Sparen ohne Qualitätsverlust

Interview

"Wir decken heute das gesamte Spektrum des Krankenhauses bis zu den Investitionsgütern ab", beschreibt Ulrich Schiedek, Geschäftsführer der AGKAMED GmbH, die Leistungsfähigkeit des Einkaufsverbundes. Deshalb bestehen Verträge und Rahmenvereinbarungen mit zahlreichen Herstellern und Lieferfirmen für die folgenden Fachgebiete: Kardiologie, Gefäßmedizin, Chirurgie/Orthopädie, Gynäkologie/Urologie, Anästhesie/Intensivme dizin, Endoskopie, Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohren, Desinfektion und Pharmazie.

Neben medizinischen Fachgebieten ist die AGKAMED GmbH auch in den Sparten medizinischer Sachbedarf, Bürobedarf, EDV-Zubehör, Investitionen und Logistik/Management aktiv.

„Wir decken heute das gesamte Spektrum des Krankenhauses bis zu den Investitionsgütern ab.“ Ulrich Schiedek

Bewiesene Spareffekte

"Unser Ziel sind Synergien zwischen Anwendern und Ärzten auf der einen Seite und den Einkaufskomponenten auf der anderen Seite, um möglichst viele Reibungsverluste beim Einkauf der Krankenhäuser zu vermeiden", erläutert Geschäftsführer Ulrich Schiedek.

Dass dieses Ziel erreicht wird, belegt das Beispiel einer Krankenhausgruppe, deren Aufwendungen für den Einkauf eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft analysiert hat. Der Vergleich des Geschäftsjahres vor dem Eintritt zur AGKAMED und des folgenden Geschäftsjahres als Mitglied der AGKAMED zeigt eine Gesamtersparnis in Höhe einer mittleren sechsstelligen Eurosumme. Eins zu eins verglichen wurde dabei das von der Klinikgruppe eingesetzte Produktspektrum mit dem Sortiment von AGKAMED.

Größtmögliche Transparenz

Die AGKAMED GmbH bietet ihren Mitgliedern und Kunden ein immer breiteres Produktspektrum und somit potenzielle Einsparmöglichkeiten. So sind seit diesem Jahr auch Dialysegeräte im Sortiment, ebenso wie Bettwäsche, Personalwäsche, pharmazeutische Produkte sowie komplette EDV-Systeme.

"80 Prozent ihres Bedarfs müssen die Krankenhäuser über die Rahmenverträge der AGKAMED einkaufen", erklärt Geschäftsführer Ulrich Schiedek das Verfahren. "Darüber hinaus hat jedes Krankenhaus via Intranet jederzeit Zugriff auf Informationen über Preise, Rückvergütungen und Vertragskomponenten, einschließlich sogenannter ATC-Codes für Pharmaprodukte und Bestellstrukturen."

„In allen wichtigen Gremien des Unternehmens sind Ärzte im Entscheidungsfokus.“ Ulrich Schiedek

Zentrale Regelung des Vergaberechts

Seit November 2007 werden die vergaberechtlichen Vorgaben gesetzeskonform von der Zentrale der AGKAMED umgesetzt. Für die Bereiche Kardiologie, Osteosynthese, Ophthalmologie, moderne Wundversorgung, Lebensmittel (inklusive Kaffee), Anästhesie und Intensivmedizin sind bereits europaweite Ausschreibungen erfolgt und zum Teil auch abgeschlossen.

Mithilfe des neuen, zentral geregelten Verfahrens kann AGKAMED seinen Mitgliedern die Einhaltung des Vergaberechts und die kaufmännische Abwicklung garantieren. Auf diese Weise entfällt für die angeschlossenen Krankenhäuser der Mehraufwand und die zeitliche Verzögerung der Abläufe bei der Umsetzung des öffentlichen Ausschreibungsrechts.

Begehrte Mitgliedschaft

Wie attraktiv die Zugehörigkeit zur AGKAMED ist, zeigt auch die Zahl neuer Mitglieder. So wurden allein 2007 25 neue Krankenhäuser als Mitglieder aufgenommen. 2008 traten dem Verbund bereits fünf neue Mitglieder bei. Heute gehören der AGKAMED 75 Gesellschafter an, die 128 Krankenhäuser aus ganz Deutschland vertreten.

Dabei handelt es sich um kommunale, gemeinnützige und konfessionelle Krankenhäuser. Hinzu kommen rund 66 Altenheime sowie 29 karitative Einrichtungen als Kunden.

