Architektur, die Vertrauen schafft

Interview mit Daniel Seppi, CEO der Dreika AG

Wirtschaftsforum: Herr Seppi, Dreika ist in einer klar definierten Marktnische tätig. Was zeichnet Ihr Geschäftsmodell aus?

Daniel Seppi: Wir planen und realisieren Bankobjekte, vor allem für Genossenschaftsbanken. Ursprünglich lag unser Schwerpunkt auf der Planung und Lieferung von Einrichtungen. Früh haben wir jedoch erkannt, dass unsere Kunden stärker von einem ganzheitlichen Ansatz profitieren. Heute übernehmen wir die Verantwortung für sämtliche Gewerke – vom ersten Funktions- und Raumkonzept über die Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Ob kleiner Umbau, Kernsanierung oder Neubau: Der Kunde erhält alle Leistungen aus einer Hand und damit ein hohes Maß an Sicherheit, Transparenz und Effizienz.

Wirtschaftsforum: Worin liegt dabei Ihr wichtigstes Alleinstellungsmerkmal?

Daniel Seppi: Wir verstehen uns in erster Linie als Konzeptplaner. Gute Architektur allein reicht für eine Bank nicht aus. Sie muss auch funktional sein und die tatsächlichen Abläufe im Institut unterstützen. In unserem Team arbeiten deshalb auch ehemalige Bankmitarbeitende, die die Prozesse und Anforderungen aus der Praxis kennen. Dieses Wissen verbinden wir mit Architektur, Technik und Projektmanagement. So entstehen Lösungen, die gestalterisch überzeugen und zugleich im Alltag funktionieren.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Bankfiliale noch in einer zunehmend digitalen Welt?

Daniel Seppi: Für alltägliche Transaktionen braucht es heute häufig keine Filiale mehr. Wenn es jedoch um einen Wohnungskredit, eine Finanzierung oder eine wichtige unternehmerische Entscheidung geht, wünschen sich viele Menschen weiterhin einen persönlichen Ansprechpartner. Deshalb verändert sich die Funktion der Filiale: weg vom reinen Transaktionsort, hin zu Beratung, Begegnung und Vertrauen. Auch Fusionen führen nicht zwangsläufig nur zu Schließungen. Häufig werden mehrere kleine Standorte zu einer größeren, leistungsfähigeren Filiale zusammengeführt. Wir begleiten diese Entwicklung mit Konzepten, die den veränderten Bedarf berücksichtigen.

Wirtschaftsforum: Wie sehen solche Konzepte konkret aus?

Daniel Seppi: Wir versuchen, zusätzliche Nutzungen und neue Synergien in Bankgebäude zu integrieren. In verschiedenen Projekten wurden beispielsweise Gastronomie, Arztpraxen, Wohnungen oder gemeinschaftlich genutzte Bereiche mit einer Bank verbunden. Bei einem aktuellen Neubauprojekt im Raum Mödling entsteht ein vielfältig genutztes Quartier mit Bank, Gewerbeflächen, Wohnungen und medizinischen Angeboten. Solche Lösungen stärken einen Standort und machen die Bank zu einem lebendigen Teil ihres regionalen Umfelds. Nachhaltige Energie- und Gebäudekonzepte, etwa Photovoltaik und energieeffiziente Technik, werden dabei von Beginn an mitgedacht.

Wirtschaftsforum: Wie organisiert Dreika die Umsetzung der Projekte?

Daniel Seppi: Wir beschäftigen mehr als 55 Mitarbeitende und verfügen unter anderem über eigene Teams für Planung, Technik, Genehmigungen, Kalkulation, Einkauf und Bauleitung. Unsere Projektverantwortlichen bilden die Schnittstelle zwischen Kunden und Unternehmen. Als Generalunternehmer geben wir einen verlässlichen Kosten- und Zeitrahmen vor. Gleichzeitig arbeiten wir bei der Ausführung konsequent mit regionalen Firmen, möglichst mit Kunden oder Mitgliedern der jeweiligen Bank. Damit bleibt ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung vor Ort. Das entspricht dem genossenschaftlichen Gedanken und schafft langfristige Partnerschaften.

Wirtschaftsforum: Welche Bedeutung haben Digitalisierung und künstliche Intelligenz für Ihr Unternehmen?

Daniel Seppi: Digitale Werkzeuge verändern insbesondere die Planungs- und Projektprozesse. Sie unterstützen uns beispielsweise bei Visualisierungen, bei der Datenverarbeitung und bei der Optimierung von Abläufen. Gleichzeitig benötigen diese Systeme hochwertige Daten und fundiertes Fachwissen. Künstliche Intelligenz kann Arbeit erleichtern und teilweise automatisieren. Sie ersetzt aber keine Kreativität, Erfahrung, emotionale Intelligenz oder persönliche Kommunikation. Gerade in komplexen Projekten bleibt der Mensch entscheidend

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?

