Nachhaltiges ultrareines Wasser für Pharma und Energie

Interview mit Pieter Hack, Geschäftsführer der Pure Water Group

Wirtschaftsforum: Herr Hack, die Pure Water Group trägt ihre Mission bereits im Namen – wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei genau?

Pieter Hack: Für unsere Kunden in Flandern und den Niederlanden bauen wir schlüsselfertige Anlagen zur Herstellung von ultrareinem Wasser: Dazu filtern wir aus Leitungswasser nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch die vorhandenen Salze heraus. Zu unserem niederländischen Kundenkreis zählen dabei neben Krankenhäusern und Dialyseeinrichtungen auch Reinraumbetreiber und die Energiewirtschaft. Jenseits der reinen Lieferung und Inbetriebnahme kümmern wir uns bei den Endanwendern auch um die anfallenden präventiven Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Wirtschaftsforum: Und wie gestaltet sich Ihr Engagement im Ausland?

Pieter Hack: Bei unseren Kunden im übrigen Europa und im Nahen Osten konzentrieren wir uns vornehmlich auf die Lieferung unserer Prozesseinheit namens EDI zur Entionisierung, die einen wesentlichen Prozessschritt in der Wasseraufbereitung abbildet. Das unserer Lösung eingespeiste Wasser ist dabei durch Umkehrosmose schon weitgehend entmineralisiert worden – wir kümmern uns dann darum, auch noch die allerletzten Salzreste herauszufiltern. Die Kapazitäten unserer Anlagen variieren dabei mit einer Spannbreite von 0,5 m3/h bis zu 1.100 m3/h ultrareinem Wasser bisweilen enorm. Anders als bei unseren Komplettlösungen vertreiben wir diese Prozesseinheiten nicht an die Endanwender, sondern an sogenannte General Water Contractors, die sie anschließend in ihren Prozessen verbauen. Das primäre Einsatzfeld liegt dort zudem weniger bei Krankenhäusern, sondern vielmehr in der pharmazeutischen Industrie. Unsere Lösungen finden aber auch bei der Aufbereitung von Kesselspeisewasser in der Energieerzeugung Anwendung, wo hohe Drücke und Temperaturen herrschen, genauso wie bei der Herstellung von Wasserstoff in Elektrolyseuren.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt indes das Thema Nachhaltigkeit für Sie und Ihre Kunden?

Pieter Hack: Darauf achten wir an vielerlei Stellen in unserem Unternehmen – beginnend mit unserem energetisch gut isolierten Werksgebäude, einem umfassenden Energiesparplan, bei dem wir einen hohen Score erzielen, sowie bei der Verwendung von möglichst nachhaltigem Verpackungsmaterial und unserem elektrifizierten Fuhrpark. Doch all diese Elemente sind für uns gar nicht das Wichtigste: Viel bedeutsamer für unsere Nachhaltigkeitsbilanz sind die Langlebigkeit unserer Produkte – viele sind bereits seit über 25 Jahren im Einsatz – sowie ihr niedriger Energieverbrauch und die deutliche Reduzierung des Chemikalieneinsatzes, die durch ihre Verwendung ermöglicht wird.

Wirtschaftsforum: Seit Sie die Pure Water Group vor fünf Jahren von ihrem Gründer Johan Ossenblok übernommen haben, konnten Sie Ihren positiven Nachhaltigkeits-Footprint noch deutlich erweitern.

Pieter Hack: Wir wollten unser Unternehmen auf eine noch breitere Basis stellen, um so weitere Produkt-Markt-Kombinationen zu ermöglichen – unter anderem durch Lösungen für die Entsalzung von Wasser in der Landwirtschaft und Industrie sowie durch die Rückgewinnung von Ammoniumstickstoff, wodurch wir einen wichtigen Kreislauf schließen konnten: denn in den Niederlanden ist das Stickstoffproblem in der Landwirtschaft besonders groß und seine Entfernung aus dem Abwasser entsprechend wichtig. Gleichzeitig wollten wir ein System entwickeln, um diesen Stickstoff konsequent zurückzugewinnen, damit dieser nicht vernichtet wird. Die Technik dafür haben wir selbst ausgearbeitet und die bisherigen Piloteinsätze bei unseren Kunden waren so vielversprechend, dass wir schon Anfang 2026 die ersten professionellen Installationen umsetzen können.

Wirtschaftsforum: Schon lange vor Ihrem Engagement bei der Pure Water Group konnten Sie auf eine jahrzehntelange Erfahrung in verwandten Segmenten zurückblicken.

Pieter Hack: Ich hatte ursprünglich an der damaligen Landwirtschaftlichen Universität für angewandte Wissenschaften Wageningen Umwelttechnologie studiert, bevor ich in Unternehmen aus dem Biograssegment und der Elektrochemie Fuß fassen konnte. Ich habe dann mehrere Unternehmen in den Niederlanden und China gegründet und geführt – das letzte habe ich 2018 verkauft. Ich hätte mich damals eigentlich zur Ruhe setzen können. Doch dann habe ich mit REDstack ein Unternehmen aus dem Bereich Wasseraufbereitung gegründet, das wie die Pure Water Group als Tochtergesellschaft der Holding W & F Beheer auftritt. Denn mich reizt weiterhin der positive Impact, den wir Tag für Tag mit unseren Lösungen erzielen können.

Wirtschaftsforum: Sie stellen nicht die einzigen Wasserentsalzungssysteme im Markt her.

Pieter Hack: Aber wahrscheinlich die besten – oder zumindest die langlebigsten mit dem niedrigsten Energiebedarf. Dieses Qualitätsbewusstsein treibt uns alle an: Viele unserer Mitarbeiter sind bereits seit über 20 Jahren für uns tätig – all unsere Kollegen von der Entwicklung bis zum Vertrieb sind technisch bestens geschult und wissen genau, wovon sie sprechen. Gleichzeitig ist es uns vor einigen Jahren gelungen, auch jüngere Mitarbeiter von unserem Unternehmen und unserer Mission zu begeistern, sodass wir mittlerweile ganz verschiedene Perspektiven miteinander vereinen können. Ich glaube, das macht uns auch für die Zukunft leistungsfähig – genauso wie unsere unverfälschte brabantische Firmenkultur mit kurzen Wegen und schnellen Lösungen.

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