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Eine Pfanne namens Olav

Interview mit Christina Neworal, Co-Gründerin von Olav

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Wirtschaftsforum: Schon vor „Olav“ gab es Pfannen in allen erdenklichen Preisklassen und Gütequalitäten. Weshalb waren Sie vor zwei Jahren trotzdem überzeugt, dass hier eine relevante Marktlücke bestand?

Christina Neworal: Das stimmt, der Markt war und ist überflutet mit Pfannen – und genau das war das Problem, das wir aus eigener Kundenperspektive gesehen haben: Als Kunde verliert man sich im riesigen Pfannendschungel und ist am Ende immer noch nicht schlauer, welche Marke nun die beste Wahl ist, und noch dazu hat jede Marke wiederum eine große Auswahl an verschiedenen Pfannenserien. Wer blickt da noch durch?

„Olav macht es einfach und hört dem Kunden genau zu: Was will er wirklich, und was soll seine Pfanne genau können?“ Christina Neworal
Olav

Hat man sich dann irgendwann entschieden, begleiten uns die meisten Pfannen nur für eine kurze Zeit, bevor sie trotz der oftmals hohen Preise früher oder später ihr Ende auf der Müllhalde finden. Vor diesem Hintergrund war die Marktlücke für uns offensichtlich: Olav macht es einfach und hört dem Kunden genau zu: Was will er wirklich, und was soll seine Pfanne genau können? Deshalb entstand die Olav Pfanne auch nicht über Nacht. Wir haben über eineinhalb Jahre Tag und Nacht in die Entwicklung gesteckt und Olav mit dem Feedback von 250 Personen konzipiert.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet die Olav Pfanne denn von allen anderen?

Christina Neworal: Bei uns gibt es nur ein Produkt pro Produktkategorie. Wir leisten die Vorarbeit, testen, forschen und entwickeln, um herauszufinden, was das perfekte Produkt können muss. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit den Kunden, von Jung bis Alt, vom Kochanfänger bis zum Sternekoch. Bei unserem ersten Produkt setzen wir auf das beste Material zum Kochen: Die Olav Pfanne besteht zu bis zu 40 % aus purem Kupfer, das Wärme zwanzigmal besser leitet als reines Edelstahl und achtmal besser als Gusseisen. Die hervorragenden Leiteigenschaften des Metalls ermöglichen eine perfekte Wärmeverteilung und ein punktgenaues Anbraten – so, wie man es aus der französischen Sterneküche kennt.

Weil die Verarbeitung von Kupfer recht aufwendig ist, findet man es heutzutage kaum mehr in Pfannen. Da wir als Direct-to-consumer-Marke aber den Handel umgehen und auf den Direktvertrieb setzen, können wir diese Kupferqualität zu einem erschwinglichen Preis anbieten.

Wirtschaftsforum: Stichwort exklusiver Direktvertrieb. Bleiben da nicht viele potentielle Kunden auf der Strecke, die Ihre Marke nicht kennen, aber im Fachhandel oder bei Amazon sofort zuschlagen würden?

Christina Neworal: Das stimmt vielleicht. Wir haben uns aber bewusst für diesen Weg entschieden, da wir so die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren und eine ganz andere Customer Experience bieten können. Wir können viel direkter auf die Kundenbedürfnisse eingehen und lernen durch den engen Austausch und das Feedback der Olavisten täglich dazu. So haben wir beispielsweise noch letztes Weihnachten die Olav-Servierpfanne auf den Markt gebracht und damit den Wunsch vieler Kundenstimmen erfüllt. Intern arbeiten wir bereits an einem Prozess, mit dem sich unsere Fans aktiv an der Produktentwicklung beteiligen können.

Wirtschaftsforum: Ist eine Olav Pfanne doch mal zerkratzt, kann man sie an Ihr Unternehmen zur Wiederbeschichtung schicken.  Wie viele Kunden nutzen tatsächlich dieses Angebot?

Christina Neworal: Wir sind erst Mitte 2019 gestartet und nutzen eine der hochwertigsten Beschichtungen, die aktuell auf dem Markt sind. Daher nutzt glücklicherweise noch niemand unseren Wiederbeschichtungsservice.  Wir sind aber überzeugt, dass viele Kunden auf diesen Service zurückgreifen werden – auch der Umwelt zuliebe.

Wirtschaftsforum: Ihre Pfannen wurden zwar in den USA designet und in Deutschland getestet – die Fertigung findet jedoch in China statt. Wie können Sie trotzdem Ihre umfangreichen Standards hinsichtlich der hochwertigen Materialien und einer nachhaltigen Produktion sicherstellen?

Christina Neworal: Olav steht für höchste Qualität und Transparenz. Für uns zählt, dass unsere Partner die gleichen ethischen Werte und Standards vertreten wie wir, deshalb ist der geografische Standort für uns nicht von zentraler Bedeutung. Wir haben uns bewusst Zeit gelassen, einen Produzenten für die Olav Pfanne zu finden, und sind nun froh, mit einem Familienbetrieb zusammen arbeiten zu dürfen, der über ein tiefgreifendes Know-how bei der Verarbeitung von Kupferpfannen verfügt. Das Olav-Messer, dessen Produkteinführung für 2020 geplant ist, wird voraussichtlich in Solingen gefertigt werden. Olav geht immer mit der Qualität, setzt auf faire Partner und zeigt offen und transparent, wie die Produktion wirklich aussieht.

Olav
„Für uns zählt, dass unsere Partner die gleichen ethischen Werte und Standards vertreten wie wir, deshalb ist der geografische Standort für uns nicht von zentraler Bedeutung.“ Christina Neworal

Wirtschaftsforum: Eine gute Pfanne macht viele Qualitäten aus. Glauben Sie, dass eine Pfanne auch "sexy" sein kann?

Christina Neworal: Daran arbeiten wir jeden Tag! Kochen mit Olav ist sexy – ob allein, mit Freunden oder der Familie. In jeder Lebenslage möchten wir unseren Kunden mit der Olav Pfanne in der Küche zur Seite stehen. Wir haben ganz viele Ideen, um künftig ein stärkeres Miteinander zu schaffen.  Wer einmal mit Kupfer gekocht hat, merkt, dass hochwertiges Kochgeschirr einen riesigen Unterschied macht. Außerdem isst das Auge bekanntermaßen mit. Das Design der Olav Pfanne haben wir zusammen mit dem renommierten Produktdesignstudio Primestudio in New York erarbeitet, welches bereits für viele andere erfolgreiche Marken designt hat: zeitlos, minimalistisch und doch speziell in der Produktsprache.

Interview: Julian Miller | Fotos: Olav UG

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