Sparpotenzial erkannt

Unter Federführung des damaligen Einkaufsleiters des Neusser Lukaskrankenhauses wurde in den Jahren 1993 und 1994 die Arbeitsgemeinschaft Kardiologie und medizinischer Sachbedarf (AGKAMED) ins Leben gerufen. Die Idee dazu hatten vier Kardiologen, die beim Einkauf kardiologischer Medizinprodukte Einsparpotenzial erkannten.

1994/1995 kooperierten bereits die ersten vier Krankenhäuser miteinander, bis 1997 war ihre Zahl auf 19 Häuser gestiegen. Mit dem Eintritt des heutigen Geschäftsführers Ulrich Schiedek, damals Leiter des Zentraleinkaufs der Stiftung der Elisabeth-Schwestern zu Essen, wechselte die organisatorische Leitung zum Essener Elisabeth-Krankenhaus.

Der neue Geschäftsführer ließ eine Satzung erstellen und begann mit dem Aufbau neuer Organisationsstrukturen. So kamen Gefäßchirurgie, medizinische Verbrauchsgüter, Infusionen und Kontrastmittel als neue Geschäftsfelder hinzu. Eine straffere Organisation und bessere Bündelungseffekte brachten zudem beeindruckende Einsparungen für die Kardiologie. In den folgenden Jahren wurde das Spektrum kontinuierlich erweitert.

Für die Aufnahme neuer Artikel sind Fachgruppen verantwortlich, die mit Ärzten, Pharmazeuten und Einkäufern besetzt sind. "In allen wichtigen Gremien des Unternehmens sind Ärzte im Entscheidungsfokus", versichert Geschäftsführer Ulrich Schiedek.

800.000 Artikel im Sortiment

Neben Ulrich Schiedek, der für Akquisition und Kundenkontakte verantwortlich ist, leitet der für die Finanzwirtschaft zuständige Anästhesist Dr. Oliver Gründel das Unternehmen. Dritter Geschäftsführer ist Rechtsanwalt Dieter Quack.

Das Unternehmen mit 15 Beschäftigten finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen, die pro Krankenhaus bei rund 6.000 Euro liegen. Hinzu kommt ein Bonussatz im Promillebereich, der sich nach der Umsatzhöhe richtet. AGKAMED erzielt einen Umsatz von 500 Millionen Euro, davon entfallen 120 Millionen Euro allein auf pharmazeutische Produkte. Das aktuelle Sortiment umfasst zurzeit rund 800.000 Artikel, wobei die pharmazeutischen Produkte nicht mitgerechnet sind.

Win-win-Situation

"Wir wollen uns als Prozessmanager für Einkaufskonzepte deutlich fokussieren, da die Krankenhäuser immer größerem Kostendruck ausgesetzt sind", beschreibt Geschäftsführer Ulrich Schiedek den Anspruch von AGKAMED. Dieses Konzept beinhaltet die enge Zusammenarbeit mit den Herstellerfirmen.

Bevor jedoch Verträge unterzeichnet werden, prüfen die Verantwortlichen von AGKAMED sämtliche Konditionen eingehend nach allen Kriterien wirtschaftlicher Effizienz. "Dabei wollen wir für beide Seiten natürlich eine Win-win-Situation erreichen", so Ulrich Schiedek.

Eigenes Magazin

Um die Akquise neuer Mitglieder kümmert sich der Geschäftsführer persönlich. Dabei stehen für Ulrich Schiedek neben den Einkaufsvorteilen für die Krankenhäuser der faire Umgang miteinander und die Verlässlichkeit an erster Stelle. Um die Verbundenheit von Mitgliedern, Kunden und Lieferanten zu stärken erscheint regelmäßig der AGKAMED Kurier.

In seinen bislang 18 Ausgaben wurden Neuigkeiten vorgestellt, Mitglieder porträtiert und politische Entscheidungen dokumentiert. Das neueste Exemplar meldet unter der Überschrift '15 + 10 + 60' gleich drei Gründe zum Feiern: Das 15-jährige Bestehen der AGKAMED, zehn Jahre Tätigkeit als Geschäftsführer von Ulrich Schiedek sowie dessen 60. Geburtstag.

Klare Ziele

Auch mit 60 Jahren ist der Elan von Ulrich Schiedek ungebrochen. Deshalb hat der Geschäftsführer klare Vorstellungen über die Zukunft der AGKAMED: "Meine Vision ist es, dass wir uns noch stärker am Markt etablieren und parallel dazu den Krankenhäusern noch mehr Service und Dienstleistungen anbieten können. Außerdem wollen wir weiter wachsen, mit den gleichen hohen Qualitätsansprüchen wie in der Vergangenheit."

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