Präzision mit Tradition
Interview mit Matthias Reuss, Geschäftsführer der Modell- und Formenbau M.Reuss GmbH

Seit 1948 steht der Familienbetrieb für Modell- und Formenbau. Firmengründer Max Reuss startete mit Holzmodellen für Gießereien, sein Sohn Manfred führte den Betrieb weiter. Heute leiten Markus und Matthias Reuss das Unternehmen in 3. Generation. Rund 40 Mitarbeitende erwirtschaften 4 bis 4,5 Millionen EUR Umsatz. Matthias Reuss begann 1989 als Auszubildender im Betrieb.
Vom Modell zum Werkzeug
Die Wurzeln liegen im Gießereimodellbau, der heute rund 10%
des Geschäfts ausmacht. Zum Kerngeschäft haben sich Werkzeuge aus Aluminium entwickelt, die zu fast 80% des Umsatzes beitragen. Sie werden vor allem für den Automotive- und Nutzfahrzeug-Bereich
gefertigt und dienen zur Herstellung von Sitzen, Lehnen, Kopfstützen und anderen Fahrzeug-Innenraumteilen.
Rund 200 t Aluminium verarbeitet das Unternehmen jährlich. Daneben kommen auch noch jede Menge anderer Materialien zum Einsatz.
Von der eigenen Konstruktion (Catia V5) über die CNC-Fertigung
und Montage bis zum Funktionstest bleibt der gesamte Prozess
in Schwarzach am Main. „Wir liefern die Werkzeuge einsatzbereit an den Kunden aus“, erklärt Matthias Reuss.
Neben der Automobilindustrie arbeitet das Unternehmen für Maschinenbau, Flugzeugbau und Medizintechnik. Etwa die Hälfte
des Geschäfts entfällt auf Aufträge außerhalb Deutschlands.
Know-how sichern, Märkte verbreitern
Zusätzlich zur Stammkundschaft aus der Automobilindustrie sollen auch neue Kunden aus weiteren technischen Branchen dazugewonnen werden.
Dabei setzt das Unternehme auch auf KI-gestützte Vertriebsansätze. „Bei uns läuft eigentlich fast alles digital ab“, sagt Matthias Reuss. Seit 2009 arbeitet der Betrieb weitgehend papierlos. Entscheidend bleibt das Wissen der Menschen. Knapp die Hälfte der Beschäftigten sind seit 25 bis 45 Jahren im Unternehmen. Gleichzeitig bildet M. Reuss GmbH kontinuierlich Nachwuchs aus; meist sind es sechs bis acht Auszubildende.
„Wir haben ein super Team mit viel Erfahrung“, betont Matthias Reuss. Nachhaltigkeit zeigt sich beim Aluminium: Rund 40% des Materials fallen als Späne an. Sie werden zu Briketts gepresst, zurückgeführt und erneut eingeschmolzen. Eine Photovoltaikanlage ergänzt das Energiekonzept.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Umso wichtiger ist eine breite Kundenbasis. Matthias Reuss treibt aber noch etwas anderes an: „Die Mitarbeiter liegen uns am Herzen.“ Neue Projekte und Anforderungen sorgen dafür, dass die Arbeit auch nach Jahrzehnten abwechslungsreich bleibt.








