Stopp der Solarkürzungen im Bundesrat

Geteiltes Echo der Bundestagsfraktionen

 

Einhellige Zustimmung findet das Votum der Länderkammer seitens der Opposition, die dies als Zeichen gegen industriefeindliche Politik wertet. Aus Sicht der Regierungsfraktion FDP wird dagegen der Vorwurf laut, die Landesregierungen, welche den Vermittlungsausschuss angerufen haben, würden offenbar mehr an die Interessen einzelner Unternehmen als an die Bürgerinnen und Bürger denken, die bei der Solarförderung die Rechnung zahlten.

Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch, geht davon aus, dass der Beschluss, eine umfassende Überarbeitung zu fordern, die Umlagekosten im Vergleich zum Bundestagsbeschluss weiter erhöhen werde. Kauch weiter: „Die Strategie von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, schon vor der Befassung im Bundesrat umfassende Kompromisse mit den CDU-regierten Bundesländern zu machen, ist nicht aufgegangen. Das Ergebnis: die Stromrechnung für die Bürger wird steigen und die Branche wird über Monate durch eine Hängepartie verunsichert.“

Schwarz-Gelb muss nachbessern

„Der Bundesrat straft die Bundesregierung für ihre industriefeindliche Energiepolitik ab“, betonte dagegen Dirk Becker, stellvertretender energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Spätestens jetzt müsse die schwarz-gelbe Bundesregierung erkennen, dass sie mit ihren Kürzungsplänen eine ganze Zukunftsindustrie „auf's Spiel“ setzt. Schwarz-Gelb müsse sich endlich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stark machen und im Vermittlungsausschuss deutlich nachbessern, forderte Becker. Im Vermittlungsausschuss werden Mitglieder aus Bundestag und Bundesrat über einen Konsens zum Gesetz beraten.

Länder wollen Industrie im Gegensatz zu Röttgen und Rösler nicht im Stich lassen

Mit der Anrufung des Vermittlungsausschusses hätten die Bundesländer demonstriert, dass sie nicht bereit sind „wie Röttgen und Rösler die Solarindustrie im Stich zu lassen“, kommentierte Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, das Ergebnis. Weiterhin hätte die Länderkammer - mehrere rot-grün regierten Länder, aber auch mehrere CDU-geführte Länder stimmten für eine Anrufung des Vermittlungsausschusses - damit unterstrichen, dass die derzeitige Insolvenzwelle in der Branche auf die verfehlte schwarz-gelbe Solarpolitik zurückzuführen ist und an der EEG-Novelle Korrekturen dringend notwendig seien.

Vorläufiges Ende der energie- und industriepolitischen Geisterfahrt

Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, zeigte sich erleichtert, dass „die Länder Röttgens und Röslers energie- und industriepolitische Geisterfahrt nicht mitmachen wollen“. In den Verhandlungen zwischen Ländern und Bundestag komme es jetzt darauf an, den Gesetzentwurf neu und vor allem sinnvoll zu stricken. Die Bundesregierung müsse die völlig überhöhte Vergütungsabsenkung zurücknehmen. Außerdem muss sie endlich ein industriepolitisches Programm zur Stärkung der heimischen Solarindustrie erarbeiten.

Wege aus der Krise der Solarbranche - Konzepte und Einschätzungen

Für seine Leserinnen und Leser hat Wirtschaftsforum alle Fraktionen im Bundestag zu Wegen, Konzepten und Einschätzungen befragt, die zur Überwindung der Krise der Solarbranche in Deutschland beitragen können.

Die Statements der einzelnen Bundestagsfraktionen...

 

 

Aktuellste news

Weltspartag: Warum Sparen allein noch kein Vermögen schafft

Weltspartag: Warum Sparen allein noch kein Vermögen schafft

Der Weltspartag soll seit mehr als 100 Jahren zum Sparen ermutigen. Dabei zeigt gerade die deutsche Geldgeschichte, dass Sparsamkeit allein nicht vor Vermögensverlusten schützt. Entscheidend ist nicht nur, wie viel…

Anlegerschutz in der EU: Wenn Regulierung die Anlagefreiheit begrenzt

Anlegerschutz in der EU: Wenn Regulierung die Anlagefreiheit begrenzt

Europäische Privatanleger können zahlreiche US-ETFs nicht erwerben, während der Handel mit einzelnen US-Aktien erlaubt bleibt. Auch das Verbot bestimmter Brokervergütungen und neue steuerpolitische Vorhaben werfen Fragen auf: Wo schützt Regulierung…

Der Schwarze Tod: Wie die Pest den Wert von Arbeit und Land veränderte

Der Schwarze Tod: Wie die Pest den Wert von Arbeit und Land veränderte

Die Pest vernichtete im 14. Jahrhundert schätzungsweise ein Drittel bis die Hälfte der europäischen Bevölkerung. Doch während Millionen Menschen starben, blieben Land und andere Produktionsmittel weitgehend erhalten. Das veränderte die…

Aktuellste Interviews

„Die Medikamente kommen aus der Steckdose“

Interview mit Dennis Meyer-Philippi, Co-Founder der tantum sana® GmbH

„Die Medikamente kommen aus der Steckdose“

Als seine Großmutter pflegebedürftig wurde, erlebte Dennis Meyer-Philippi aus nächster Nähe, wie schnell die Medikamentenversorgung zu Hause zur Belastungsprobe wird. Daraus entstand maja sana®: ein digitaler Tablettenspender, der die häusliche…

Weltweit erfolgreich.  Nah an den Menschen.

Interview mit Daniela Rehm, Geschäftsführerin der Vorwerk Austria GmbH & Co. KG

Weltweit erfolgreich. Nah an den Menschen.

Persönliche Beziehungen sind in einer zunehmend digitalen Welt wertvoller denn je. Vorwerk baut seit mehr als 140 Jahren auf dieses Prinzip und verbindet die Stärke des Direktvertriebs mit kontinuierlicher technologischer…

„Unsere Mission? Gesundes Sitzen und Schlafen!“

Interview mit Charalampos Perezidis, Geschäftsführer der Polster Aktuell Essen GmbH & Co. KG

„Unsere Mission? Gesundes Sitzen und Schlafen!“

An 14 Standorten von Lübeck bis Hanau vertreibt Polster Aktuell in mehreren einzelnen Gesellschaften hochwertige Sitz- und Schlaflösungen. Der Schlüssel zum langjährigen Unternehmenserfolg liegt dabei laut Geschäftsführer Charalampos Perezidis nicht…

TOP