Pioniere im Beerenland

Interview mit Hannes Badenhop, Geschäftsführer der Blaubeergarten GmbH

Hervorgegangen ist Blaubeergarten aus der Firma Heermanns Blaubeerland, das 1934 von Dr. Wilhelm Heermann gegründet wurde. „Heermanns Blaubeerland war der erste Heidelbeerbetrieb in Deutschland, vermutlich sogar in Europa“, erzählt Geschäftsführer Hannes Badenhop. Um die Vermarktung der Blaubeeren zu bündeln, wurde 1997 die Firma Blaubeergarten gegründet, zu der anfangs vier Betriebe gehörten, heute sind es acht.

Auch in der Automatisierung hatte das Unternehmen die Nase vorn. „Wir haben schon in den 1950er-Jahren mit der Maschinenernte begonnen, zunächst mit Eigenbauten, dann mit gekauften Erntemaschinen“, berichtet Hannes Badenhop. Der 25-Jährige, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Mutter leitet, ist Gärtner in der Fachrichtung Obstbau und hat eine Ausbildung zum Großhändler absolviert. Er wurde quasi in das Unternehmen hineingeboren, erzählt er.

Alles Bio

Zwischenzeitlich hatte sich Heermanns Blaubeerland komplett auf den biologischen Anbau konzentriert, ist dann jedoch zum konventionellen zurückgekehrt. Ab 2017 wurde wieder teilweise, heute vollständig, in Biolandqualität produziert. „Das liegt an der großen Nachfrage nach Bio-Produkten, aber auch an der Problematik der Pflanzenschutzmittel“, sagt Hannes Badenhop.

Während Blaubeeren in Deutschland lange Zeit kaum bekannt waren, seien sie inzwischen zu einer Art Superfood geworden. Blaubeerland ist durch die Übernahme weiterer Betriebe nicht nur gewachsen. Auch die Vermarktungsform hat sich verändert: „Wir liefern nicht mehr ausschließlich an Lebensmittelketten. Seit 2016 vermarkten wir auch direkt mit eigenen Ständen auf Bauernmärkten in Hannover“, so Hannes Badenhop.

2017 hat das Unternehmen zudem in Grethem ein eigenes Hofcafé eröffnet. Zwölf Mitarbeiter sind ständig bei Blaubeergarten beschäftigt, in der Saison kommen weitere, von denen viele seit vielen Jahren dabei sind.

Grillen mit Blaubeeren

Das Gesamtunternehmen besteht aus Blaubeerland als Erzeuger und Blaubeergarten als Großhändler und Verpacker, der auch die Logistik übernimmt. Dafür wurde das Logistikzentrum Bad Fallingbostel gegründet. Jedes Jahr werden zwischen 700 und 1.000 t Blaubeeren geerntet.

„Das schwankt je nach Wetter. Wir arbeiten nun einmal mit der Natur zusammen“, sagt Hannes Badenhop. Neben Blaubeeren bietet das Unternehmen weitere Produkte wie Säfte und Wein. „Aktuell setzen wir auf eine Reihe neuer Produkte. Wir haben Mitarbeiter, die sich nur mit der Produktentwicklung und Verarbeitung beschäftigen“, erklärt Hannes Badenhop.

Beispiele sind eine Bratwurst mit gefriergetrockneten Blaubeeren und eine Grillsauce mit 40% Beerenanteil. Die Qualität der Früchte sei im Lauf der Jahre aufgrund veränderter Anbauverfahren, etwa im Hinblick auf Winterschnitt und Pflanzenschutz, deutlich besser geworden, so der Juniorchef.

Wettbewerb mit dem Ausland

Allein mit seiner langjährigen Erfahrung ist Blaubeergarten dem Wettbewerb voraus. „Außerdem haben wir die Technologie optimiert und viel selbst entwickelt. Gerade planen wir ein Patentverfahren für eine Technologie, mit der die Reihen von Unkraut freigehalten werden“, fügt Hannes Badenhop hinzu.

Blaubeergarten ist mittlerweile auch im Bereich Tiefkühlware tätig. „Auch dafür haben wir eine eigene Maschine entwickelt“, so der Geschäftsführer, den zurzeit ein Thema besonders beschäftigt: „Der Konkurrenzdruck aus dem Ausland. Die Preissteigerungen, vor allem bei den Löhnen, machen es uns schwer im Wettbewerb mit Niedriglohnländern. Aus dem Grund haben wir in Sortier- und Erntetechnik investiert.“

Gleichzeitig beobachtet er aber auch, dass viele Kunden nachhaltiger einkaufen und auf Regionalität achten. Sein Wunsch wäre eine bessere Kennzeichnung der Ware. „Zertifizierungen sollten auf dem Etikett angezeigt werden, um unsere Beeren von denen aus dem Ausland unterscheiden zu können“, betont er.

Blaubeergarten GmbH
Grethemer Hauptstraße 35
29690 Grethem
Deutschland
+49 5164 9999680
kontakt@blaubeergarten.de
www.blaubeergarten.de

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