„Wir sind ein eingespieltes Team.“

Interview mit Jérôme Boateng, Best Dressed Man 2015, Unternehmer und Brillendesigner, sowie mit Dennis Martens, Gründer und Geschäftsführer der Edeloptics GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Martens, Brillen sind immer eine Frage des Charakters und dem Bereich Fashion & Lifestyle nicht mehr wegzudenken. Zuletzt hat nun der weltbekannte deutsche Fußballstar Jérôme Boateng eine neue Brillenkollektion mit Ihnen präsentiert. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit einer solch starken Persönlichkeit? Prallt Unternehmertum da auf Leistungssport?

Dennis Martens: Im letzten Jahr präsentierten wir ja bereits die dritte Seh- und Sonnenbrillenkollektion in Kooperation mit Jérôme und sind somit ein eingespieltes Team. Wir geben ihm als Brillendesigner den Raum, seine Ideen und Vorstellungen zu entfalten – genau diese Freiheit lässt jede Kollektion noch ein wenig persönlicher werden. Beide Seiten wissen, was sie von dem anderen erwarten und dass man sich vertrauen kann. Wir sind sehr froh über unsere Zusammenarbeit, und Unternehmertum ist ja auch eine Art Leistungssport (lacht).

Wirtschaftsforum: Auch weitere Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Sylvie Meis, haben bereits mit Ihnen Brillenkollektionen umgesetzt. Bitte geben Sie uns doch einen Überblick über Ihre Produkte und Marken bei Edel-Optics.

Dennis Martens: Wir können mit Stolz von uns behaupten, dass wir mit über 40.000 Artikeln der Multichannel-Optiker mit dem größten Sortiment an Markenbrillen in Europa sind. Davon circa 20.000 auch direkt verfügbar – von dem klassischen und beliebtesten Brand im Bereich der Seh- und Sonnenbrillen, Ray Ban, über Hersteller wie Gucci, Dsquared oder auch extraordinäre Gestelle von Wood Fellas und Emilio Pucci. Neben den Designermodellen haben wir seit 2016 auch unsere Celebrity-Brands. JB by Jérôme Boateng, Sylvie Optics, Race of Champions – kurz ROC – und eine neue Kooperation mit einer Berühmtheit dürfen wir im Frühjahr präsentieren. Zudem sind wir auch mit weiteren etablierten Brillenherstellern im Gespräch und wollen in 2019 unser Sortiment durch exklusive Markenmodelle ergänzen.

Wirtschaftsforum: Was sind aktuell Ihre Flaggschiff-Projekte bei Edel-Optics? Bitte stellen Sie kurz die Besonderheiten dar.

Dennis Martens: Wir bei Edel-Optics haben gerade unser 10-jähriges Jubiläum gefeiert und haben in dem Zusammenhang für uns ein Resümee gezogen. Wir sind einer der drei größten Online-Retailer von Markenbrillen in Europa und die Nummer 2 in Deutschland. Und da ist auch noch ein wenig Luft nach oben (lacht). Wir planen unsere stationäre Expansion mit weiteren eigenen Stores und auch Joint Venture-Modellen, dabei werden wir Konzept und Technologie der ‘Virtuellen Warenauslage’ als nahtlosen Übergang zwischen On- und Offline weiter ausrollen. Wir möchten die Verglasung von Sehbrillen mithilfe von unserem ‘Digitalen Optikermeister’ auch international anbieten. Wir sind damit bislang der einzige Online-Retailer, der eine Glasberatung inklusive Randdickenberechnung anbieten kann. In unseren Fokusländern möchten wir unsere Marktposition weiter ausbauen. Die Grundlage bietet hierfür unsere gute Daten- und Erfahrungslage durch die frühe Internationalisierung der Plattform. Wenn wir dabei noch unseren Bekanntheitsgrad steigern und unser Profil als Retail Brand schärfen können, sind wir auf dem richtigen Weg.

