„Im Geschäftsleben nicht zu bescheiden auftreten“

Schütte Fahrzeugbau GmbH

Um ‘Fortbewegungsmittel’ ging es, wenn man so will, in dem Familienbetrieb schon immer: „Mein Großvater war Hufschmied und hat das Unternehmen vor 90 Jahren als Schmiedebetrieb gegründet“, erzählt Geschäftsführer Peter Schütte. Über den Wagenbau und die Kutschenreparatur kam man schließlich im modernen Fahrzeugbau und der Herstellung von Anhängern und Sattelaufliegern an.

„Die Zusammenarbeit mit der Oldenburger Fleischmehlfabrik hat uns zu unserem heutigen Spezialgebiet, dem Bau von Edelstahlcontainern zur Tierkörperentsorgung, gebracht. In Deutschland sind wir führend in dieser Technologie“, berichtet der Geschäftsführer. Schütte Fahrzeugbau erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 6,7 bis 7 Millionen EUR, davon ein Drittel mit Reparaturen, Wartung und Service, den Rest im Fahrzeugbau.

Im Bereich Hydraulik verfügt das Unternehmen über besondere Kompetenzen, wie Peter Schütte erklärt: „Hydraulik wird fast überall am Fahrzeug verwendet, insbesondere auch bei Ladekränen oder Containerwechselsystemen, die in der Tierkörperentsorgung verwendet werden. Da wir als freie Werkstatt keine Schulungen von den Herstellern angeboten bekommen, die für die Arbeit an der Fahrzeugelektronik notwendig sind, brauchen wir davon unabhängige Kompetenzen wie die Hydraulik und Pneumatik. Als Erstausrüster verbauen wir die Bremssysteme, haben aber auch Diagnosemöglichkeiten, wenn es um Reparaturen geht.“

Geschäftsführer als Multitalent

Bis vor kurzem teilte sich Peter Schütte die Geschäftsführung mit Otto Müller, der bereits seit 40 Jahren im Unternehmen ist und, wie Peter Schütte betont, dessen Name untrennbar mit Schütte Fahrzeugbau verbunden ist. „Über viele Jahre hat er die Geschicke der Firma gelenkt und ihren Charakter stark geprägt. Nun geht er langsam auf den Ruhestand zu.“

Peter Schütte selbst ist in den Familienbetrieb hineingewachsen, hat Fahrzeugbau studiert und sich in Betriebswirtschaftslehre weitergebildet. „Ich musste jedoch feststellen, dass Technik und Wirtschaft zu verstehen nicht ausreicht, um ein Unternehmen zu führen. Es ist wirklich ein weites Betätigungsfeld, in dem auch beispielsweise Kenntnisse in Psychologie, Arbeits-, Vertrags-, Handelsgesellschafts- und Baurecht vorteilhaft wären. Man ist eigentlich nie fertig mit Lernen“, sagt er.

Sein persönliches Steckenpferd hat er erst neu entdeckt: „Das Marketing. Viele Unternehmer im kleinen mittelständischen Bereich trauen sich nicht, mit ihrem Produkt und ihrer Person nach außen zu gehen. Ich mache das gerne.“ Ohnehin hält er es im Geschäftsleben für wichtig, nicht zu bescheiden aufzutreten. Sein Interesse gilt außerdem der Arbeit mit 3-D-Produkten. „Der Kunde kann einen Entwurf viel besser sehen als früher auf zweidimensionalen Zeichnungen“, betont er.

Auf direkten Wegen zum Erfolg

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter steht, neben der Nähe zum Kunden, ganz oben auf seiner Liste der Erfolgsfaktoren. „Wir haben eine Größe, die uns noch eine familiäre Kultur ermöglicht. Wir können zum Beispiel auf persönliche Bedürfnisse oder Nöte eingehen. Gegenseitige Wertschätzung ist dabei ein wichtiger Punkt. Man kennt und hilft sich.“

Direktere und einfachere Wege wünscht sich Peter Schütte auch von der Politik: „Es gibt Förderprojekte für die Entwicklungsarbeit, große Töpfe, die aber nicht abgerufen werden, weil die bürokratischen Hürden viel zu hoch sind. Wir haben in solche Versuche mehr Arbeit investiert als es eingebracht hat. Hier würde ich mir eine Vereinfachung sehr wünschen.“ Die größte Motivation für seine Arbeit ist zugleich ein Lebensmotto: „Gemeinsam Erfolg zu haben, ist viel schöner als allein.“

Schütte Fahrzeugbau GmbH
Oldenburger Straße 23
26203 Wardenburg
Deutschland
+49 4407 92880
+49 4407 6791
info(at)schuette-fahrzeugbau.de
www.schuette-fahrzeugbau.de

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Mehr Sicherheit durch Wirtschaftsdetektive im Mittelstand

Mehr Sicherheit durch Wirtschaftsdetektive im Mittelstand

Der Mittelstand ist die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Doch gerade diese Unternehmen, die weder über eigene Compliance-Abteilungen noch über forensische Fachkräfte verfügen, geraten zunehmend ins Visier von Wirtschaftskriminellen, internen…

Automatisierung der Rechnungsverarbeitung: Wie KMU Zeit und Ressourcen freisetzen können

Automatisierung der Rechnungsverarbeitung: Wie KMU Zeit und Ressourcen freisetzen können

Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bearbeiten Rechnungen noch immer mit hohem manuellem Aufwand: E-Mails öffnen, PDFs ablegen, Daten abtippen, Rückfragen klären und Freigaben einholen. Das kostet Zeit und bindet…

Worauf es bei der Auswahl eines E-Rechnungs-Anbieters wirklich ankommt

Worauf es bei der Auswahl eines E-Rechnungs-Anbieters wirklich ankommt

An der elektronischen Rechnungspflicht in Deutschland für Unternehmen führt kein Weg vorbei: Unternehmen müssen auf E-Rechnungen umstellen. Doch die gesetzliche Vorgabe ist mehr als nur eine neue Regelung, um Betrug…

Aktuellste Interviews

„Wenn die Schranke hinter einem zufällt, beginnt die Ruhe“

Interview mit Niels Stein, Geschäftsführer der Naherholungspark Arnumer See GmbH & Co. KG

„Wenn die Schranke hinter einem zufällt, beginnt die Ruhe“

Ein See, entstanden aus einer ehemaligen Kiesgrube. Ein Campingplatz, der über Jahrzehnte gewachsen ist. Und ein Ort, der heute für viele Menschen mehr ist als ein Ferienziel – eher ein…

Smarte Services für starke Prozesse

Interview mit Markus Zipper, Geschäftsführer der ProLog Automation GmbH & Co. KG

Smarte Services für starke Prozesse

Die Einführung fahrerloser Transportsysteme (FTS) ist für viele Unternehmen ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Automatisierung und Effizienzsteigerung. Doch der nachhaltige Erfolg solcher Systeme hängt nicht allein von der…

Wachstum trotz Baukrise

Interview mit Martin Weihe, Geschäftsführer der Obra Bautenschutz GmbH

Wachstum trotz Baukrise

Dank seines breiten Leistungsportfolios konnte die Obra Bautenschutz GmbH in den letzten Jahren trotz einer rückläufigen Marktentwicklung weiter wachsen und ihr Tätigkeitsspektrum noch umfassender ausbauen: Im Interview mit Wirtschaftsforum verriet…

TOP