Psychische Erkrankungen und der Mangel an Therapieplätzen

Die Realität für Betroffene

Es ist traurig, aber leider Realität: Viele Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, bekommen nicht die Unterstützung und Therapie, die sie benötigen. Der Mangel an Therapieplätzen ist ein weit verbreitetes Problem.

Einwohner von Großstädten haben teilweise bessere Chancen, weil es hier mehr Angebote gibt. Doch nicht alle sind kassenärztlich zugelassen. Wer aus der Allgemeinmedizin in Hamburg an einen Psychotherapeuten überwiesen wird, findet zwar viele Angebote, muss sich jedoch erst mühsam duchfragen, ob die Therapeuten mit den Kassen abrechnen dürfen. Fragen zu denen den Betroffenen oft die Kraft fehlt.

Menschen aus dem Umland müssen aufgrund der Entfernung oft lange Anfahrtszeiten und hohe Kosten in Kauf nehmen, um eine Therapie zu erhalten. Dies kann vor allem für Menschen, die schon unter finanziellen Einschränkungen leiden, ein schreckliches Hindernis darstellen. Einige schaffen es ja auch gar nicht, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Es ist wichtig, dass wir dafür sorgen, dass alle Menschen, die eine psychische Erkrankung haben, Zugang zu angemessener Versorgung und Unterstützung haben.

Auswirkungen des Mangels an Therapieplätzen auf Betroffene

Für Betroffene psychischer Erkrankungen ist es schwer, eine passende Therapie zu finden, wenn es einen Mangel an Therapieplätzen gibt. Es kann zu einer großen psychischen Belastung führen, wenn sie angesichts des Mangels an Therapieplätzen auf eine Warteliste gesetzt werden und die notwendige Behandlung verschoben wird.

Es kann auch schwierig sein, eine Behandlung zu finden, die den individuellen Bedürfnissen eines Patienten gerecht wird. Dies kann dazu führen, dass Betroffene sich nicht ausreichend versorgt fühlen und ihr psychisches Wohlbefinden sich sogar noch weiter verschlechtert.

Besonders prekär ist, dass viele Betroffene sich gar nicht mehr trauen, einen Therapierenden abzulehnen, selbst wenn sie kein Vertrauen aufbauen können. Aus Angst keinen Ersatz zu finden oder wieder lange warten zu müssen, nehmen sie zwar das Therapieangebot in Anspruch, können aber nicht den Nutzen daraus ziehen.

Es ist daher wichtig, dass Betroffene möglichst früh Zugang zu Therapieplätzen erhalten, damit sie die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.

Lösungsansätze zur Behebung des Problems

Dass das Gesundheitswesen Defizite hat, hat Corona gezeigt. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft uns stärker für Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzen und dafür sorgen, dass mehr Therapieplätze zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch, dass die Krankenkassen die finanziellen Mittel für psychische Erkrankungen erhöhen, um den Mangel an Therapieplätzen auszugleichen.

Entscheider müssen sich dafür einsetzen, dass mehr psychische Gesundheitsdienste in ländlichen Gebieten zur Verfügung gestellt werden und dass Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Zugang zu diesen Diensten haben.

Dabei sollten wir auf Bildungskampagnen setzen, um die Menschen über psychische Erkrankungen und die Möglichkeiten der Behandlung aufzuklären. Indem wir diese Maßnahmen ergreifen, können Politik, Gesundheitswesen und auch der einzelne Mensch einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen den Zugang zu den notwendigen Therapien bekommen und dass der Mangel an Therapieplätzen reduziert wird.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wie Cybersecurity-Bedrohungen die Geschäftsstrategien im Jahr 2024 prägen

Wie Cybersecurity-Bedrohungen die Geschäftsstrategien im Jahr 2024 prägen

Die Bedeutung der Cybersicherheit in der Geschäftswelt nimmt stetig zu, da Bedrohungen immer raffinierter werden. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Strategien anzupassen, um diesen Risiken zu begegnen. Dabei spielen…

Talentmagnet Mittelstand: Wie Sie den Fachkräftemangel mit digitaler Stärke regional besiegen

Talentmagnet Mittelstand: Wie Sie den Fachkräftemangel mit digitaler Stärke regional besiegen

Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft, doch ein hartnäckiges Problem bedroht sein Fundament: der Fachkräftemangel. Insbesondere in ländlichen und regionalen Gebieten wird der Wettbewerb um qualifizierte Talente immer…

„Man kann uns auch am Wochenende anrufen!“

Interview mit Peter Peters, Geschäftsführender Gesellschafter der Peter Peters Immobilien GmbH & Co. KG

„Man kann uns auch am Wochenende anrufen!“

Für viele Menschen ist die Insel ein Sehnsuchtsort, für Peter Peters ist sie zugleich auch Heimat. Bis heute fühlt er sich Sylt innig verbunden. Vor 15 Jahren hat er diese…

Aktuellste Interviews

Seele statt Standard

Interview mit Niels Battenfeld, Geschäftsführer der Lieblingsplatz Hotels Betriebs- und Managementgesellschaft mbH

Seele statt Standard

Wie sieht ein Hotel aus, das kein Hotel ist und zu einer Hotelkette gehört, die keine Hotelkette ist? Für Niels Battenfeld ist die Antwort klar: Wie ein Wohnzimmer, wie…

Strategien im E-Commerce

Interview mit Waldemar Derksen, Geschäftsführer der Albatros International GmbH

Strategien im E-Commerce

Der E-Commerce ist von permanentem Wandel geprägt: Plattformen verändern ihre Bedeutung, Konsumverhalten schwankt, technologische Entwicklungen beschleunigen Prozesse. Die Albatros International GmbH ist ein eigenmarkengetriebenes E-Commerce-Unternehmen, das sich seit über 20…

„Man muss standhaft bleiben – im Ring und im Betrieb“

Interview mit Theo Krechlok, Geschäftsführer der KES Krechlok Elektrosysteme GmbH

„Man muss standhaft bleiben – im Ring und im Betrieb“

Auffällig ist die Geradlinigkeit im Werdegang von Theo Krechlok. Der Geschäftsführer der KES Krechlok Elektrosysteme GmbH war Juniorenweltmeister im Boxen und stand für die Bundeswehr im Ring – Erfahrungen, die…

TOP