Firmenfitness mit Hansefit

Interview mit Dr. Jan C. Tegtmeyer, Geschäftsführer der Hansefit GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Tegtmeyer, Hansefit war das erste Unternehmen mit einem solchen Angebot auf dem deutschen Markt. Was war der Ursprungsgedanke?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Gegründet wurde die Firma 2004 in Bremen. Inzwischen sind wir mit unserem erfolgreichen Modell im ganzen Bundesgebiet aktiv. Unser Erfolg beruht darauf, dass wir ein sehr vielfältiges Angebot geschaffen haben. Aus dem Ursprungsgedanken, ein Fitnessabo für Firmenkunden anzubieten, ist sehr schnell viel mehr geworden. Dabei haben wir uns stets gefragt: Wie können wir einen Mehrwert für die Firmen, Arbeitnehmer und Verbundpartner schaffen, damit das Angebot noch besser in Anspruch genommen wird?

Wirtschaftsforum: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Firmenfitnessanbieter?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Wir sind das Bindeglied zwischen den Firmenkunden und den verschiedenen Sport- und Fitnessdienstleistern in unserem Verbund. Wir wählen unsere Verbundpartner sorgfältig aus und bieten damit höchste Qualität und Vielfalt. Uns ist zum Beispiel eine Einführung durch geschultes Personal sehr wichtig, um die Trainingseffektivität zu erhöhen und das Verletzungsrisiko gerade bei Anfängern zu verringern.

Wirtschaftsforum: Neben dem klassischen Fitnessstudio: Was haben Sie heute für zusätzliche Angebote im Programm?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Das Angebot ist wirklich sehr vielseitig und reicht von Klassikern wie Fitness- und Yogastudios oder Schwimmbädern über Einrichtungen wie Kletterhallen, Physiotherapien und Tanzschulen bis hin zu Anbietern von neuen Sportarten wie Stand-up-Paddeln oder Bouldern. Wo auch immer die einzelnen Interessen liegen, ist für jeden etwas dabei. Online und offline, für den Körper und den Geist.

Wirtschaftsforum: Wie funktioniert das System aus Arbeitgebersicht und wie wird es finanziert?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Unseren Firmenkunden bieten wir eine maßgeschneiderte Lösung, die ganz nach ihren Bedürfnissen zugeschnitten wird. Unser Angebot fällt unter die sogenannten geldwerten Leistungen, die bis zu einer Grenze von 44 EUR steuerfrei für die Mitarbeiter sind. Typischerweise entscheidet das Unternehmen, in welcher Höhe es das Fitnessangebot subventionieren will. Wir empfehlen unseren Kunden oft, dass die Mitarbeiter eben auch einen Teil der Kosten dazubezahlen. Das empfiehlt sich erstens, um das Angebot wertig zu machen und zweitens, um unter der Steuervergünstigungsgrenze zu bleiben.

Wirtschaftsforum: Wer sind die typischen Betriebskunden? Sind das eher große Konzerne oder sind auch kleinere und mittelständische Firmen dabei?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Das Schöne ist, dass wir eben keine typischen Kunden haben. Vom großen, internationalen Konzern bis zum kleinen Handwerksbetrieb sind wir in allen Branchen und für unterschiedlich große Firmen tätig. Das macht uns sehr krisenresistent. Dabei bilden Firmen des oberen Mittelstandes ein großes Cluster. Diese Firmen sind daran interessiert sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, betreiben aber oft wenig Werbung nach außen. Für sie haben wir das ideale Angebot.

„Wenn sie wollen, können sie jeden Tag der Woche etwas Neues ausprobieren.“ Dr. Jan C. TegtmeyerGeschäftsführer
Dr. Jan C. Tegtmeyer, Geschäftsführer

Wirtschaftsforum: Wie hat sich die Einstellung der Menschen zu Fitness und Sport verändert?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: In den letzten 20 Jahren haben wir sehr große Veränderungen gesehen. Firmen aus allen Branchen verstehen heute viel besser die Verknüpfung zwischen Gesundheit, Bewegung und Produktivität. Viele Studien haben gezeigt, dass gesunde Mitarbeiter sowohl seltener krank als auch zufriedener bei der Arbeit sind. Hier reichen auch kleine Maßnahmen wie Meditation oder Massage, um die Balance wiederherzustellen. Auch unter den Beschäftigten hat sich das Verhalten verändert. Früher war es oft so, dass man über die Mitgliedschaft in einem Sportverein seinen Bewegungsdrang gestillt hat. Heute ist es eher so, dass man eine gewisse Abwechslung sucht. Wir sehen auch ein zunehmendes Interesse an der sportlichen Betätigung, sowohl allein als auch in der Gruppe. Heutzutage macht jeder etwas. Gerade deswegen ist unser Angebot für die Beschäftigten so spannend. Wenn sie wollen, können sie jeden Tag der Woche etwas Neues ausprobieren und vielleicht eine neue Leidenschaft entdecken.

Wirtschaftsforum: Die Pandemie hat natürlich Ihre Branche völlig auf dem Kopf gestellt. Wie gehen Sie mit den Einschränkungen um? Gibt es positive Aspekte, die man für die Zukunft mitnehmen kann?

Dr. Jan C. Tegtmeyer: Die größte Änderung, nämlich die digitale Transformation, die schon vorher im Gange war, ist notgedrungen durch Corona beschleunigt worden. Wir haben im letzten Jahr unser Onlineangebot deutlich ausgebaut. Hier profitieren wir sehr stark davon, dass wir ein sehr großes Angebot aus einer Hand anbieten können. Über die Hansefit-App können unsere Kunden diese Angebote wo immer und wann immer sie wollen zentral abrufen. Der Lockdown hat gezeigt, dass es auch online mit Fitness weitergehen kann und diese Flexibilität werden die Menschen, auch wenn die Pandemie vorbei ist, weiterhin nutzen wollen. Davon werden auch unsere Verbundpartner, die ein attraktives Angebot bereitstellen, profitieren.

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