Von der Nische zum Mainstream? - Wie ETPs die Anlagestrategien revolutionieren

Finanzexperte Jan Thöndl klärt auf

Was sind ETPs?

Exchange Traded Products (ETPs) sind börsengehandelte Finanzinstrumente, die es Anlegern ermöglichen, in unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe zu investieren. „Der Handel dieser Produkte findet an den Börsen statt und bietet dadurch Liquidität, Transparenz und einfache Handelbarkeit“, erklärt Finanzexperte Jan Thöndl, Geschäftsführer von Thoendl Investments. Im Gegensatz zu traditionellen Investmentfonds haben ETPs keine Laufzeitbegrenzung und ermöglichen so auch ein langfristiges Engagement.

Arten der ETPs einfach vom Experten Jan Thöndl erklärt

Jan Thöndl startet mit seinem eigenen Exchange Traded Instrument an der Stuttgarter Börse und weiß daher genau, welche Optionen sich aktuell am Markt bieten.

“Zu den bekanntesten Produkten zählen die ETFs. Sie ermöglichen Anlegern, die Wertentwicklung eines Index kostengünstig und passiv nachzubilden, ohne die einzelnen Bestandteile des Index direkt erwerben zu müssen“, so der Experte. „Praktisch ein in einer Anlageform gebündeltes, gutes Portfolio.“

Exchange Traded Commodities (ETCs) sind hingegen börsengehandelte Fonds, die in Rohstoffe oder Rohstoffindizes investieren. Sie ermöglichen Anlegern, an der Wertentwicklung von beispielsweise Gold, Silber oder Öl zu partizipieren, ohne die physischen Rohstoffe selbst kaufen zu müssen.

Der Experte sieht in den Exchange Traded Notes (ETNs) das größte Potenzial, aber auch gleichzeitig das höchste Anlagerisiko. „Unbesicherte Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung einer bestimmten Anlageklasse oder eines bestimmten Index nachbilden, tragen immer das Kreditrisiko des Emittenten.“ Bei den anderen beiden Produktarten ist dies nicht der Fall.

Direkter Zugang mit Renditechancen

Anleger können ETPs über ihre Bank oder ihren Online-Broker erwerben. Sie werden wie Aktien an der Börse gehandelt, sodass Investoren während der Handelszeiten kaufen und verkaufen können.

Jan Thöndl merkt an, dass die Wahl des passenden Produkts von den individuellen Anlagezielen, der Risikobereitschaft und der Anlagestrategie des Investierenden abhängig ist. Grundsätzlich sind ETFs für Anleger geeignet, die eine kostengünstige und passive Anlagestrategie verfolgen möchten. „Sie eignen sich insbesondere für langfristige Anlagen, da sie breit diversifiziert sind und so das Risiko minimieren.“ ETFs gibt es für verschiedene Anlageklassen und Regionen, sodass Investoren ihren Anlagemix je nach persönlichen Präferenzen zusammenstellen können.

ETCs hingegen dienen laut dem Experten vornehmlich als Diversifikationsinstrument, da Rohstoffe oft eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen aufweisen. „Dennoch steht nicht nur eine höhere Schwankungsbreite im Raum, sondern auch die Unterhaltung der ETCs fällt meist preisintensiver aus als bei ETFs“, gibt Jan Thöndl zu bedenken.

ETNs bieten die Möglichkeit, in speziellere Marktsegmente oder Anlagestrategien zu investieren, die mit herkömmlichen ETFs oder ETCs nicht abgedeckt werden. “Dazu zählt auch unser neuestes Produkt, mit dem wir die Chance auf alternative Anlagen mit guten Renditeaussichten für den Privatsektor bieten." Allerdings gebe ich zu bedenken, dass das Bewusstsein für die deutlichen Risiken vorhanden sein muss. Das Emittentenrisiko ist bei unserem Produkt zudem abgesichert”

Mit Finanzexperten wie Jan Thöndl flexibel in der Anlage bleiben

ETPs haben die Anlagewelt revolutioniert, indem sie Investoren eine kostengünstige, transparente und flexible Form der Anlage offerieren. Mit einer breiten Palette von ETPs können Anleger in verschiedene Anlageklassen und Regionen investieren und so ihr individuelles Portfolio erweitern.

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