Technik mit Stil

Interview mit Andy Trümpler, Verwaltungsratspräsident der Isolag AG

Wirtschaftsforum: Herr Trümpler, Sie sind Verwaltungsratspräsident der Isolag und kennen das Unternehmen und die Branche seit vielen Jahren aus dem Effeff. Können Sie kurz auf die Entwicklung der Firma eingehen?

Andy Trümpler: Die Isolag wurde 1949 gegründet und später von meinem Vater übernommen, da es keine Nachfolger aus der Gründerfamilie gab. Ich kam 1987 in das Unternehmen; mit meinem Sohn ist inzwischen auch die 3. Generation vertreten. Wir sind mit 50 Mitarbeitern an den Standorten Zürich, Muttenz und Sankt Gallen präsent und erzielen einen Jahresumsatz von 10 bis 11 Millionen CHF.

Wirtschaftsforum: Wie lässt sich die Kernkompetenz der Isolag auf den Punkt bringen?

Andy Trümpler: Wir sind ein Montageunternehmen für abgehängte Deckensysteme in Metall, Mineralfaser, Aluminium, PET und Glasfaser; letztlich alles, was man abhängen kann, mit Ausnahme von Gipsdecken.

Wirtschaftsforum: In welcher Art von Gebäuden kommen die Decken zum Einsatz?

Andy Trümpler: Wir arbeiten vor allem in Büro- und Gewerbegebäuden, der Anteil von Privatkunden ist sehr klein. Wie die Decke genau aussehen wird, entscheidet in der Regel der Architekt.

Wirtschaftsforum: Wie lassen sich die Deckensysteme beschreiben? Was zeichnet sie genau aus?

Andy Trümpler: Unsere Decken vereinen Funktionalität und Ästhetik. In Kühldeckensysteme können Akustik und Licht sowie Kühl- und Heizsysteme integriert werden. Die abgehängten Metalldecken erhöhen optisch die Raumhöhe, da zum Beispiel Lüftungssysteme oder andere Installationen, die im Innenraum verbaut sind, nicht mehr sichtbar sind. Dass wir über Metalldecken heizen können, ist wichtig, da klassische Klimaanlagen nicht mehr bewilligt werden. Auch Designaspekte spielen häufig eine Rolle. Deckensegel in verschiedenen Formen und Farben können Räume optisch aufwerten und sind echte Eyecatcher. Auf der anderen Seite gibt es Architekten, die aus ästhetischen Gründen eine Weißputzdecke bevorzugen; nicht selten kommt es später zu Problemen. Mieter beklagen sich zum Beispiel über akustische Probleme wie zu viel Hall, der auch mit Teppichen oder Vorhängen nicht gedämpft wird. In solchen Fällen kommt es zu Nachrüstungen, die immer teurer sind.

Wirtschaftsforum: Die Isolag ist vor allem in der Deutschschweiz tätig. Was schätzen die Kunden an der Zusammenarbeit?

Andy Trümpler: Wir sind seit mehr als 70 Jahren am Markt und überzeugen mit einer entsprechenden Erfahrung und Qualität. Wir kennen die Bedürfnisse unserer Kunden und suchen immer nach der besten Lösung. Nicht zuletzt halten wir unsere Versprechen, was Preise und Termine betrifft. Dank unserer Erfahrung wissen wir genau, wie teuer eine Decke wird und können mit Pauschalen arbeiten.

Wirtschaftsforum: Die Isolag ist mit mehr als 70 Jahren am Markt ein etabliertes Unternehmen; durch Ihren Sohn sind die Weichen für die Zukunft bereits gestellt. Wie haben sich die Krisen der vergangenen Jahre auf die Unternehmensentwicklung ausgewirkt?

Andy Trümpler: Corona hat bei vielen Unternehmen Spuren hinterlassen, auch bei uns. Viele Betriebe haben den Corona-Kredit beantragt, ohne sich über die daran geknüpften Bedingungen im Klaren zu sein. Nicht wenige Unternehmen haben Probleme, den Kredit zurückzuzahlen. Als die Pandemie überstanden war, herrschte weiter Unsicherheit. Investoren hielten sich bei Neubauten zurück. Hinzu kommt, dass der Markt deutlich umkämpfter ist. In der Schweiz gibt es ein Überangebot an Deckenverlegern.

Wirtschaftsforum: Der Deckenverleger ist in der Schweiz ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk. Wie digital sind Sie im Betrieb heute aufgestellt?

Andy Trümpler: Wir versuchen möglichst papierlos zu arbeiten und sind diesbezüglich gut aufgestellt. Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter offen für neue Technologien sind und Interesse haben, mit diesen zu arbeiten. Ältere Mitarbeiter begegnen neuen Technologien oft mit Skepsis; glücklicherweise unterstützen sich bei uns Jung und Alt hervorragend.

Wirtschaftsforum: Ein weiteres großes Schlagwort der Gegenwart ist Nachhaltigkeit. Welche Rolle spielt dieses Thema im Arbeitsalltag bei Isolag?

Andy Trümpler: Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind wichtige Themen in der Branche. Das von uns verwendete Material muss zertifiziert sein, es muss klar ersichtlich sein, woher es kommt. Welches Material bei einem Projekt genutzt wird, entscheidet der Architekt in Absprache mit dem Bauherrn. Stoße ich bei Ausschreibungen auf Unstimmigkeiten, gehe ich auf den Architekten zu, versuche ihn entsprechend zu sensibilisieren und suche gemeinsam mit ihm nach Lösungen. Für mich gelingt dieser Austausch im persönlichen Gespräch deutlich besser als über digitale Technologien wie Teams, wo die emotionale Note fehlt.

Wirtschaftsforum: Ihr Sohn ist bereits im Unternehmen und wird es in absehbarer Zeit übernehmen. Gibt es darüber hinaus Pläne und Visionen für die Zukunft?

Andy Trümpler: Unser Ziel ist nicht, weiter zu wachsen. Wir sind in der Schweiz bei großen Projekten inzwischen an eine Grenze gestoßen, wo der Preis uninteressant wird. Mit unserer Größe und unserem Umsatz fühlen wir uns gut aufgestellt. Wir würden uns eher verkleinern als vergrößern. Gute Monteure zu finden, wird ohnehin immer schwerer, was sehr schade ist. Wir hoffen, dass das Handwerk in Zukunft für junge Leute wieder an Attraktivität gewinnen wird.

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