Handwerk für den Mittelpunkt des Zuhauses

Interview mit Max Eckstein, Mitglied der Geschäftsleitung der Möbel Eckstein GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Eckstein, Möbel Eckstein ist ein Unternehmen mit langer Geschichte. Wie hat alles angefangen?

Max Eckstein: Angefangen hat das Ganze mit meinem Urgroßvater. Er war ursprünglich Wagner und später als Kundendienstleister fur Gruco tätig. Irgendwann entstand daraus ein kleines Küchenstudio, zunächst mit zwei Ausstellungsküchen. Mein Großvater ist dann mit eingestiegen, und Schritt für Schritt wurde das Thema Küchenplanung immer wichtiger. Später sind wir an unseren heutigen Standort in der Weißenbrunner Hauptstraße 3 gezogen und haben uns dem Europa Möbel-Verbund angeschlossen. Unabhängig davon vertreiben wir seit etwa 35 Jahren über die Contur-Schiene auch Schüller Küchen. Seitdem sind wir stetig gewachsen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht das Unternehmen heute aus?

Max Eckstein: Wir haben heute einen Ausstellungsraum von rund 2.000 m2 und zeigen dort etwa 18 bis 20 Ausstellungsküchen. Dazu kommt inzwischen ein Vollsortiment im Bereich Wohnmöbel. Das Kerngeschäft sind aber ganz klar Küchen. Ich würde schätzen, dass Küchen rund 70 bis 75% unseres Geschäfts ausmachen. Wir verkaufen zwar auch Wohn- und Schlafzimmermöbel, aber bekannt sind wir vor allem für Küchen.

Wirtschaftsforum: In welchem Umkreis sind Sie tätig?

Max Eckstein: Unser Kerngebiet liegt im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen, dazu kommen Hersbruck und die Richtung Neumarkt. Der Kernradius liegt bei etwa 60 km. Viel weiter gehen wir in der Regel nicht, weil das für Service und Reklamationen irgendwann nicht mehr sinnvoll ist. Wenn bei einer Küche später einmal ein Türchen eingestellt werden muss, dann muss man auch wirtschaftlich denken.

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre Kunden?

Max Eckstein: Überwiegend arbeiten wir für Privatkunden. Es gibt aber auch zwei, drei Baufirmen aus der Umgebung, mit denen wir gut zusammenarbeiten. Die bauen Mehrparteienhäuser und verkaufen oder vermieten Wohnungen mittlerweile teilweise direkt mit Küche. In solchen Fällen sind wir dann der Ansprechpartner für Planung und Einbau. Der Schwerpunkt liegt aber klar auf privaten Haushalten.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Möbel Eckstein von größeren Möbelhäusern oder Küchenanbietern?

Max Eckstein: Bei uns kommen Beratung, Planung, Messen und Montage aus einer Hand. Wir montieren selbst mit, sind Schreinermeister mit eigener Schreinerei. Im besten Fall begleitet derjenige, der das Erstgespräch führt, das Projekt bis zur Montage. Wir arbeiten nicht mit Subunternehmern. Unsere Monteure sind gelernte Schreiner, und wir machen auch Anschlüsse wie Strom und Wasser selbst. Außerdem ist uns der Service im Nachgang sehr wichtig. Wir leben tatsächlich vom Service und davon, dass wir ein familiär geführtes Unternehmen sind. Das wird von den Kunden wertgeschätzt.

Wirtschaftsforum: Was bedeutet dieser Service konkret?

Max Eckstein: Wenn wir eine Küche montieren, gehen wir sie anschließend mit dem Kunden Schritt für Schritt durch. Wir erklären die Erstinbetriebnahme der Geräte und geben Hinweise zur Nutzung. Das ist für uns selbstverständlich, aber scheinbar machen das nicht alle. Auch bei der Montage selbst arbeiten wir anders: Wir kommen nicht nur zu zweit, sondern im Zweifel auch mit fünf oder sechs Leuten. Wenn wir morgens kommen, ist die Küche abends in der Regel fertig. Manche Küchen brauchen eineinhalb Tage, aber länger eigentlich nie.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Geschäft seit der Pandemie entwickelt, und wie ist die Lage heute?

Max Eckstein: Rein wirtschaftlich gesehen waren wir ein Stück weit Gewinner von Corona, auch wenn der Aufwand deutlich höher war. Wir durften keine Kunden mehr ins Haus holen und sind deshalb zu Beratungsterminen zu ihnen gefahren, teilweise mit Schubkästen oder Inneneinteilungen aus unseren Ausstellungsküchen im Gepäck. Viele Menschen wollten in dieser Zeit ein schönes Zuhause haben. Nach Corona haben wir dann gemerkt, dass die Baubranche und die Neubauten eingebrochen sind. Wir machen heute weniger Neubauten und mehr Bestandsküchen. Einen großen Einbruch sehen wir aber nicht. Es läuft etwas ruhiger dahin, aber insgesamt dürfen wir nicht klagen. Wir sind eher im Segment der Zweiteinrichter unterwegs; das sind keine kurzentschlossenen Küchen.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?

Max Eckstein: Klassisch gesagt: weiter wie bisher. Wir wollen nicht erheblich wachsen, weil wir mit unserer heutigen Größe sehr zufrieden sind und die Qualität gut halten können. Mehr Monteure bedeuten in der Regel auch mehr Koordination, mehr Aufwand und oft mehr Reklamationen. Was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird, ist der demografische Wandel im Unternehmen. Einige langjährige Mitarbeiter werden keine 30 Jahre mehr arbeiten. Deshalb bilden wir wieder aus und möchten frühzeitig Schreiner gewinnen, die langfristig die heutigen Mitarbeiter ersetzen können. Unser Ziel ist, dass wir auch in 10 oder 15 Jahren noch die Qualität liefern, für die wir heute stehen.

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