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Interview mit Dipl.-Ing. Melanie Hammer, Geschäftsführerin der BHB Bauträger GmbH Bayern

Wirtschaftsforum: Frau Hammer, Sie feiern mit BHB in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Ein Grund stolz zu sein, oder?

Melanie Hammer: Definitiv. Mein Vater hat das Unternehmen 1976 gegründet und klein angefangen. Durch seinen Einsatz und Fleiß ist BHB stetig gewachsen. Heute sind wir ein etablierter Anbieter im Raum München, der vor allem für seine Qualitätsleistung und Zuverlässigkeit geschätzt wird.

Wirtschaftsforum: Sie werden also das Unternehmen im Sinne Ihres Vaters weiterführen?

Melanie Hammer: Auf jeden Fall. Ich bin seit 2014 in der Geschäftsführung. Dieses Jahr ist auch mein Mann Dr. Nima Abedinpour mit eingestiegen, der uns bereits viele Jahre beraten hat. Natürlich werden wir nicht stehen bleiben, sondern uns und unser Angebot ständig an die aktuellen Entwicklungen anpassen, zum Beispiel die Digitalisierung vorantreiben. Aber wir werden den Grundsätzen meines Vaters treu bleiben. Sein Motto war immer: ‘Schuster bleib bei deinen Leisten’. Das heißt, wir werden uns auch in Zukunft auf unsere Kernkompetenz konzentrieren. Außerdem habe ich von meinem Vater gelernt, dass man nicht gleich aufgeben darf, wenn es einmal schwierig wird.

Wirtschaftsforum: Was sind denn die Kernkompetenzen der BHB?

Melanie Hammer: Wir sind Bauträger und Projektentwickler und haben unseren Schwerpunkt traditionell im Wohnungsbau, vor allem im Geschosswohnungsbau, für Eigennutzer, kleine Kapitalanleger und institutionelle Investoren. Wir sind auch im Bereich von Mischobjekten aktiv, wo Wohnen und Gewerbe kombiniert wird. In den letzten Jahren haben wir uns verstärkt auf die Projektentwicklung konzentriert.

Wirtschaftsforum: Was sind aktuelle Projekte, an denen Sie arbeiten?

Melanie Hammer: Eines unserer großen Projekte ist der Bau eines Quartierszentrums in Neuperlach. Neuperlach ist in den 1960er-Jahren als Entlastungsquartier errichtet worden, hatte aber nie ein richtiges Zentrum. Zusammen mit der Landeshauptstadt München gehört uns hier am Hanns-Seidel-Platz ein Areal von 85.000 m² Geschossfläche. Unser Areal umfasst dabei circa 300 Wohneinheiten und gewerbliche Flächen (Hotel, Einzelhandel, Studentenwohnen) von insgesamt 29.600 m² Geschossfläche. Das Projekt ist noch in der Entwicklung. Wir schaffen gerade Baurecht. Neuperlach wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen. Unser Plan ist es, 2017 die Umsetzung des Wohnbauteils zu beginnen, 2018 die Mischobjekte anzufangen. Ein besonderes Projekt, das wir vor kurzem abschließen konnten, war das SUNdecks-Projekt in München-Thalkirchen. Architektonisch ist dies eines meiner Lieblingsprojekte. Ein Großteil der Wohnungen verfügt über großzügige Dachterrassen, alle übrigen über Balkone oder Gartenterrassen. Das Projekt nimmt wunderbar die Besonderheiten des Ortes auf und verleiht dem Objekt ein wenig Urlaubsatmosphäre.

Wirtschaftsforum: Werden Sie sich auch in Zukunft hauptsächlich auf den Großraum München konzentrieren?

Melanie Hammer: Ich komme aus München und die Stadt liegt mir am Herzen. Alle Projekte, die wir machen, realisieren wir mit viel Herzblut. Im Bauträgerbereich bin ich eine der wenigen weiblichen Geschäftsführerinnen. Ich möchte, dass unsere Projekte für München eine Bereicherung sind. Wir werden uns zunächst weiterhin auf den süddeutschen Raum konzentrieren. Ich möchte zukünftig allerdings noch stärker in den Anfangsbereich der Projekte involviert sein, also in die frühe Entwicklungsphase.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie die Marktperspektiven für die kommenden Jahre?

Melanie Hammer: Der Markt in München hat in den letzten Jahren extrem stark angezogen. Bedingt durch die Niedrigzinsen sind die Verkäufe zuletzt einfacher geworden. In Zukunft wird der Zuzugsdruck hier in der Region nicht abnehmen. München war immer ein attraktiver Wirtschaftsstandort, hat sich in den vergangenen Jahren aber noch einmal besonders gut entwickelt. Trotz der positiven Ausgangslage muss man aber immer im Auge behalten, was sich die einzelne Familie leisten kann.

Wirtschaftsforum: Hat München eine Immobilienblase?

Melanie Hammer: Die Preise sind extrem angestiegen, aber von einer Blase kann keine Rede sein. Die ist erst vorhanden, wenn die Mieten sich von den Kaufpreisen vollständig abkoppeln.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für die nächsten Jahre?

Melanie Hammer: Wir werden uns konstant weiterentwickeln. Gerade in Zeiten, wo es gut läuft, hat man dazu gute Möglichkeiten. Zunächst steht natürlich Neuperlach auf unserer Agenda. Daneben sind wir noch in jeweils ein Projekt in München-Trudering und in Haar involviert. Hier geht es um circa 60 beziehungsweise 170 Einheiten. Natürlich ist auch der Grundstückskauf für unser Geschäft wichtig. Wir sind ständig auf der Suche nach weiteren Grundstücken, die wir entwickeln können.

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