Gesunde Produkte, die Kinder lieben!

Interview mit Susanne Hipper, Geschäftsführerin der jufico GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Hipper, wie kam es überhaupt zur Marke FruchtBar?

Susanne Hipper: Die Geschichte beginnt mit zwei Gründern, die sich beim MBA in London kennengelernt haben: Gordon Findlay, ein Geophysiker aus Schottland, und Albrecht Jud, ein schwäbischer Unternehmensberater. Ihr gemeinsam gegründetes Unternehmen, die jufico GmbH, vertreibt seine Produkte bis heute unter der Marke FruchtBar. Zunächst brachten die beiden vor rund 20 Jahren Smoothies für Erwachsene nach Deutschland, doch das Produkt wurde nicht wie erhofft von der Zielgruppe angenommen. Als sie dann selbst Väter wurden, stellte sich die ganz praktische Frage, wie man kleine Kinder dazu bekommt, Obst und Gemüse zu essen. Daraus entstand die Idee, Fruchtpürees in Quetschbeuteln anzubieten. Damit waren sie die Ersten auf dem deutschen Markt. So ist letztlich auch der Begriff ‘Quetschie’ entstanden, den sich unsere Zielgruppe selbst ausgedacht hat. Seitdem hat sich unser Sortiment erweitert. Wir haben uns zu einer Bio-Familienmarke für Babys und Kinder entwickelt, mit einer Produktrange von Fruchtpürees über Riegel bis hin zu knusprigen Snacks. Seit einigen Jahren gibt es zudem die Submarke „Pausenfreund“, die sich an etwas ältere Kinder bis ins Grundschulalter richtet. Unsere Kernzielgruppe bleiben aber weiterhin die Jüngeren.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet FruchtBar von anderen Anbietern im Markt?

Susanne Hipper: Wir schreiben wirklich drauf, was drin ist. Bei jeder Produktentwicklung achten wir auf kindgerechte Rezepturen. Das heißt, ohne zugesetzten Zucker, ohne künstliche Aromen und ohne Palmfett. 100% Bio ist für uns ein Hygienefaktor, viele unserer Produkte sind zudem glutenfrei. Für die Eltern zählen kurze Zutatenlisten und eine nachvollziehbare Herkunft, für die Kinder ein ansprechendes Verpackungsdesign mit kleinen Geschichten dahinter, denn bei Kindern essen vor allem die Augen mit. Wir wollen nah am Endverbraucher sein, auch an unseren Kleinsten. Und es funktioniert: Oft werden Saisonartikel ein fester Bestandteil unseres Sortiments.

Wirtschaftsforum: Sie sprechen die Rezepturen an. Wie viel Arbeit steckt eigentlich in einem einzigen Produkt?

Susanne Hipper: Mehr als man denkt. Wir entwickeln die Ideen im eigenen Marketing und Brandmanagement und gehen damit dann zur Produktion. Bei einem neuen Snack feilen wir oft monatelang an der Rezeptur, bis Geschmack und Zutatenliste zusammenpassen. Ein aktuelles Beispiel sind unsere Bio-Dino-Kekse: Die haben 45% weniger produkt­eigenen Zucker als vergleichbare Bioprodukte am Markt und schmecken trotzdem richtig gut. Genau darum geht es uns.

Wirtschaftsforum: Die Quetschies standen lange in der Kritik nicht nachhaltig genug zu sein. Wie gehen Sie mit dem Thema Nachhaltigkeit um?

Susanne Hipper: Für uns steht dabei die soziale Nachhaltigkeit im Vordergrund, denn wir verstehen uns als Marke für Familien. Deshalb investieren wir gezielt in die Erneuerung von Spielplätzen und schaffen so Räume, in denen Familien zusammenkommen können. Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit optimieren wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Etwa durch die frühe Umstellung unserer Verpackungen auf recyclingfähiges Monomaterial oder kürzere Lieferwege. Das sehen wir aber eher als Hygienefaktor, den wir kontinuierlich verbessern.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich die wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre auf das Geschäft ausgewirkt?

Susanne Hipper: Steigende Energie- und Rohstoffpreise haben auch uns spürbar getroffen. Hinzu kommt die sinkende Geburtenrate in Deutschland, die die gesamte Branche beschäftigt. Im Vergleich schlagen wir uns aber gut, weil unsere Produktqualität und unser Status als Familienmarke nach wie vor sehr geschätzt werden. Im Herbst bringen wir neue Produktlinien auf den Markt und öffnen uns dabei behutsam auch noch jüngeren und auch älteren Zielgruppen bis hin zu jungen Erwachsenen.

Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert?

Susanne Hipper: Die beiden Gründer sind heute beratend tätig, die operative Geschäftsführung liegt seit drei Jahren bei zwei weiteren Kollegen und mir. Wir gehören damit zu den wenigen inhabergeführten Unternehmen unserer Branche, was man auch im täglichen Miteinander spürt. Aktuell beschäftigen wir 45 bis 50 Mitarbeitende und erzielen einen Endverbraucherumsatz von 75 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Zum Abschluss: Was treibt Sie als Unternehmen an?

Susanne Hipper: Wir sind ein innovatives Unternehmen, dem gesunde Produkte am Herzen liegen. Unser Ziel bleibt, weniger Zucker in unsere Rezepturen zu bringen und darüber hinaus Räume für Familien zu schaffen. Das ist unsere Herzensangelegenheit.

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