Daniel Seppi: Wir wollen gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden wachsen. Damit meinen wir nicht nur Umsatz oder Unternehmensgröße, sondern vor allem die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen, unserer Qualität und unserer Kompetenzen. Unser Anspruch ist es, Dreika als verlässlichen Partner weiter zu stärken und unseren Kunden auch künftig bestmöglichen Service zu bieten. Die Grundlage dafür ist unser Team. Ein Satz von Phil Jackson beschreibt unsere Unternehmenskultur sehr treffend: „Die Stärke des Teams liegt in jedem einzelnen Mitglied. Die Stärke jedes Mitglieds liegt im Team.“ Genau dieses Verständnis von Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung prägt unsere tägliche Arbeit.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Tiernahrung mit Qualitätsanspruch

Interview mit Beate Rank, Geschäftsführerin der F&F Pet Food GmbH

Tiernahrung mit Qualitätsanspruch

Die Tiernahrungsbranche ist von starkem Wettbewerb und einem anspruchsvollen Markt­umfeld geprägt. Mit eigener Produktion, kompromisslosem Qualitätsanspruch und einer klaren Premiumstrategie hat sich die F&F Pet Food GmbH erfolgreich im Markt…

Investieren, wenn andere bremsen

Interview mit Markus Geller, COO der Amacuro GmbH

Investieren, wenn andere bremsen

Während sich große Player im Gesundheitsmarkt aus Kostengründen eher zurückziehen, investiert die Amacuro GmbH aus Hamburg gezielt in Infrastruktur, Digitalisierung und Mitarbeiter. COO Markus Geller bringt dafür seine langjährige Erfahrung…

Datteln direkt vom Ursprung

Interview mit Semi Ouanes, Geschäftsführer der Ouanes Früchte GmbH

Datteln direkt vom Ursprung

Vor fast 30 Jahren begann die Geschichte der Ouanes Früchte GmbH mit einem Kleintransporter und einer mutigen Idee. Heute importiert das Familienunternehmen jährlich rund 2.000 t Datteln aus Tunesien, Palästina,…

Spannendes aus der Region Bozen

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Interview mit Markus Profanter, CEO der engo GmbH

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Eisarenen sind längst hochkomplexe Infrastrukturen, in denen Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Nutzererlebnis eng zusammenhängen. Wer hier bestehen will, muss weit mehr liefern als robuste Maschinen. Die engo GmbH mit Sitz in…

„Ressourcen umweltschonend einsetzen“

Interview mit Florian Mader, Gesellschafter und Geschäftsführer Bau und Immobilien der Mader GmbH

„Ressourcen umweltschonend einsetzen“

Klein anfangen und ganz groß herauskommen, das könnte das Motto der Mader GmbH aus Sterzing in Südtirol sein. Der einstige Verkäufer von Sanitärprodukten hat sich zum Komplettanbieter entwickelt und ist…

Vom Abfüller zum Hersteller für mehr Qualität und Service

Interview mit Daniele Simoni, Geschäftsführer der Schenk Italia SpA

Vom Abfüller zum Hersteller für mehr Qualität und Service

Mehr als ein halbes Jahrhundert hat man sich auf das Abfüllen von Flaschen beschränkt. Vor zehn Jahren wurde der erste Produzent übernommen, um mehr Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette zu…

Das könnte Sie auch interessieren

Fest im Fundament, offen für Neues

Interview mit Kurt Mayer, Geschäftsführer der Goldbeck Rhomberg AG

Fest im Fundament, offen für Neues

Systembau klingt nach Norm und Nüchternheit. Goldbeck Rhomberg zeigt seit 25 Jahren, dass das ein Missverständnis ist. Das Joint Venture zwischen dem deutschen Systembauriesen Goldbeck und dem Vorarlberger Traditionsunternehmen Rhomberg…

Das Banking der Zukunft gestalten

Interview mit Almir Marghella, Geschäftsführer DIGITERRA, powered by Crealogix

Das Banking der Zukunft gestalten

Die Bankenwelt steht unter enormem Veränderungsdruck. Neue digitale Anbieter, steigende regulatorische Anforderungen und der rasante Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz verändern die Erwartungen der Kunden grundlegend. Die Schweizer CREALOGIX AG…

Architektur, Technik und Sonnenschutz im Einklang

Interview mit Kurt Faltenbacher, Geschäftsführer der Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG

Architektur, Technik und Sonnenschutz im Einklang

Steigende Temperaturen und hohe Anforderungen an die Energieeffizienz machen Sonnenschutz heute wichtiger denn je. Die Faltenbacher Jalousienbau GmbH & Co. KG steht für individuelle Sonnenschutzlösungen – von Raffstores und Markisen…

TOP