PflegeMesse 2026: Zwischen Fachkräftemangel, Digitalisierung und neuen Versorgungskonzepten

Auf mehr als 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche treffen Pflegeeinrichtungen, Träger, Leitungskräfte und Fachpersonal auf Anbieter von Pflegehilfsmitteln, Rehabilitation und Therapie, Einrichtung, Hygiene, Aus- und Weiterbildung sowie digitalen Lösungen. Parallel zur Ausstellung findet erneut der Pflegekongress mit mehr als 30 Programmpunkten statt. In den vergangenen Ausgaben kamen kontinuierlich mehr als 3.000 Besucher zur PflegeMesse; der Kongress erreicht nach Angaben des Veranstalters mehr als 500 Teilnehmer.

Pflege zwischen politischem Anspruch und Alltag

Den inhaltlichen Auftakt bildet am 8. September der Pflegegipfel 2026. Im Mittelpunkt stehen der Wert professioneller Pflege, die politischen Rahmenbedingungen und die Frage, wie sich die Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern langfristig sichern lässt. Das Programm reicht von Kommunikation und Rollenverständnis bis zur Übertragung heilkundlicher Aufgaben und der geplanten Pflegereform. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese ist mit einem Impulsvortrag und anschließender Podiumsdiskussion angekündigt. Ein Ausblick auf die Pflege bis 2030 soll den ersten Kongresstag abschließen. Damit greift die Messe eine zentrale Frage der Branche auf: Wie lässt sich Pflege weiterentwickeln, wenn gleichzeitig Kosten, Personalbedarf und fachliche Anforderungen steigen? Neue Technik kann dabei helfen, löst die strukturellen Probleme aber nicht allein.

Start-ups zeigen neue Lösungen für den Pflegealltag

Genau dort setzt die Start-Up-Area „PflegeVisionen" an. Junge Unternehmen präsentieren digitale Anwendungen, neue Produkte und Konzepte, die Pflegekräfte unterstützen oder bestehende Abläufe vereinfachen sollen. Auf zwei Bühnen, PflegeForum und PflegeVisionen, stellen Unternehmen und Organisationen ihre Ansätze in kurzen Fachbeiträgen vor. Themen reichen von digitalen Assistenzsystemen beim Inkontinenz- und Lagerungsmanagement bis zu Personalgewinnung, Kommunikation und neuen Versorgungskonzepten. Für Einrichtungen dürfte dabei vor allem entscheidend sein, ob neue Technologien tatsächlich Zeit sparen und sich ohne zusätzliche Komplexität in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Gerade in einer personalintensiven Branche wird Digitalisierung dann interessant, wenn sie Beschäftigte spürbar entlastet.

Nachwuchs wird zum eigenen Messethema

Am 9. September richtet sich der Blick besonders auf Auszubildende und Praxisanleiter. Unter dem Titel „Care Up! – Dein Tag für Praxis und Ausbildung" stehen Ausbildung, Berufseinstieg und der Pflegealltag im Mittelpunkt. Neben Vorträgen über Social Media in der Pflege und die akademische Pflegeausbildung sind praktische Angebote vorgesehen. Dazu gehören Erste-Hilfe- und Exoskelett-Übungen sowie Workshops mit realitätsnahen Fallbesprechungen. Zum Abschluss werden erstmals die Pflege-Azubi-Awards Mecklenburg-Vorpommern verliehen. Der Schwerpunkt kommt nicht zufällig. Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte gehört zu den größten Belastungsproben für Pflegeeinrichtungen. Es geht längst nicht mehr nur darum, Ausbildungsplätze anzubieten. Arbeitgeber müssen zeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und modernen Berufsbilder Pflege heute bieten kann.

Auch die Gesundheit der Pflegenden steht im Fokus

Pflegekräfte kümmern sich täglich um die Gesundheit anderer, die eigene Belastung gerät dabei schnell in den Hintergrund. Gemeinsam mit der BARMER bietet die PflegeMesse deshalb Gesundheitstage mit Haut-, Body- und Rückenchecks an. Am 10. September spricht die zweifache Olympiasiegerin Heike Drechsler-Bryggare über Betriebliches Gesundheitsmanagement und gestaltet aktive Bewegungspausen. Ein Workshop beschäftigt sich zudem mit dem sicheren Umgang mit Gewalt im Pflegealltag. Weitere Programmpunkte widmen sich den Special Olympics und deren Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes". Mit der SprachOper „Unvergessen Hörbar" wird außerdem ein ungewöhnlicher Zugang zum Thema Demenz geschaffen. Grundlage sind authentische Gespräche mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

Drei Tage für Austausch und Weiterbildung

Die PflegeMesse 2026 findet vom 8. bis 10. September täglich von 9 bis 17 Uhr in der HanseMesse Rostock statt. Neben der Ausstellung verbindet das Fachprogramm Vorträge, Workshops, Diskussionen und Weiterbildungsangebote für Pflegefachkräfte, Leitungspersonal, Träger und Geschäftsführungen. Die Themen zeigen, wie breit die Transformation der Pflege inzwischen ist. Es geht um Digitalisierung und neue Hilfsmittel, aber ebenso um Ausbildung, Gesundheit, politische Rahmenbedingungen und die Attraktivität des Berufs. Welche Lösungen davon den Pflegealltag tatsächlich erleichtern können, zeigt sich im September in Rostock.

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