Die Bedeutung des Online-Handels für die Möbel-Branche

Per Mausklick zum Möbelstück

Immer mehr Menschen ordern ihr Mobiliar per Mausklick

Seit einigen Jahren kaufen Verbraucher nicht mehr nur Kleidung und Elektronik oder andere Kleinteile im Internet, sondern auch immer mehr Möbel werden per Mausklick geordert. Nach Angaben von moebelbranche.de, dem Adress- und Kommunikationsportal für die Möbelbrache, wuchs der Online-Handel mit Möbelstücken im Jahr 2012 um ganze 76 Prozent. Zu beachten ist allerdings, dass darunter auch der Handel mit Wohntextilien und Wohnaccessoires fällt. Wie viel Prozent also auf den reinen Möbelverkauf fallen, ist nicht klar.

In diesem Zuge sind auch zahlreiche Start-up Firmen entstanden, welche sich auf den reinen Online-Handel von Möbeln spezialisiert haben. Viele jedoch konnten sich nicht dauerhaft am Markt behaupten.

Online-Designer-Möbel – auch für sie gibt es heute einen großen Markt

Auch immer mehr Designer-Möbel sind online zu erstehen. Leipzig gehört mittlerweile zu den wichtigsten Zentren Europas in Bezug auf den Online-Einzelhandel für Designermöbel. Wie diesem Beitrag zu entnehmen ist, wissen jedoch die Wenigsten, dass Leipzig schon immer als wichtiges europäisches Zentrum für innovative Ansätze im Bereich Handel mit zeitgenössischem Mobiliar war. Darauf macht nun die Ausstellung “F. G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig” aufmerksam.

Ebenfalls innovativ ist ein Projekt des Frauenhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. Mehrere Studierende arbeiten dort daran, dass Designer-Möbel zukünftig, mithilfe moderner 3D Drucker einfach ausgedruckt werden können. Mehr Informationen diesbezüglich finden sich in einer Pressemitteilung des Fraunhofer IPA beim idw - Informationsdienst Wissenschaft. Möglicherweise ist es also zukünftig möglich, seine Möbel selbst online zu designen und dann einfach auszudrucken.

Herausforderungen für den Online-Handel

Wer mit dem reinen Online-Handel von Möbel Geld verdienen und sich am Markt behaupten möchte, kann sich auf unterschiedliche Vertriebsstrategien einlassen. Zum einen kann der Handel ein Sammelbecken für vertraglich gebundene Einzelhändler sein, wie beispielsweise Amazon oder er kann sich darauf spezialisieren, selbst Möbel anzukaufen und wieder zu verkaufen. Vor allem im Einkauf ist der Einsatz von Fachleuten, welche sich mit der Branche auskennen, essentiell. Diese können aus dem stationären Einzelhandel oder auch von großen Versandhäusern rekrutiert werden. Die Logistik, darunter fällt auch die Montage durch Fachkräfte, sowie das Reklamationsrecht sind zwei der großen Herausforderungen des Online-Handels. Die Möbelstücke müssen bei Nichtgefallen durch Möbel-Monteure abgeholt werden, was mitunter hohe Kosten verursacht.

Die Reaktionen des stationären Einzelhandels

Der stationäre Einzelhandel hat mittlerweile auf die Entwicklungen reagiert und bietet seine Möbel zum Teil nun auch online an. Entweder aus dem Grund, mehr Umsatz zu generieren oder, um dem reinen Online-Handel einen nicht so großen Marktanteil zu überlassen. Dennoch hält der stationäre Einzelhandel an seinem Konzept und vor allem an seinen Verkaufsflächen fest. Möbel-Discounter, wie zum Beispiel Roller, sind von den Unternehmen, die einen stationären Einzelhandel haben, jedoch auch ihren Online-Auftritt ausbauen, am erfolgreichsten. Der Erfolg ist auf das angebotene Möbelsegment zurückzuführen. Die Möbelstücke vor Ort, also innerhalb der stationären Verkaufsfläche, sind nur in einer begrenzten Variationsvielfalt zu erstehen. In den Online-Bestellportalen des Unternehmens hingegen werden den Verbrauchern mehr Varianten (zum Beispiel in Bezug auf die Farbe) geboten.

Seine Umsätze sichert der stationäre Einzelhandel derzeit vor allem mithilfe beratungsintensiver Möbel, zum Beispiel Wohnwänden, welche es in einer Vielzahl von Varianten gibt und welche, je nach Wunsch des Kunden, individuell zusammengestellt werden können.

