Komplexe Bauteile aus einem Guss
Interview mit Dominik Baulig, geschäftsführender Gesellschafter der SCHMEES cast Langenfeld GmbH

„Es dürfte keinen europäischen Pumpenhersteller geben, der noch nicht bei uns bestellt hat“, blickt Dominik Baulig, geschäftsführender Gesellschafter der SCHMEES cast Langenfeld GmbH, auf die inzwischen über 60-jährige Firmengeschichte zurück: „Unser Gründer Dieter Schmees stellte 1980 auf der Hannover Messe ein Pumpenlaufrad vor, das im Keramikformverfahren entstanden war. Damit wurde die Pumpenindustrie auf uns aufmerksam, mit der wir in den Folgejahren stark gewachsen sind. 1992, in der Nachwendezeit, investierte unser Unternehmen zudem in einen zweiten Gießereistandort in Pirna, von wo aus wir seitdem sehr erfolgreich die Energieindustrie beliefern.“ Nicht zuletzt aufgrund des stärker gewordenen Wettbewerbsdrucks durch asiatische Hersteller hat sich auch die Marktposition von SCHMEES cast in den letzten Jahren verschoben: „Wir überzeugen vor allem durch das breite und gleichzeitig spezifische Fachwissen unserer Mitarbeiter und unsere gewachsene Firmenexpertise. Gerade bei besonders komplexen technologischen Komponenten, die etwa in die Kernkrafttechnik einfließen, verfügt neben SCHMEES cast kaum ein anderes Unternehmen über die entsprechenden Zulassungen. Wir kennen alle relevanten Anforderungen jedoch in jedem Detail – und liefern damit inzwischen zu einem 10 kg schweren Bauteil nicht selten auch 5 kg Dokumentation auf Papier“, erläuterte Dominik Baulig.
Wachstum in der Wehrtechnik
Während die Nachfrage aus dem klassischen Maschinenbau aufgrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage derzeit leicht rückläufig ausfällt, konnte sich SCHMEES cast mit seinem Engagement in der Wehrtechnik inzwischen einen weiteren attraktiven Markt erschließen: „Wir sind die einzige nicht konzerngebundene Gießerei in Deutschland mit einer Panzerstahlzulassung“, ordnet Dominik Baulig die Erfolge der jüngeren Vergangenheit ein. „Unsere Bauteile fließen dabei unter anderem als Fahrwerks- oder Schutzteile in Panzer ein – ein Geschäftsfeld, das nicht nur im Hinblick auf seine technologische und regulatorische Komplexität, sondern auch bezüglich der gelieferten Stückzahlen zu uns passt. Da die Projekte im Defense-Bereich tendenziell deutlich längere Laufzeiten aufweisen als in unseren bisherigen Tätigkeitsfeldern, verbessert sich dadurch auch die Planbarkeit in unserem Unternehmen.“ Dass Stahl auch Kunst sein kann, stellt SCHMEES cast derweil im Zuge seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Künstler Tony Cragg unter Beweis: am eindrucksvollsten jüngst mit einer 8 m hohen Statue vor dem One Bangkok, die in Pirna gegossen und über 10.000 Stunden poliert wurde.









