Starkes Wachstum trotz Branchenkrise

Interview mit Dennis Siemens, Gründer und Geschäftsführer der Metallbude SK GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Siemens, seit gut fünf Jahren stellen Sie mit Ihrem Unternehmen Metallmöbel für stilbewusste Kunden her – dabei hatten weder Sie noch Ihre Mitgründer zuvor jemals berufliche Berührungspunkte mit der Möbelbranche gehabt. 

Dennis Siemens: Metallbude entstand als Gemeinschaftsprojekt von meinem Bruder, meinem Schwager, mir selbst und noch einem guten Freund von uns – geeint hat uns damals der Traum von der Selbstständigkeit. Ich selbst bin Konstruktionsmechaniker, und mein Vater, der über 30 Jahre als Schweißer tätig gewesen war, hatte schon öfter Möbel für meine Frau und meine Schwester geschweißt – unter anderem eine Garderobenstange, die wir auch heute noch vertreiben. Uns fiel auf, dass diese Stücke in unserem Bekanntenkreis verdammt gut ankamen. Wir wollten sie dann online verkaufen, zusammen mit ein paar weiteren Produkten, die wir uns überlegt hatten. Unser Ziel war es, zu viert vielleicht in zwei Jahren gut davon leben zu können. 

Wirtschaftsforum: Schon drei Monate später haben Sie dann Ihre Jobs gekündigt, um sich in Vollzeit der Metallbude zu widmen. 

Dennis Siemens: Die Resonanz war viel größer als erwartet. Wir mussten ganz schnell unsere Fertigung skalieren, um die Nachfrage bedienen zu können. Glücklicherweise konnten wir in unserem Bekanntenkreis erste Mitarbeiter rekrutieren, die mit uns auf diese Reise gehen wollten. Am Anfang haben wir noch alles selber produziert und versendet, das war ein Riesenaufwand, den es zu stemmen galt. Wir kannten uns mit der Möbelbranche an sich nicht sonderlich gut aus, sondern sind relativ naiv gestartet. 

Wirtschaftsforum: Welche Lektionen haben Sie in dieser Zeit gelernt? 

Dennis Siemens: Wachstum kostet Geld – das war mit Abstand die größte Herausforderung. Das erste Geschäftsjahr schlossen wir noch mit einem überschaubaren Jahresumsatz von 30.000 EUR ab. Ein Jahr später lagen wir bereits bei 2 Millionen EUR, im Jahr darauf hatte sich dieser Wert noch einmal verdoppelt, und so ging es seitdem schier unaufhaltsam weiter, trotz Krisenstimmung in Möbelbranche und E-Commerce. Doch während die Nachfrage in Sprüngen wächst, lassen sich qualifizierte Mitarbeiter nicht in derselben Geschwindigkeit gewinnen, gerade wenn man auf kompetente Fachkräfte wie Schweißer angewiesen ist – und auch die Versandprozesse und Funktionen wie der Kundensupport müssen entsprechend skaliert werden. Das ist eine Riesenherausforderung und gleichzeitig eine tolle Erfolgsgeschichte. Ich will mich aber auf keinen Fall darüber beschweren – denn unsere Marktbegleiter kämpfen in Zeiten gedämpfter Konsumlaune mit ganz anderen Problemen als wir. 

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie diese starke Wachstumsgeschichte der Metallbude zurück? 

Dennis Siemens: Die hervorragende Qualität unserer Produkte ist uns seit der Gründung unseres Unternehmens extrem wichtig. Unser Ziel ist es nicht, in erster Linie möglichst kostengünstig zu fertigen, sondern vielmehr durch ein möglichst elegantes Design und eine angenehme Benutzererfahrung zu überzeugen: Die allermeisten Produkte der Metallbude können einfach aufgestellt werden, ohne dass eine wie auch immer geartete Montage erforderlich wäre. Erst recht müssen nicht noch Schrauben nachgezogen werden, damit das Produkt auch stabil im Raum steht. Wir verwenden viel Energie auf ein möglichst ansprechendes Design, im besten Falle ohne sichtbare Schrauben, damit es als echter Hingucker in der Wohnumgebung unserer Kunden wirken kann – mit Erfolg: Viele haben schon zwei- oder dreimal bei uns gekauft, manche sogar zehnmal. Angesichts dessen, dass wir erst seit fünf Jahren auf dem Markt aktiv und Möbel zudem keine einfachen Verbrauchsprodukte sind, halten wir das für eine sehr beeindruckende Schlagzahl. 
 

Wirtschaftsforum: Welchen Anteil hat Ihr Markenauftritt am Erfolg der Metallbude? 

Dennis Siemens: Schon kurz nachdem wir unsere Website und den Produktverkauf gelauncht hatten, haben wir uns ein Konto bei Instagram angelegt und dann rasch gelernt, dass die Menschen unsere Möbel anscheinend ziemlich cool fanden. Wir haben dann auch Werbung geschaltet, angefangen mit etwa 50 EUR pro Tag, nur um zu sehen, ob das profitabel sein würde. Das war es – weshalb wir inzwischen natürlich mit ganz anderen Marketingbudgets operieren. Auch heute setzen wir bei unserem Social Media-Auftritt weiterhin extrem stark auf Content. Fast jede Woche machen wir neue Shootings, bei denen wir unsere Produkte stets ein bisschen anders inszenieren oder miteinander kombinieren, um unsere Kunden noch einmal neu zu inspirieren. 

Wirtschaftsforum: Wo soll die Metallbude in einiger Zeit stehen?

Dennis Siemens: Obwohl wir viel emotionalere Produkte als Taschentücher oder Allzweckreiniger verkaufen, gibt es in der Möbelbranche kaum bekannte Marken: Das wollen wir ändern – und würden uns freuen, wenn der Name Metallbude bald eine noch viel größere Bekanntheit und Emotionalität erreichen könnte.

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