Erfolg hat hier System

Interview mit Nils Blome, Geschäftsführer der Blome GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Blome, Sie vertreten die 3. Generation eines Familienunternehmens, das in ganz Deutschland längst als Qualitätsmarke in der Wohnungswirtschaft wahrgenommen wird. Wie konnte sich das Unternehmen über viele Jahre so erfolgreich entwickeln? 

Nils Blome: Das Unternehmen wurde 1989 von Josef Blome gegründet und konzentrierte sich zunächst auf die Sanierung von Privatbädern. Einige Jahre später kam mit Ulrich Blome die nächste Generation hinzu – gemeinsam haben sie das Unternehmen stets mit neuen Impulsen und unterschiedlichen Perspektiven geprägt. Über die Jahre hinweg ist es gelungen, den Generationswechsel erfolgreich zu gestalten, die Werte des Unternehmens weiterzuführen sowie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Heute besteht die Geschäftsführung aus meinem Cousin Thomas Blome und mir. Es ist Teil unserer Geschichte, dass jeder zu seiner Zeit Impulse gesetzt und Spuren hinterlassen hat. Generationswechsel, die viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, haben wir immer hervorragend gemeistert. Heute verbinden wir langjährige Erfahrung mit modernen Lösungen und innovativen Ansätzen. Besonders wichtig in der Entwicklung war immer das Vertrauen unserer Kunden. Sie waren offen für neue Wege und bereit, sich von der konventionellen Sanierung zu lösen, um mit vorgefertigten Elementen zu arbeiten. Dieses Vertrauen hat es uns ermöglicht, uns stetig weiterzuentwickeln und neue Standards zu setzen.

Wirtschaftsforum: Was genau macht Blome anders als andere? 

Nils Blome: Wir modernisieren die Stränge und Bäder kompletter Immobilien. Normalerweise übernehmen diese Aufgaben verschiedene Gewerke – Maler, Elektriker, Fliesenleger, Heizungsbauer. Das heißt, für ein Bad sind sieben Gewerke verantwortlich. Sollen jedoch sämtliche Bäder eines Hauses saniert werden, die an einem Strang hängen, muss in allen Bädern parallel gearbeitet werden, was insgesamt ein komplexer, zeitintensiver Prozess ist. Mein Großonkel hatte deshalb die Idee, das Ganze zu vereinfachen. Damit ein Monteur vom Abriss bis zur Silikonnaht alles übernehmen kann, entwickelte er das Blome-System.

Wirtschaftsforum: Was kennzeichnet dieses System?

Nils Blome: Wir arbeiten mit seriell vorgefertigten Modulen wie der patentierten Blome-Badwand®, die bereits gefliest und mit Medienleitungen für Wasser, Heizung und Elektro ausgestattet sein kann. Dadurch entfallen viele Arbeitsschritte auf der Baustelle, da Leistungen von Installateuren, Elektrikern, Malern und Fliesenlegern bereits integriert sind. Ein weiteres Beispiel ist unsere EasyGo®: ein im Werk gefertigter, ebenerdiger Duschboden mit Gefälle, gefliest und mit Epoxidharz verfugt. Sie wird montagefertig geliefert und ermöglicht eine schnelle, qualitativ hochwertige Umsetzung. Auch bei Deckendurchbrüchen setzen wir auf intelligente Lösungen. Gerade im Geschosswohnungsbau spielt der Brandschutz in der Sanierung eine wichtige Rolle – deshalb fertigen wir die Deckendurchführungen als ‘Brandschutzstein’ im Werk vor und integrieren die entsprechenden Brandschutzelemente, sodass unser Monteur mit dem Stellen des Strangs gleichzeitig den Brandschutz normgerecht platziert hat. Durch die Vorfertigung im Werk und die damit wesentlich vereinfachte und standardisierte Arbeit auf der Baustelle kann die Montagezeit für die Mieter auf ein Minimum begrenzt und gezielt geplant werden. Außerdem sichern wir durch die serielle Fertigung eine konstant hohe Qualität. Dank garantierter Festpreise haben Kunden von Anfang an volle Kostentransparenz. Genau diese Idee verfolgte bereits mein Großonkel: Hohe Qualität bei kurzer Montagezeit zum Festpreis. 

Wirtschaftsforum: Sie sind seit fünf Jahren für Blome tätig. Was hat sich in dieser Zeit verändert? 

Nils Blome: Wir sanieren heute unterschiedlichste Immobilien, von dreigeschossigen Gebäuden über Einzelobjekte hin zu ganzen Straßenzügen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns vertrieblich und marketingtechnisch neu aufgestellt, viele Prozesse digitalisiert und viel Zeit investiert, um das Qualitätslevel auch bei steigender Komplexität hochzuhalten. Das ist eine der größten Herausforderungen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Mitarbeitenden auf dem Wachstumskurs mitzunehmen, sie dafür zu sensibilisieren, dass Veränderungen notwendig sind. Als Organisation wollen wir nicht von einzelnen Personen abhängig sein; das Wissen soll im Prozess stecken. 

Wirtschaftsforum: Blome hat heute rund 120 fest angestellte Mitarbeitende und setzt zwischen 30 und 40 Millionen EUR um. Stehen die Zeichen weiter auf Wachstum? 

Nils Blome: Der deutsche Markt bietet genug Potenzial, um weiter gesund zu wachsen; nur dann können wir unseren Qualitätsstandard halten. Momentan arbeiten wir daran, uns als Lieferant für Großhandwerksbetriebe im DACH-Raum zu etablieren und analysieren geeignete Marktzugänge. Mein persönlicher Traum wäre es, irgendwann in einem Jahr 3.700 Bäder zu bauen – so viele Einwohner hat unser Heimatort Wünnenberg. Zudem hoffe ich, dass sich in Zukunft wieder mehr junge Menschen für das Handwerk begeistern – es ist spannend und bietet viel Potenzial für die Zukunft. 

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