Nahrhaft, schmackhaft, convenient

Interview mit Toma Marcinkeviciute, Geschäftsführerin

Wirtschaftsforum: Frau Marcinkeviciute, was sollen die ersten Assoziationen sein, wenn die Verbraucher an VIČI denken? 

Toma Marcinkeviciute: In erster Linie ist VIČI der Experte für Surimi und Gyoza. Darüber hinaus bieten wir aber auch viele weitere moderne, proteinreiche und conveniente Produkte an, die gut zu einer ausgewogenen Ernährung passen und exzellent schmecken. Denn natürlich können wir nur so unsere hohen Wiederkaufsraten erreichen. Mit unserer produktseitigen Ausrichtung konzentrieren wir uns dabei vornehmlich auf den Asia-Markt, der in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erfahren hat. In diesem Segment wollen wir die gesamte Produktpalette von Lachs und Thunfisch über Garnelen bis hin zu vielfältigen Meeresfrüchten auf hohem Qualitätsniveau abdecken. 

Wirtschaftsforum: Welche Markttrends sind für Sie derzeit besonders bedeutsam? 

Toma Marcinkeviciute: Die Verbraucher haben immer weniger Zeit zum Kochen, das Leben wird immer hektischer und die Anzahl der Single-Haushalte nimmt weiter zu. Gleichzeitig achten immer mehr Menschen auf eine bewusste und ausgewogene Ernährung. Für uns ergeben sich daraus starke Marktchancen, vor allem im Bereich Convenience: Viele unserer Produkte sind ready to eat und können auch super als Snacks konsumiert oder in wenigen Minuten im Airfryer oder in der Bratpfanne zubereitet werden. Diese Vielfalt und die modernen Verzehrmöglichkeiten werden von den Verbrauchern unserer Erfahrung nach besonders geschätzt. 

Wirtschaftsforum: Und wo liegen die Herausforderungen für VIČI? 

Toma Marcinkeviciute: Surimi ist bei den Endverbrauchern in Deutschland entweder noch nicht sonderlich gut bekannt oder es genießt mitunter nicht das beste Image – darin sehen wir jedoch vornehmlich eine große Chance, um die Awareness für Surimi zu steigern und diese Produktkategorie ins Relevant Set der Verbraucher zu bringen. Deshalb investieren wir gerade viel Zeit und Aufwand in die Aktivierung der Marke und erklären den Konsumenten beständig die vielfältigen Vorteile von Surimi: Es ist convenient und nahrhaft, überzeugt durch ein attraktives Geschmackserlebnis und ist insbesondere aus Fisch gemacht. Darauf weisen wir in unseren öffentlichkeitswirksamen Kampagnen unentwegt hin, um mit den bisweilen bestehenden Vorurteilen aufzuräumen: im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Influencern, durch unsere Präsenz in den sozialen Medien sowie in unserem aktuellen Werbeauftritt auf den Fahrzeugen der Kölner Straßenbahn. Im Herbst werden wir diese Eigenschaften in Kooperation mit einem großen Händler noch einmal gesondert in einer größeren TV-Kampagne kommunizieren. 

Wirtschaftsforum: Welchen Beitrag leisten Ihre Produkte zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung? Auch diese wird vielen Verbrauchern schließlich immer wichtiger. 

Toma Marcinkeviciute: Surimi weist im Kern einen sehr hohen natürlichen Proteingehalt auf und ist damit ein ziemlich gesundes Nahrungsmittel. In letzter Zeit konnten wir zudem den Zucker- und Salzgehalt weiter reduzieren, sodass uns inzwischen der Nutri-Score B zuerkannt wurde. Nicht nur für Menschen, die besonders viel Sport machen, ist Surimi damit eine super Proteinquelle – so packe ich auch gern meinen drei Kindern ein paar Surimi-Sticks in die Frühstücksbox. Mit diesem Engagement decken wir also breite Konsumentenschichten ab, von Singlehaushalten bis Sushi-Fans. 

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt derweil das Thema Nachhaltigkeit für VIČI? 

Toma Marcinkeviciute: Wir beziehen unsere Rohstoffe inzwischen nur noch aus MSC-zertifizierten Quellen, was natürlich auch unserem hohen Qualitätsanspruch entspricht. Gleichzeitig haben wir in unserem Werk in Litauen inzwischen die Verpackungsdicke sowie den Folieneinsatz reduziert – damit konnten wir bereits spürbare Effekte für unsere Nachhaltigkeitsbilanz erzielen. Wir möchten auf diesem Weg jedoch noch mehrere Schritte weitergehen, unter anderem mit dem Bau einer Windkraftanlage, die unseren Produktionsstandort mit Energie versorgen wird. Um so viel Transparenz wie möglich sicherzustellen, lassen wir unseren Transformationsprozess inzwischen auch durch Ecovadis überwachen und zertifizieren. 

Wirtschaftsforum: Welche Wachstumsziele verfolgen VIČI und die VG Handel GmbH für die nächsten Jahre? 

Toma Marcinkeviciute: In unserem Werk in Litauen verdoppeln wir gerade die Kapazitäten für die Lachsproduktion von circa 20.000 t pro Jahr auf über 45.000 t. Einige tausend Tonnen dieser zusätzlichen Produktionsmengen möchten wir natürlich auch im deutschen Markt absetzen. Auch hier bieten sich für uns vielfältige Chancen über zahlreiche Kanäle hinweg: Dabei können wir sowohl auf die individuellen Anforderungen kleinerer Lebensmitteleinzelhandelspartner eingehen – bis hin zu speziell bedruckten Verpackungen für unsere Produkte – als auch die großen Discounter-Ketten unterstützen. Gleichermaßen beliefern wir vielfältige Industriekunden, die unsere Produkte ihrerseits etwa zu Salaten oder Sushi-Angeboten weiterverarbeiten. 

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