Architektur als Beitrag zur Stadt
Interview mit Fabian Ochs, Geschäftsführer der OS A Ochs Schmidhuber Architekten GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ochs, wie hat sich OS A entwickelt?
Fabian Ochs: Aus kleinen Anfängen. Lange arbeiteten wir zunächst nur zu zweit, später zu dritt und zu viert, im Keller und im Hinterhaus. 2008 zogen wir in größere Räume, 2011 dann in die Münchner Innenstadt. Dieser Schritt war enorm wichtig: Er brachte uns Nähe zur Stadt, zur Genehmigungsbehörde und zur Stadtplanung sowie ein attraktives Umfeld für unser Team.
Wirtschaftsforum: Gab es ein prägendes Leuchtturmprojekt?
Fabian Ochs: Nicht nur eines. Früh war ein großer Bebauungsplan am Westrand Münchens wichtig.
Wir haben für Investoren wie Allianz und Goldman Sachs gearbeitet, für Eigennutzer wie Atrex oder General Electric. Aktuell ist das neue Generali-Headquarter ein großes Projekt. Doch ein typischer OS A-Stil lässt sich nicht festmachen. Jedes Projekt besitzt seine eigene Identität.
Wirtschaftsforum: Wie groß ist das Büro heute?
Fabian Ochs: Wir haben 65 Mitarbeiter und hoffen, bald die 70 zu erreichen. Unsere Kernkompetenz sind die Leistungsphasen eins bis fünf – also Planung bis zur ausführungsreifen Planung. Die späteren Phasen stemmen wir mit bewährten Partnern.
Wirtschaftsforum: Wie hat OS A die Krisen der letzten Jahre erlebt?
Fabian Ochs: Natürlich gab es schwierige Momente. Aber insgesamt geht es uns gut. Die Krise hat uns breiter aufgestellt: Früher waren wir stark auf Büro- und Investorenprojekte fokussiert. Heute geht es bei uns mehr um Wohnen, gemischte Nutzungen, Projekte für Eigennutzer, Umbauten und Umstrukturierungen – und unser erstes Klinik-Projekt.
Wirtschaftsforum: Was unterscheidet OS A von anderen Büros?
Fabian Ochs: Unsere starke Konzentration auf München. Ich bin ziemlich sicher, dass kaum ein Büro so viele Projekte an so vielen Stellen dieser Stadt hat. Gleichzeitig suchen wir für jedes Projekt eine individuelle Lösung. Viel entsteht aus dem Ideenreichtum des Teams, mit Menschen aus 16 Nationen. Jede Stimme zählt.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das OS A Lab?
Fabian Ochs: Eine wichtige. Seit rund zehn Jahren beschäftigen wir uns dort unabhängig vom Tagesgeschäft mit Zukunftsfragen der Stadt. Dazu gehören Mobilität, Nachhaltigkeit, Wohnen oder neue Quartiersideen. Nicht alles wird sofort umgesetzt, aber jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.
Wirtschaftsforum: Wie lautet Ihre Vision?
Fabian Ochs: „We create IkonOSAs unter zwei Grad und voll menschlicher Wärme. The future makers.“ IkonOSAs sind für uns Stadtbausteine, die etwas Besonderes leisten: nachhaltig, relevant und für die Menschen gemacht, die darin leben oder arbeiten.
Wirtschaftsforum: Was bedeutet Nachhaltigkeit konkret?
Fabian Ochs: Man kann nicht in jedem Projekt alles umsetzen. Aber man kann anfangen: Aufstockungen in Holz statt Beton, Bürotrennwände aus Stroh statt Gipskarton, Energiegewinnung über Fassaden. Wichtig ist, Kosten- und Terminsicherheit mit nachhaltigen Zielen zusammenzubringen.
Wirtschaftsforum: Welche Zukunftsaufgabe ist besonders wichtig?
Fabian Ochs: Der Bestand. Wir werden nicht jede Aufgabe lösen können, indem wir abreißen und neu bauen. Leerstehende Bürogebäude in Wohnungen umzuwandeln, Warenhäuser neu zu nutzen, Stadtbausteine weiterzuentwickeln – darin liegt großes Potenzial.