Ausblick- Wird der Online-Möbelhandel weiter wachsen?

Wird die Internet-Affinität der potentiellen Möbelkäufer betrachtet, so ist festzustellen, dass die kaufkräftige Zielgruppe 50+ ihr Mobiliar bisher nur selten über das Internet ersteht. Vielmehr bevorzugt diese Käuferschaft den stationären Handel. Doch auch die jüngeren Kunden schätzen das Erlebnis Einkaufen noch. Möbelstücke wollen befühlt und ausprobiert werden, sollte es sich nicht um ein einfaches Regal oder eine Kommode, sondern eben um eine Sofalandschaft oder ein Bett inklusive Matratze handeln. Kaufpreisschwellen nach oben sowie lange Lieferzeiten machen den Online-Möbelkauf für einige Verbraucher zusätzlich unattraktiv. Dennoch wird der Umsatz mit Möbel, welche über das Internet gekauft werden, wohl weiter wachsen. Dies gilt vor allem für preiswerte und vergleichbare Artikel, die über wenige Variationsmöglichkeiten verfügen. Doch auch Designer-Stücke werden in Zukunft wohl gerne online gekauft werden, da der Verbraucher hier sicher sein kann, Qualität zu erhalten. Teurer Mittelklasse-Möbel wird der Kunde jedoch weiterhin oft im stationären Einzelhandel erstehen, gerade, wenn er sich über die genaue Ausprägung des Möbelstücks noch nicht im Klaren ist und eine kompetente Beratung wünscht.

Mehr zum Thema:

Möbelhändler steigert Umsatz im Internet von fünf auf 50 Millionen Euro

Bildquelle:
© momius - Fotolia.com
Grafik © Wirtschaftsforum, Quelle: Statista

Aktuellste news

Zukunft Personal Europe 2026: KI-Versprechen auf dem Prüfstand

Zukunft Personal Europe 2026: KI-Versprechen auf dem Prüfstand

Vom 15. bis 17. September 2026 öffnet die Zukunft Personal Europe in der Koelnmesse. Sie gilt als größte HR-Messe Europas und läuft in diesem Jahr unter dem Motto „Team Human…

Wie KI-Kamerasysteme zwischen Notfall und Alltag unterscheiden

Wie KI-Kamerasysteme zwischen Notfall und Alltag unterscheiden

Ein Sturz kann lebensbedrohlich werden, wenn niemand rechtzeitig Hilfe holt, ob in der Pflege, in der Industrie oder im Bürogebäude. Notrufknöpfe helfen nur, wenn sie tatsächlich getragen werden, genau daran…

KI, Automatisierung und Kreislaufwirtschaft: Wohin sich die Metallbearbeitung entwickelt

KI, Automatisierung und Kreislaufwirtschaft: Wohin sich die Metallbearbeitung entwickelt

Künstliche Intelligenz, Automatisierung und steigende Effizienzanforderungen verändern die Metallbearbeitung grundlegend. Welche Technologien und Strategien die Fertigung künftig prägen, zeigt die AMB vom 15. bis 19. September 2026 in Stuttgart.…

Aktuellste Interviews

Kommunikation, wenn jede Sekunde zählt

Interview mit York Löwnau, Geschäftsführer der AMV Funktechnik Handels GmbH

Kommunikation, wenn jede Sekunde zählt

In Industrie, Logistik, Schifffahrt und bei Behörden muss Kommunikation auch dort funktionieren, wo Smartphones an ihre Grenzen stoßen. Besonders in zeitkritischen Situationen entscheiden Geschwindigkeit, Reichweite und Ausfallsicherheit darüber, ob Arbeitsabläufe…

Investieren, wenn andere bremsen

Interview mit Markus Geller, COO der Amacuro GmbH

Investieren, wenn andere bremsen

Während sich große Player im Gesundheitsmarkt aus Kostengründen eher zurückziehen, investiert die Amacuro GmbH aus Hamburg gezielt in Infrastruktur, Digitalisierung und Mitarbeiter. COO Markus Geller bringt dafür seine langjährige Erfahrung…

Tiernahrung mit Qualitätsanspruch

Interview mit Beate Rank, Geschäftsführerin der F&F Pet Food GmbH

Tiernahrung mit Qualitätsanspruch

Die Tiernahrungsbranche ist von starkem Wettbewerb und einem anspruchsvollen Markt­umfeld geprägt. Mit eigener Produktion, kompromisslosem Qualitätsanspruch und einer klaren Premiumstrategie hat sich die F&F Pet Food GmbH erfolgreich im Markt…

TOP