Wirtschaftsforum: Herr Boateng, die Brillen Ihrer aktuellen Lifestyle-Kollektion ‘JB BY JÉRÔME BOATENG’ bei Edel-Optics tragen Namen wie ‘Prince’, ‘George’, ‘Boavista’, ‘Alex’ oder ‘Avelina’. Was steckt hinter den Bezeichnungen und wie unterscheiden sich die Modelle? Für welche Zielgruppe sind Ihre Brillen gedacht?

Jérôme Boateng: Die Brillen aus der aktuellen Kollektion sind den wichtigsten Personen aus meinem Leben gewidmet, deswegen sind sie benannt nach meinen Familienmitgliedern und meinem besten Freund Alex. Zum engsten Kreis gehören selbstverständlich auch meine Fans, deswegen durften die sich über den Instagram- und Facebook-Account einen Namen für das Fan-Modell aussuchen. Am Ende ist es ‘BOAVISTA’ geworden. Ein ziemlich cooler Name, muss ich zugeben. Ich war sehr gespannt, wie das Brillengestell heißen wird. Gerade weil dieses Modell für mich zu den Favoriten aus der #BOAconnection gehört. Die Kollektion ist ein guter Mix von unterschiedlichen Brillengestellen, aus Metall und Acetat – für jeden Geschmack ist etwas dabei. In den ersten zwei Kollektionen haben wir Unisex-und/oder Männermodelle präsentiert. Die dritte Kollektion umfasst nun auch eigens für Frauen designte Seh- und Sonnenbrillen. Die ‘Jermar’ und die ‘Solomon’ sind Sehbrillen mit einem Sonnenbrillen-Clip-On – das ist ebenfalls neu.

Wirtschaftsforum: Warum Brille und nicht Fußballschuh?

Jérôme Boateng: Die Brille gehört außerhalb des Spielfeldes zu meinem Outfit und ist nicht mehr wegzudenken. Ich trage sie nur nicht, wenn ich auf dem Platz bin. Dort wären selbstdesignte Fußballschuhe dann die passende Lösung (lacht). Ich stehe total auf Brillen und Schuhe, also finde ich beides gleichermaßen passend für mich. Und was nicht ist, kann ja noch werden.

Wirtschaftsforum: Wie fühlt es sich an, wenn Sie Menschen sehen, die von Ihnen designte Brillen tragen – ist das zu vergleichen mit dem Sieg eines Fußballspiels?

Jérôme Boateng: Ich freue mich sehr, wenn die Modelle gut ankommen und sie gerne getragen werden. Im Fußball und auch mit Edel-Optics ist der Erfolg immer nur im Team zu erreichen – klar sehe ich hier viele Parallelen. Für seine Arbeit und den Fleiß dahinter gewürdigt zu werden, auf oder abseits des Fußballfeldes, ist schon ein ganz besonderes Gefühl.

Wirtschaftsforum: Sie tragen bereits mehrere vielsagende Titel – vom Fußballweltmeister über Stilikone bis zu ‘Best Dressed Man 2015’ der Zeitschrift GQ. Auch unter die Brillendesigner sind Sie gegangen und haben jüngst sogar Ihr eigenes Lifestyle-Magazin ‘BOA’ veröffentlicht. Sind das Unternehmertum und der Lifestyle-Fokus etwas für die Zeit nach dem Profifußball für Sie?

Jérôme Boateng: So traurig es mich macht, es laut aussprechen zu müssen, aber ich kann leider nicht mein ganzes Leben lang Profifußball spielen. Es gab für mich mein ganzes Leben lang nichts anderes außer Fußball und keinen anderen Berufswunsch. Ich versuche, durch meine Brillenkollektion und mein Magazin meine Interessen außerhalb des Spielfeldes der Öffentlichkeit nahezubringen und somit ein wenig mehr Jérôme zu präsentieren als nur den Fußballer. Und klar versuche ich mich ein wenig zu finden und zu schauen, was mir Spaß macht.

Interview: Andreas Detert | Fotos: Edeloptics GmbH / JB

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