wenig Ausschuss. Hier bieten viele Branchen Möglichkeiten, zum Beispiel der Spritzguss. Gleiches gilt für die Medizinbranche. Durch das neue Gesetz zur Rückverfolgbarkeit besteht ein immer höherer Bedarf an Beschriftungslasern.“

Präsenz auf Fachmessen

Automotive, Medizin und Elektro sind die zur Zeit wichtigsten Branchen, doch auch die Luft- und Raumfahrttechnik hat der Geschäftsführer, der das Unternehmen gemeinsam mit Dr.-Ing. Rüdiger Timmermann und Dr. Winfried Büdenbender führt, im Blick: „Hier muss auch viel beschriftet und montiert werden. Wir haben das erforderliche Know-how und die Technologie.“

Um die Vermarktung kümmert sich der eigene Außendienst im direkten Kontakt mit den Kunden, ergänzt durch externe Vertriebspartner. Außerdem präsentiert sich SIM Automation auf Fachmessen wie der Stuttgarter Control, der ebenfalls in Stuttgart stattfindenden Motek sowie der automatica in München. Hinzu kommen kleinere Messen in Friedrichshafen, Essen, Leipzig und Hamburg. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch das Onlinemarketing sowie die Mitgliedschaft im Branchenverband VDMA.

Vertriebsbüro in China

Obwohl das Unternehmen mit 250 Beschäftigten hauptsächlich in Deutschland tätig ist, werden weitere Märkte in Europa, China und den USA erschlossen. „Hier haben wir erste Leuchtturmprojekte“, freut sich Jochen Seidler. „So bekamen wir vor zehn Mitbewerbern einen Auftrag in den USA, weil wir über großes Wissen im medizintechnischen Maschinenbau verfügen. Entscheidend waren unsere Montageanlagen mit eigener Zuführtechik. Viele können nur Zuführen oder Montieren – wir können beides.“

Die extrem starke Kundenbindung sowie die technologische Kompetenz, verschiedene Bearbeitungsprozesse in eine Montageanlage zu integrieren, sieht der Geschäftsführer ebenso als Erfolgsfaktoren an wie die Kompetenz für Sonderlösungen in Laserbeschriftung und ungewöhnliche Zuführsysteme.

Damit dies weiterhin so bleibt, wird mit hoher Intensität ständig um qualifizierten Nachwuchs – seit Kurzem auch direkt an den Hochschulen – geworben. „Wir wollen uns in weiteren Branchen etablieren und international noch stärker Fuß fassen“, nennt Jochen Seidler die Pläne. „Neben unserem Hauptsitz hier im Heilbad Heiligenstadt bauen wir gerade ein  Vertriebsbüro in China auf.“

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