Mehr Sicherheit für die Landwirtschaft

Interview mit Harald Frilling Geschäftsführer über die ISW Versicherungsmakler GmbH

Gegründet wurde das Unternehmen 1997 als Tochter einer landwirtschaftlichen Verbandsorganisation. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ISW Schritt für Schritt zu einem spezialisierten Versicherungsmakler mit rund 30 Mitarbeitenden, eigenem Bürogebäude und einem Jahresumsatz von etwa 3,5 Millionen Euro. Das Wachstum verlief dabei nicht sprunghaft, sondern planvoll. Jährliche Zuwächse im einstelligen Prozentbereich sorgten für eine stabile Entwicklung – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Fokus statt Bauchladen

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die klare Fokussierung auf landwirtschaftliche Betriebe und landwirtschaftsnahes Gewerbe, insbesondere auf tierhaltende Betriebe in der Veredelungswirtschaft. ISW verzichtet bewusst auf einen breiten Produktansatz und setzt stattdessen auf Tiefe. Geschäftsführer Harald Frilling bringt es auf den Punkt: „Wir sprechen mit den Betriebsinhabern auf Augenhöhe, weil wir wissen, wie Landwirtschaft funktioniert.“ Diese Nähe zur Praxis prägt die Beratung ebenso wie die Produktkonzepte.

Besondere Expertise besitzt ISW im Bereich der Tierertragsschadenversicherung. Hier geht es um die Absicherung existenzieller Risiken infolge von Tierseuchen, Krankheitseinbrüchen oder Produktionsausfällen. Ein Feld, das fachlich anspruchsvoll ist und fundierte Kenntnisse über Produktionsabläufe und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge erfordert. „Viele Vermittler kratzen hier nur an der Oberfläche. Wir wissen, wie die Betriebe arbeiten – und nur so lassen sich Risiken wirklich bedarfsgerecht absichern“, so der Geschäftsführer.

Angesichts zunehmender Seuchenfälle wie Afrikanischer Schweinepest, Vogelgrippe oder Blauzungenkrankheit gewinnt dieses Thema weiter an Bedeutung. ISW begleitet seine Kunden dabei nicht nur bei der Vertragsgestaltung, sondern auch aktiv in der Schadenabwicklung. Ein Vorteil: Zum Team gehören neben Versicherungsexperten auch Agraringenieure und Landwirte. „Wir sind selbst Fachleute. Das macht einen enormen Unterschied, wenn man Schäden fachlich begleiten und auf Augenhöhe mit Gutachtern verhandeln kann“, erklärt Frilling.

Mit Blick auf die Zukunft sieht der Geschäftsführer das Unternehmen gut aufgestellt. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden Prozesse unterstützen, ersetzen jedoch nicht die persönliche Beratung. „KI kann administrative Aufgaben erleichtern, aber sie ersetzt keinen Fachberater“, betont der Firmenchef. Gleichzeitig bleibt Datenschutz ein zentrales Thema in der täglichen Arbeit.

Appell für verlässliche Rahmenbedingungen

Harald Frilling warnt davor, die wirtschaftliche Realität der Betriebe aus dem Blick zu verlieren. „Der landwirtschaftliche Betriebsleiter ist ein Unternehmer, der investieren und planen muss“, betont er. Dafür brauche es langfristig verlässliche politische Leitplanken. Nur wenn Tierhaltung und Produktion hierzulande wirtschaftlich tragfähig bleiben, könne Wertschöpfung in Deutschland gehalten werden – statt sie ins Ausland zu verlagern. Für ISW selbst bedeutet das, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen: mit moderatem Wachstum, sicheren Arbeitsplätzen und einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Unternehmens – ein Anspruch, der sich aus der bisherigen Entwicklung ableitet.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Souverän in die Cloud: IT, die den ­Mittelstand entlastet

Interview mit Jan Stober, Mitglied der Geschäftsleitung der NetPlans GmbH

Souverän in die Cloud: IT, die den ­Mittelstand entlastet

Lieferengpässe bei Hardware, wachsende regulatorische Anforderungen und ein rasant steigender Bedarf an IT-Security: Der Mittelstand steht beim Thema Digitalisierung gleich vor mehreren Baustellen. Die NetPlans GmbH aus Karlsruhe begegnet diesen…

Handwerk mit Weitblick

Interview mit Ralf Rohwer, Geschäftsführer der ROHWER STAHL & METALLBAU GmbH

Handwerk mit Weitblick

Der Metallbau steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Steigende Anforderungen an Ergonomie, Fachkräftegewinnung und digitale Abläufe verändern die Arbeit auf der Baustelle und in der Werkstatt. Unternehmen, die diese Entwicklungen aktiv gestalten,…

Resortkonzept mit System

Interview mit Susanne Adrian, General Manager der Marissa GmbH

Resortkonzept mit System

Urlaub im eigenen Land ist gefragter denn je – mit der steigenden Nachfrage wachsen auch die Erwartungen. Gäste wünschen sich mehr als nur eine Ferienunterkunft: Qualität, Flexibilität und ein echtes…

Spannendes aus der Region Landkreis Cloppenburg

Vom Einmannbetrieb zur ­Serienfertigung

Interview mit Günter Peters, Geschäftsführer der Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG

Vom Einmannbetrieb zur ­Serienfertigung

Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und der Trend zur Automatisierung stellen die industrielle Fertigung vor neue Aufgaben. Die Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG reagiert darauf mit hoher Fertigungstiefe, digitalen…

Frischer Wind fürs Geschäft

Interview mit Anke Lübbers, HR & Business Development der Lübbers LTA GmbH & Co. KG

Frischer Wind fürs Geschäft

Lübbers LTA aus Lingen ist ein Spezialist für Lüftungsanlagen – vom Krankenhaus über Fitnessstudios bis zur Lebensmittelindustrie. Das vor 30 Jahren gegründete Familienunter- nehmen beschäftigt 40 Mitarbeiter…

Der Partner für den Gartenbau

Interview mit Simon Tabeling, Geschäftsführer der HAWITA Gruppe GmbH

Der Partner für den Gartenbau

Seit fast 100 Jahren behauptet sich die HAWITA Gruppe GmbH als verlässlicher Partner für Erden, Substrate und Kunststoffprodukte. Im Interview mit Wirtschaftsforum spricht Gesamtgeschäftsführer Simon Tabeling über die Verbindung von…

Das könnte Sie auch interessieren

Sammeln aus Leidenschaft – investieren mit System

Interview mit Malte Häusler, Mitgründer und Geschäftsführer von Timeless Investments

Sammeln aus Leidenschaft – investieren mit System

Collectibles galten lange als Spielwiese wohlhabender Sammler – heute werden Sneaker, Uhren oder Kunst zur Anlageklasse. Das Berliner Fintech Timeless Investments, betrieben von der New Horizon GmbH, öffnet diesen Markt…

Vom Service zum System:  Fluid Management neu definiert

Interview mit Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH

Vom Service zum System: Fluid Management neu definiert

Kühlschmierstoffe und Prozessflüssigkeiten sind entscheidend für stabile Fertigungsprozesse – und doch oft unterschätzt. Im Interview spricht Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH, über seinen Weg ins Familienunternehmen, die…

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

Interview mit Björn Bröhl, Geschäftsführer der Scompler Technologies GmbH

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

In Zeiten der digitalen Kommunikation produzieren Unternehmen mehr Content denn je – doch häufig fehlt die Strategie dahinter. Social Media-Posts werden ad hoc erstellt, Kampagnen ohne roten Faden gestartet. Die…

TOP