Warum uns Geschäftsreisen erhalten bleiben werden

Interview mit Dr. Veit Blumeschein, CEO der Lanes & Planes GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Blumschein, die Lanes & Planes GmbH ist 2016 angetreten, um die Abwicklung von Geschäftsreisen radikal zu vereinfachen – wie genau können Sie Ihre Kunden dabei unterstützen?

Dr. Veit Blumschein: Grundsätzlich vereint unsere Lösung zwei Produkte, die im Unternehmen an unterschiedlichen Stellen greifen: Zum Einen verstehen wir uns als digitales Reisebüro, das aus der Recherche, Buchung und Abwicklung einer Dienstreise einen stringenten, möglichst nahtlosen Prozess macht, während unser Team aus etwa 50 Reiseverkehrskaufleuten bei akuten Problemen – etwa wenn sich die Taxifahrt zum Flughafen unerwartet in die Länge zieht – sofort unterstützen kann. Darüber hinaus ermöglicht unsere Software eine einfache Spesenabrechnung und Fakturierung mit einer nahtlosen Anbindung an die unternehmensnativen DATEV- und SAP-Systeme. Dank des perfekten Zusammenspiels dieser beiden Aspekte lieben uns nicht nur die HR-Fachkräfte, sondern auch die CFOs.

Wirtschaftsforum: Als 2020 die allermeisten Dienstreisen pandemiebedingt schlagartig zum Erliegen kamen, gelang vielen Unternehmen schnell die Implementierung gut funktionierender digitaler Alternativen. Hat die Dienstreise vor diesem Hintergrund überhaupt eine große Zukunft?

Dr. Veit Blumschein: Ich glaube, dass diese vereinfachte Beobachtung den Blick auf die realen Gegebenheiten deutlich verzerrt. Denn aktuelle Marktstudien haben ergeben, dass schon Anfang 2023 wieder 95% so viele Geschäftsreisen erfolgt sind wie vor der Pandemie – und dafür gibt es gute Gründe. Natürlich lassen sich in der White-Collar-Welt viele Besprechungen bequem über interaktive Videokonferenzen lösen. Aber man kann über Microsoft Teams eben schlecht unter eine komplexe technische Anlage klettern und dort Wartungsarbeiten ausführen oder auf ein Hausdach steigen, um dort Solarpaneele zu montieren. Dieser Aspekt wird bei dem alleinigen Blick auf einen vermeintlich typischen Business-Reisenden oftmals vernachlässigt. Insofern sehen wir durchaus eine gewisse Verlagerung im Reiseverhalten, aber eben keinen Abriss. Zudem werden auch viele Menschen aus White-Collar-Tätigkeitsfeldern in Zukunft weiterhin aus beruflichen Gründen verreisen, weil sich dem menschlichen Faktor schlecht allein digital Rechnung tragen lässt. Uns fällt auf, dass viele Unternehmen, die in ihrer Mitarbeiterstruktur vornehmlich auf Remote-Work-Konzepte setzen, inzwischen wieder vermehrt Vor-Ort-Retreats und Workshops abhalten, weshalb wir auch einen Anstieg bei den Gruppenreisen erkennen.

Wirtschaftsforum: Und wohin geht in den nächsten Jahren die Reise für Lanes & Planes?

Dr. Veit Blumschein: Um uns noch tiefer in die Software-Landschaft unserer Kunden integrieren zu können, haben wir inzwischen eine strategische Kooperation mit Deutschlands größtem unabhängigem SAP-Systemhaus geschlossen. Gleichzeitig wollen wir unsere Kunden auf dem Weg zu einer weiteren Verbesserung ihrer CO2-Bilanz noch tatkräftiger unterstützen, indem wir ihnen entsprechende Daten aus ihrem geschäftlichen Reiseverhalten in entsprechend aufbereiteter Form zur Verfügung stellen, aus denen sich dann mögliche Handlungsimpulse ableiten lassen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Nicht jede Fertigungsaufgabe lässt sich mit einer Standardmaschine wirtschaftlich automatisieren. Gerade bei komplexen Produktionsprozessen, begrenztem Bauraum oder wechselnden Produktvarianten sind individuelle Lösungen gefragt. Darauf hat sich die ZARIAN Bewegungs-Systeme GmbH…

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Die Frage nach Vertrauen beschäftigt die Immobilienbranche seit Jahrzehnten. In Deutschland ist der Zugang zum Maklerberuf erstaunlich niedrigschwellig; formale Abschlüsse sind keine Pflicht. Das hat Folgen: Immer wieder entstehen Vorbehalte,…

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Dispo vergibt keinen Kredit. Weshalb also sollte die Bonität darüber entscheiden, wie einfach jemand am Zahlungsverkehr teilnehmen kann? „Das Ziel sollte deshalb nicht ein ‚Banking für Ausgeschlossene‘…

Aktuellste Interviews

Aus Betroffenen Beteiligte machen

Interview mit Florian Wollner, Geschäftsführer der enve print services GmbH

Aus Betroffenen Beteiligte machen

enve print services aus dem Großraum Augsburg tritt seit vielen Jahren als schlagkräftiger Verpackungspartner für die Brillenindustrie auf. Im Zuge der Übernahme durch VENDO aus Österreich wird sich die grundlegende…

Flexibilität für die Energiewende

Interview mit Christian Dorfner, Geschäftsführer der SK Verbundenergie AG

Flexibilität für die Energiewende

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie schreitet voran. Doch eine zentrale Frage bleibt: Was passiert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die SK Verbundenergie AG hat…

Von Logistik bis Lagerei

Interview mit Horst Schuon, Geschäftsführer der Gebrüder Schuon Logistik GmbH

Von Logistik bis Lagerei

Die Gebrüder Schuon Logistik GmbH hat sich als schlagkräftiger Logistikanbieter fest im Markt etabliert und unterstützt ihre Kunden heute nicht nur mit vielfältigen Mehrwertdiensten, sondern auch mit einem angeschlossenen Softwarehaus.…

TOP