Von Mensch zu Mensch

Interview

"Wir setzen vor allem auf Professionalität und Qualität sowie auf Umweltfreundlichkeit", erklärt Senator h.c. Zeki Kursun, geschäftsführender Gesellschafter und Unternehmensgründer. "Bei uns werden die gesammelten Textilien nicht geschreddert, wie es allgemein vom Volksmund angenommen wird. Wir sortieren alle Textilien sehr sorgfältig in unterschiedliche Kategorien."

Investitionen in den Standort Deutschland

Erst jüngst hat das Unternehmen rund 1,5 Millionen EUR in eine neue Sortieranlage investiert. Die Anlage soll allerdings nicht Arbeitsplätze ersetzen, sondern den Mitarbeitern die Sortierung erleichtern. East-West Textilrecycling Kursun deckt die gesamte Prozesskette ab, von der Erfassung und Sammlung über die Selektion und Verwertung bis hin zur Organisation und Vermarktung.

Deutschlandweit hat das Unternehmen inzwischen rund 3.000 eigene Sammelcontainer. Die unverwechselbaren grünen Boxen mit dem Smiley entsprechen neuesten Standards und sind sehr witterungsbeständig.

Internationales Vorbild

Die Qualität von East-West Textilrecycling Kursun macht Schule. Nach dem Vorbild wurden bereits europaweit ähnliche Sammelsysteme aufgebaut. "Wir investieren bewusst in den Standort Deutschland", so Umut Kursun, Prokurist und Sohn des Unternehmensgründers Zeki Kursun. "Vor diesem Hintergrund haben wir auch die neue Sortiermaschine angeschafft. Viele unserer Mitarbeiter sind schon lange Jahre bei uns."

Hauptsächlich vertreibt East-West Textilrecycling Kursun seine Textilien an Importeure in Afrika und Osteuropa. Aber auch Südamerika entwickelt sich zu einem festen Markt des Unternehmens. "Heute macht unser Exportgeschäft rund 90 Prozent unseres Gesamtgeschäftes aus", bestätigt Umut Kursun. "In Deutschland besteht für derartige Produkte kaum Bedarf, in den ärmeren Regionen der Welt aber sehr wohl."

„Unsere Textilverwertung ist sozial und ökologisch sinnvoll.“ Senator h.c. Zeki Kursun geschäftsführender Gesellschafter und Gründer

Der Unternehmensgründer fügt hinzu: "Die Kleidung wird von Menschen genutzt, bis sie ihren Weg in unsere Container findet. Hier wird sie wiederum durch Menschenhand treuhändig weitergegeben, wodurch andere Menschen, die Endverbraucher, profitieren und den Kleidungsstücken ein zweites Leben schenken – das ist unsere Philosophie."

Sozial, ökologisch, ökonomisch

Neben Zeki Kursun besteht die Geschäftsleitung der Textilrecycler auch aus seinem Sohn Umut Kursun. Inzwischen beschäftigt man über 170 Mitarbeiter und stellt damit am Standort eine echte wirtschaftliche Größe dar.

"Unsere Verwertung ist sozial und ökologisch sinnvoll – die Textilien würden sonst ganz einfach verbrannt", so Umut Kursun. "Unser schnelles Wachstum beweist täglich, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Der Wow-Effekt unter dem Helm

Interview mit Dirk Rosenbauer, Business Development ­Manager DACH, KASK Safety

Der Wow-Effekt unter dem Helm

Wenn es um Arbeitsschutz geht, entscheidet heute nicht mehr allein die Erfüllung von Normen über den Erfolg eines Produkts. In vielen Branchen zählt vor allem, ob Schutzausrüstung im Alltag akzeptiert…

Resortkonzept mit System

Interview mit Susanne Adrian, General Manager der Marissa GmbH

Resortkonzept mit System

Urlaub im eigenen Land ist gefragter denn je – mit der steigenden Nachfrage wachsen auch die Erwartungen. Gäste wünschen sich mehr als nur eine Ferienunterkunft: Qualität, Flexibilität und ein echtes…

„Es muss nicht immer gleich ein Roboter sein“

Interview mit Jörg Herre, Leiter Vertrieb und Marketing der Friedemann Wagner GmbH

„Es muss nicht immer gleich ein Roboter sein“

Die deutsche Industrie steht unter Druck. Investitionen werden verschoben, Projekte gestoppt. Und doch gibt es Unternehmen, die Kurs halten – mit Bodenhaftung, technischer Klarheit und einem langen Atem. Jörg Herre…

Spannendes aus der Region Landkreis Cuxhaven

Farmer First – mit über 50.000 Produkten

Interview mit Thomas Schlieben, Geschäftsführer der Sparex Handels- und Vertriebs GmbH

Farmer First – mit über 50.000 Produkten

Als drittgrößter Markt nimmt Deutschland für Sparex, einen britischen Hersteller und Großhändler von Ersatzteilen und Zubehör für landwirtschaftliche Anwendungsfelder, eine zentrale Rolle ein. Mit welchen Innovationen das Unternehmen seinen Einzelhandelskunden…

Lentz & Müller: Digital und persönlich

Interview mit Moritz Thole und Thomas Lentz, Geschäftsführer der Lentz & Müller Dentaltechnik

Lentz & Müller: Digital und persönlich

Von der kleinen Zahnschmiede zum digitalisierten Vor­zeigelabor – Lentz & Müller hat seit der Gründung im Jahr 1984 eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern setzte früh…

Elektrotechnik in guten Händen

Interview mit Willy Hentschel, Niederlassungsleiter Cloppenburg, Abteilungsleiter Engineering der Dipl.-Ing. H. Sitte GmbH & Co. KG

Elektrotechnik in guten Händen

Rund 1.000 Mitarbeiter und 30 Standorte im Norden Deutschlands – die Dipl.-Ing. H. Sitte GmbH & Co. KG ist ein Elektrofachunternehmen, das Präsenz zeigt und sich längst als Marke etablieren…

Das könnte Sie auch interessieren

Mit dem besonderen Gespür für unverwechselbare Mode

Interview mit Michele Ventrella, Geschäftsführer der Agentur Ventrella GmbH

Mit dem besonderen Gespür für unverwechselbare Mode

Für Michele Ventrella ist Mode weniger Beruf als Berufung: In der Branche ist er für seine ausgeprägte Affinität zu Mode und besonders für seinen hochentwickelten Sinn für nicht alltägliche Designs…

Italienisches Flair aus Deutschland

Interview mit Tristan Bolwin, Brand Manager für BENVENUTO der Kaiser Bekleidungs GmbH

Italienisches Flair aus Deutschland

Die Männermodemarke BENVENUTO steht für eine gelungene Kombination aus italienischem Flair und deutscher Handwerkskunst. Hinter der Marke steht das Familienunternehmen Kaiser Bekleidungs GmbH, ein weltweit operierender Hersteller für Herren-Großkonfektion (Hosen,…

Wenn der Schuh passt: Erfolg im Lizenzgeschäft

Interview mit David Friedrich, CSO und Moritz Hamm, CEO der Hamm Footwear GmbH

Wenn der Schuh passt: Erfolg im Lizenzgeschäft

Die Lizenzierung einer Modemarke im Bereich Accessoires kann das Markenimage erheblich stärken und die Marktpräsenz erweitern. Im Interview mit Wirtschaftsforum erläutern Moritz Hamm, CEO, und David Friedrich, CSO der Hamm…

TOP