Wo Visionen Altbau treffen
Interview mit Andreas und Lenka Hauzel, Geschäftsführer der Plan Werk GmbH

Münchens Bestandsbauten sind für Plan Werk seit 2006 das Fundament einer klaren Mission: Häuser in besten Lagen nicht nur zu sanieren, sondern zu veredeln. Geschäftsführer Andreas Hauzel beschreibt den Grundgedanken so: „Wir wollten immer Orte schaffen, an denen wir uns selbst wohlfühlen und wohnen könnten.“ Seine Frau Lenka, die sich mit ihm die Geschäftsführung teilt, ergänzt: „Viele Viertel sind beliebt, aber die Häuser dort oft in die Jahre gekommen.“
Anspruch bei der Sanierung
Von Beginn an distanzierte sich die Firma von oberflächlichen Modernisierungen. Für Andreas Hauzel ist klar: „Wenn wir an einem Haus arbeiten, soll es die nächsten 30 bis 40 Jahre wirklich hervorragend sein.“ Besonders anspruchsvoll wird es im Denkmalschutz, doch das Ehepaar sieht darin keine Last, sondern Verantwortung. Plan Werk arbeitet dabei bewusst im kleinen Team – zwei Geschäftsführer und eine Teilzeitkraft, während alle Fachleistungen ausgelagert werden. „Das Geheimnis liegt darin, klein zu bleiben“, sagt Lenka Hauzel. Die schlanke Struktur senkt Kosten und erlaubt es, stärker in Qualität zu investieren – etwa in Grundrisse, die Bewegungsfreiheit bieten, in hochwertige Ausstattung oder Einbaumöbel.
Sanieren im bewohnten Gebäude
Die Firma hat inzwischen rund 30 Münchner Häuser transformiert. Der Weg dorthin ist oft herausfordernd, denn fast alle Objekte sind bewohnt. „Zunächst ist man bei den Bewohnern nicht unbedingt beliebt“, sagt Andreas Hauzel. Lärm, Einschränkungen und Mietpreisängste verlangen Feingefühl. Zuverlässige Handwerker und offene Kommunikation seien entscheidend, denn: „Man muss Partnerschaft suchen, nicht Konfrontation.“
Plan Werk verkauft meist nur 30 bis 40% der Wohnungen und bleibt Miteigentümer. Das schafft Vertrauen. „Viele Käufer haben mit Immobilien wenig zu tun. Sie sind froh, wenn jemand da ist, der sich kümmert“, erklärt Lenka Hauzel. Das resultiert oft in langjährigen Beziehungen bis hin zu Wiederholungskäufen.
Wirtschaftlicher Realismus
Trotz Leidenschaft bleibt der Markt anspruchsvoll. Baukosten haben sich vervielfacht, Zinsen sind gestiegen. „Man darf nicht glauben, alles sei möglich. Papier ist geduldig – das ist die größte Gefahr“, so Andreas Hauzel. Auch energetische Vorgaben sieht das Paar differenziert, vor allem im Vergleich zu anderen EU-Staaten: So werden nicht nur unterschiedliche Bewertungsskalen verwendet, sondern die jeweiligen Grenzwerte variieren. Dies erschwert die Vergleichbarkeit der Energieausweise auf europäischer Ebene. Beispielsweise erreichen die Verbrauchswerte, die in Holland für Energieklasse A genügen, in Deutschland lediglich Energieklasse D. Trotz aller Unsicherheiten blickt man bei Plan Werk nach vorn. Barrierefreiheit, gemischte Quartiere und flexible Grundrisse stehen bei neuen Projekten auf der Agenda. Doch wird jede Investition sorgfältig abgewogen. „Ideen haben wir viele“, sagt Lenka Hauzel, „aber sie müssen für die Menschen und für den Markt funktionieren.“












