Technik bewegt die Pharmazie

Interview mit Mirko Ebeling, Vertriebsverantwortlicher der Steriline S.r.l.

„Die Kombination von Robotertechnik und Isolator haben andere noch nicht so weit vorangetrieben wie wir“, sagt Mirko Ebeling. Zu den Erfolgsprodukten des Unternehmens gehört unter anderem eine Füllmaschine, die unter aseptischen Bedingungen bis zu 6.000 Flaschen pro Stunde befüllt.

Isolator und Robotik

Aktuell liegen dem Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum Aufträge für vier weitere Roboterlinien mit Isolator für toxische Produkte vor. „Das ist gerade generell ein Trend in der Pharmaindustrie“, so der Vertriebsverantwortliche. Dabei ist die Branche traditionell zurückhaltend, wenn es um die Veränderung bestehender Prozesse geht.

„Unser Ziel ist es ganz klar, die Robotertechnik weiter voranzutreiben. Dabei sind wir in unserem Bereich so etwas wie Pioniere“, beschreibt Mirko Ebeling die Situation. Die Wurzeln des Familienunternehmens reichen bis ins Jahr 1989. Damals legte die Familie Fumagalli den Grundstein für den Anlagenbauer.

„Anfangs konzentrierte sich das Unternehmen auf die Herstellung von Sterilisiertunneln für kleine Glasflaschen. Später kamen der Isolatorbau und der Füllmaschinenbau hinzu“, blickt der Vertriebschef zurück.

Seit rund sechs Jahren konzentriert sich das Unternehmen voll auf die Robotertechnik. Gut 90% der Produkte, die ausschließlich in Como gefertigt werden, sind für den Export bestimmt. Neben Kunden aus Europa vertrauen auch solche aus Indien und Russland auf die Kompetenz der Italiener. „Aktuell wollen wir die Region Mittlerer Osten stark ausbauen. Außerdem ist die Türkei ein Markt, der kommen wird“, ist Mirko Ebeling überzeugt.

In Asien hat das Unternehmen die Märkte Vietnam, Malaysia und Indonesien im Blick. Auch die USA sind ein wichtiger Partner für den Anlagenbauer. Entsprechend international ist die Ausrichtung der Messen, auf denen Steriline seine Produkte präsentiert. Dazu gehören die Interpack in Düsseldorf, die Interphex in New York sowie Fachmessen in Madrid, Mumbai und natürlich auch in China.

Der Jahresumsatz des Unternehmens lag zuletzt bei rund 50 Millionen EUR. Seit acht Jahren verantwortet Mirko Ebeling den Vertrieb von Steriline. Welche Impulse er setzt? „An vorherigen beruflichen Stationen haben wir viel Entwicklung betrieben. Das machen wir auch bei Steriline so. Die Entwicklung der Produktionslinien erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kunden – nicht am Kunden vorbei“, betont Mirko Ebeling.

In der Praxis begleitet Steriline seine Kunden von der ersten Idee bis zur Umsetzung. „Kunden können mit ihren Konzepten zu uns kommen und wir entwickeln die Anlagen dann für sie.“ Automatisiert wie die Produkte des Hauses sind auch die Prozesse bei Steriline. „Unsere internen Abläufe wie Bestellvorgänge und vieles Weitere ist natürlich digitalisiert“, sagt Mirko Ebeling.

Angesichts der anspruchsvollen Technik legt Steriline großen Wert auf die Qualität seiner Mitarbeiter. Rund 200 Frauen und Männer sind am Hauptsitz in Como beschäftigt. Um Mitarbeiter zu finden, arbeitet das Unternehmen unter anderem mit dem Polytechnikum in Mailand zusammen.

„Wir bieten den Studenten Praktika an und übernehmen sie später. Mit diesem Verfahren haben wir gute Erfahrungen gemacht. Dementsprechend haben wir eine sehr junge Mannschaft.“

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