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Der richtige Dreh mit Stühlen

Portrait

Seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte Jürgen Huber im elterlichen Betrieb. „Meine Eltern hatten zwei Heimtextilien-Fachmärkte, in denen ich im Alter von 18 bis 30 Jahren tätig war“, erinnert er sich.

Vermutlich legte er schon damals den Grundstein für sein unternehmerisches Gespür und den daraus resultieren den Erfolg. Nach einer weiteren Zwischenstation als Vertriebsleiter bei einem Teppichbodenhersteller fand Jürgen Huber 2001, dass es an der Zeit war, unternehmerisch auf eigenen Beinen zu stehen.

„Ich habe damals von meiner Garage aus über Ebay verschiedene Artikel verkauft, darunter zum Beispiel Golfschläger“, blickt er zurück. „Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch alles selbst gemacht – vom Lager bis zur Logistik.“

Fokus auf Bürostühlen

2004 beschloss er schließlich, sich ab sofort ganz auf den Vertrieb von Bürostühlen zu konzentrieren. „Die Golfschläger waren stark saisonabhängig. Ich wollte ein Produkt anbieten, das sich das ganze Jahr über verkaufen lässt“, erklärt er.

Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich schon bald herausstellen sollte. „Zu Beginn habe ich probehalber nur zwei Paletten Bürostühle eingekauft. Umso mehr hat es mich überrascht, wie schnell ich sie über Ebay weiterverkaufen konnte.“

Auch größere Stückzahlen liefen wie das sprichwörtliche ‘geschnitten Brot’, so dass Jürgen Huber noch im selben Jahr die ersten Mitarbeiter einstellen konnte. Schon bald wurde die heimische Garage zu klein. Entsprechend übertrug der Gründer die Logistik einer Spedition.

„Mit unserem umfangreichen Sortiment sind wir mittlerweile auf unserem Gebiet der größte Spezialist in Europa. Es gibt momentan niemanden außer uns mit einem derart breiten Spektrum.“ Jürgen HuberGeschäftsführender Gesellschafter

Heute besteht der Lagerbestand aus rund 12.000 Paletten, das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiter. Das Sortiment reicht von Bürostühlen über Chefsessel und Kinderstühlen bis hin zu Loungemöbeln und Spezialstühlen etwa für Labore und Arztpraxen.

Es umfasst allein 450 Produkte der Eigenmarke HJH, die allesamt in dem Unternehmen entwickelt wurden. „Damit sind wir einer die größten Spezialisten in Europa. Es gibt niemanden außer uns mit einem so breiten Spektrum. 70.000 bis 75.000 Stühle sind immer am Lager und damit sofort lieferbar“, erzählt Jürgen Huber, der es manchmal selbst nicht fassen kann, wie rasant sich sein Unternehmen seit seiner Gründung entwickelt.

„Anfangs ist der Umsatz jährlich um bis zu 100% gewachsen. Auch als die Zahlen bereits im zweistelligen Millionenbereich lagen, hatten wir noch Wachstumsraten von 30 bis 40%. Ich denke, 2004 war einfach genau der richtige Zeitpunkt. Ebay gab es bereits, Amazon zumindest in Deutschland noch nicht.“

Seinen vertrieblichen Wurzeln hat HJH mittlerweile den Rücken gekehrt. „Wir konzentrieren uns heute auf zwei Zielgruppen: Im B2B-Bereich verkaufen wir unsere Produkte als Großhändler an den Facheinzelhandel und statten Objekte wie etwa Hotels aus. Das B2C-Geschäft läuft über unseren Onlineshop Bürostuhl24“, erklärt der Geschäftsführer.

Das absolute Highlight im Sortiment sei der ERGOHUMAN, ein High-Tech-Bürostuhl mit Vollausstattung. „Für einen solchen Stuhl hat man früher anderswo über 1.500 EUR bezahlt. Selbst können wir so ein Produkt für unter 1.000 EUR anbieten.“

Auch für die Zukunft stehen die Weichen bei HJH auf Wachstum. „Mittelfristig wollen wir europaweit agieren. Schon heute haben wir in sechs europäischen Ländern einen eigenen Onlineshop“, verrät Jürgen Huber.

35% des Umsatzes werden durch den Export, vor allem in die Niederlande sowie nach England und Frankreich, generiert. „Aktuell arbeiten wir an einem neuen Shopsystem, das im März live gehen wird. Damit haben wir dann ein multilinguales System, das in der Lage ist, über Sprachbausteine verschiedenste Dienste abzubilden. Wir wollen in den nächsten zwölf Monaten in allen westeuropäischen Ländern präsent sein, um Bürostuhl24 und HJH-Office in Europa zu etablieren. “

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