Vom Surfcamp zum Ferienresort
Interview mit Olaf Winkelmann, Geschäftsführer der Feriendorf und Surfschule Pepelow GmbH

Die Verbindung zum Wasser reicht weit zurück. Schon als Kind begann Olaf Winkelmann mit dem Segeln, später kam das Windsurfen hinzu. Während des Studiums entstand 1992 die Idee, in Pepelow ein Surfcamp aufzubauen. Der Standort war ihm aus seiner eigenen Wassersportzeit bereits vertraut. So konnte er seine Begeisterung für den Wassersport mit dem Wunsch verbinden, auch anderen Menschen besondere Urlaubserlebnisse an der Ostsee zu ermöglichen.
Urlaub für die ganze Familie
Sieben bis acht Jahre blieb das Angebot ein vergleichsweise einfaches Camp. Ende der 1990er-Jahre entstand die Idee, daraus ein komplettes Feriendorf zu entwickeln. Nicht mehr allein Windsurfer sollten sich angesprochen fühlen, sondern Familien und Urlauber mit unterschiedlichen Interessen. Schritt für Schritt kamen weitere Sport- und Freizeitangebote sowie verschiedene Unterkünfte hinzu.
Heute bietet die Anlage Platz für rund 300 Gäste. Zur Verfügung stehen etwa 70 bis 75 Unterkünfte – vom Studio für zwei Personen bis zu größeren Häusern für acht oder neun Personen. In der Saison arbeiten täglich rund 50 Mitarbeitende vor Ort. Charakteristisch ist zudem das mediterrane Ambiente mit entsprechender Bepflanzung, Farbgebung und Gestaltung. Neben Privatgästen spielen Gruppen eine wichtige Rolle. Schulen, Vereine und Universitäten kommen ebenso nach Pepelow wie Unternehmen, die den Aufenthalt beispielsweise für Incentives nutzen. Beide Gästegruppen ergänzen sich über die Saison: Während Ferien und lange Wochenenden besonders bei Privatgästen gefragt sind, nutzen Gruppen verstärkt andere Zeiträume.
Faire Preise statt maximale Preise
Eine Besonderheit ist die Preisstrategie. Obwohl die Nachfrage nach Angaben des Betreibers zeitweise zwei- bis fünfmal höher als das verfügbare Angebot ist, werden die Preise nicht kurzfristig der Nachfrage angepasst. Auch eine klassische Verteuerung zur Hauptsaison gibt es innerhalb der jeweiligen Gästegruppe nicht. Die hohe Auslastung ermögliche es, diese Kalkulation beizubehalten. Für die Saison 2027 waren zum Zeitpunkt des Interviews bereits rund 80% gebucht. Stillstand ist dennoch keine Option. Statt die Anlage weiter zu vergrößern, liegt der Fokus auf qualitativer Entwicklung. Zuletzt wurde stark in einen neuen Wellnessbereich investiert. Für die kommenden Jahre ist zudem eine umfassende Neugestaltung der Gastronomie geplant. Die Größe des Resorts soll dagegen unverändert bleiben. Auch die fünfmonatige gästefreie Zeit wird bewusst genutzt, um die Anlage zu renovieren, zu sanieren und auf die kommende Saison vorzubereiten. Auch KI soll künftig stärker bei Organisation, Buchungen und Management unterstützen. Wo Gäste und Mitarbeitende unmittelbar aufeinandertreffen, bleibt für den Betreiber dagegen der Mensch entscheidend. Was ihn nach mehr als drei Jahrzehnten antreibt, ist entsprechend persönlich: „Meine Motivation ist letztendlich, die Gäste glücklich zu machen.“ Die Verantwortung dafür, Menschen Urlaub und schöne Erlebnisse zu ermöglichen, bezeichnet er als eine Lebensaufgabe, die ihn selbst erfüllt.








