Wenn Eventorganisation zur Systemfrage wird
Interview mit Theresia Gausepohl, Geschäftsführerin der fairtec GmbH

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1997 zurück, als die Gründer aus der Praxis heraus ineffiziente Messeprozesse erkannten. Aus ersten Excel-basierten Ansätzen entwickelte sich ein modulares System, das heute sämtliche Abläufe rund um Veranstaltungen abbildet – von Logistik über Teilnehmendenmanagement bis hin zu Personal- und Ressourcenplanung. Von den IT-Services von fairtec profitieren allerdings nicht nur Veranstalter von Messen oder Events, sondern auch Kunden aus anderen Bereichen: So bietet das Unternehmen für Praxen Softwarelösungen wie ein Terminmanagement-Tool für die Praxisorganisation sowie für Unternehmen ganz konkret Hilfe bei allen Fragen rund um die IT. Zu den Kunden zählen große Konzerne ebenso wie mittelständische Unternehmen und Einrichtungen; fairtec arbeitet branchenoffen und bildet Projekte individuell ab. Organisatorisch gliedert sich das Unternehmen in Entwicklung, Consulting und IT-Service und beschäftigt rund 20 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von etwa 1,7 Millionen EUR am Standort Bremen.
Vom Wachstum zur Krise – und zurück
Die vergangenen Jahre stellten das Unternehmen vor massive Herausforderungen: Die Coronapandemie brachte das Messegeschäft nahezu zum Stillstand. „Rückblickend haben wir in dieser Phase nicht schnell genug reagiert“, sagt Theresia Gausepohl offen. Zwar wurden interne Prozesse – etwa durch agile Methoden – modernisiert, neue Marktchancen jedoch zunächst nicht konsequent genutzt. Es folgten Insolvenz und Neugründung im Jahr 2024 mit einem Investor. Gleichzeitig wandelte sich der Vertrieb: Statt persönlicher Netzwerke und Empfehlungen setzt fairtec heute gezielt auf digitale Kanäle wie LinkedIn. Trotz Einschnitten blieb ein Kern loyaler Kunden erhalten, und mit einem neu aufgestellten Team gelang der Turnaround. Entscheidend war dabei die enge, familiäre Unternehmenskultur: Loyalität und Zusammenhalt im Team trugen maßgeblich dazu bei, diese Phase zu überstehen.
Stabilität, Innovation und neue Marktimpulse
Für die Zukunft setzt fairtec auf Stabilisierung und gezielte Weiterentwicklung. „Für mich ist es 2026 entscheidend, diese Stabilität wiederherzustellen und dem Team die Ruhe zu geben, wieder zu wachsen“, betont Theresia Gausepohl. Gleichzeitig entstehen neue Lösungen wie ein Stage-Modul für Bühnen- und Kongressformate, um den Wandel der Eventbranche aktiv mitzugestalten. Digitalisierung bleibt ein zentraler Treiber – sowohl zur Effizienzsteigerung als auch im Sinne der Nachhaltigkeit, etwa durch die Reduktion papierbasierter Prozesse. Parallel wird insbesondere das IT-Servicegeschäft ausgebaut. Langfristig sieht sich das Unternehmen als Spezialist für komplexe Eventstrukturen, der technologische Lösungen mit Beratung und operativer Umsetzung verbindet und so nachhaltigen Mehrwert für seine Kunden schafft.







