Deutsche Fintechs: Beschleuniger der Digitalisierung im Mittelstand

Digitalisierung

Unterbrochene Lieferketten, verschärfte Hygieneregeln, Homeoffice-Pflicht, Absatzschwierigkeiten und finanzielle Engpässe: Die Corona-Krise hat dem deutschen Mittelstand trotz staatlicher Hilfen massiv zugesetzt. Der Druck, Abläufe noch effizienter, flexibler, schneller und kostensparender zu gestalten, ist hierdurch nochmals gestiegen. Ebenso sind neue Wege der Finanzierung und Liquiditätssicherung notwendig geworden.

All diesen Herausforderungen lässt sich nur mit intelligenten, modernen Lösungen begegnen. Dank einer lebendigen Fintech-Szene entstehen Systeme und Services dieser Art immer häufiger auch in Deutschland. Betrachten wir im Folgenden drei konkrete Beispiele.

WebID Solutions GmbH - Lösungen für die Online-Identifikation

WebID wurde 2012 von dem Erfinder und Visionär Frank S. Jorga gemeinsam mit seinen anfangs zwei und dann drei Partnern gegründet. Anfang April 2014 ging der erste Kunde mit WebID live, vorangegangen waren jahrelange Gespräche mit dem Bundesfinanzministerium und weiteren Behörden über die Entwicklung und Zulassung einer neuartigen Methode der Personenidentifikation: komplett online per Video-Call. Jorga gelang es, dieses heute weitverbreitete Identifikationsverfahren ebenso rechtsgültig und sicher zu machen wie eine Vor-Ort-Identifizierung. Die Ergebnisse des Entwicklungsprozesses wurden später sogar in die amtlichen Vorgaben für die gesamte Finanzbranche übernommen.

Heute befinden sich mehrere innovative Lösungen rund um die Themen Identifikation, Altersprüfung und Online-Vertragsabschluss im Portfolio. Eingesetzt werden sie unter anderem von Banken, Finanzdienstleistern, Telekommunikationsanbietern, eCommerce-Unternehmen sowie Gaming- und Entertainmentanbietern. Hier sorgen sich für eine deutliche Verschlankung und Beschleunigung von Prozessen bei einem gleichzeitig sehr hohen Maß an Sicherheit.

DFT Deutsche Finetrading AG - Flexible Warenvorfinanzierung

Ein weiteres deutsches Fintech, das Services für den Mittelstand anbietet, ist die DFT, Deutsche Finetrading AG. Sie wurde im Jahr 2010 - und somit direkt nach der Weltwirtschafts- und Finanzkrise - von Dirk Oliver Haller gegründet. Seinerzeit war es klassischen Kreditgebern in vielen Fällen zu riskant, Handelsgeschäfte zu finanzieren. Als „Finetrader“ (Zwischenhändler) trat er an, um diese Finanzierungslücke zu schließen, indem er den Rohstoff- oder Wareneinkauf für Hersteller und Händler vorfinanzierte.

Heute nutzen zahlreiche mittelständische Unternehmen den schnellen, effizienten und flexiblen Service der DFT. Finanzierungen werden nach einer Prüfung nicht nur innerhalb kurzer Zeit abgewickelt. Finetrading ist anderen Finanzierungsmodellen auch in weiteren Punkten überlegen. So nutzt der Anbieter etwa den Skontoeffekt, indem er Lieferanten unmittelbar bezahlt. Als „Sofortzahler“ befinden sich die einkaufenden Unternehmen zudem in einer optimalen Verhandlungsposition.

iBanFirst - Internationale Zahlungslösungen

iBanFirst wurde 2013 in unserem Nachbarland Belgien gegründet und hat ebenfalls einen starken Bezug zum deutschen Mittelstand. Im Jahr 2021 kam daher auch ein Standort in München hinzu. Mit seinem bereits mehrfach ausgezeichneten Ansatz unterstützt das Fintech kleine und mittelständische Unternehmen dabei, internationale Zahlungstransaktionen sicher, transparent und vor allen Dingen ohne Wechselkursverluste durchzuführen. Hierfür schaltet sich iBanFirst als zugelassenes Zahlungsinstitut zwischen die Handelspartner, vereinfacht die Abwicklung über eine zentrale Service-Plattform und sichert das Währungsrisiko umfassend ab.

Für die Nutzung des Services müssen KMU ein iBanFirst-Konto anlegen. Dies ist innerhalb kürzester Zeit möglich. Danach lassen sich Transaktionen mit 240 Ländern in über 30 Währungen günstig und schnell abwickeln. Die Durchführung und Verwaltung sämtlicher Devisentransaktionen erfolgt über die intuitiv bedienbare Web-Oberfläche. Der sogenannte Payment Tracker erlaubt es hierbei, den Verlauf aller Vorgänge transparent nachzuvollziehen.

Beleg für Innovationskraft „Made in Germany“

Die Liste an Beispielen innovativer Fintech-Lösungen aus Deutschland lässt sich noch weiter fortsetzen. Klar ist jedoch, dass mittelständische Unternehmen nicht in die Ferne schweifen müssen, wenn es um die Implementierung moderner Dienstleistungen und Software-Produkte zur Verbesserung von Finanzprozessen geht. Dies gilt in der Krise ebenso wie für die Post-Corona-Zeit, in denen optimierte Abläufe für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls essenziell sein werden.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wie bidirektionale Displays neue Wege der Raumgestaltung und Kommunikation eröffnen könnten

Wie bidirektionale Displays neue Wege der Raumgestaltung und Kommunikation eröffnen könnten

Bildschirme zeigen heute meist allen Menschen dieselben Inhalte. Bidirektionale Displays verfolgen einen völlig neuen Ansatz: Während eine Seite nahezu transparent bleibt, kann die andere gleichzeitig digitale Informationen oder Medien darstellen.…

Managed Backup oder Eigenbetrieb: Welche Backup-Strategie Ihr Unternehmen wirklich tragen kann

Managed Backup oder Eigenbetrieb: Welche Backup-Strategie Ihr Unternehmen wirklich tragen kann

Die Entscheidung für eine Backup-Strategie sollte keine Frage der technologischen Modernität sein, sondern sich an der betrieblichen Realität messen: Welches Modell kann das Unternehmen im Alltag dauerhaft und diszipliniert leisten?…

Datensouveränität-as-a-Service für KRITIS - made in Germany

Datensouveränität-as-a-Service für KRITIS - made in Germany

Anhand eines realen Recovery-Falls zeigt der Vortrag, was cyberresiliente, souveräne Backups in der Praxis für kritische Infrastrukturen 2026 leisten müssen – jenseits von NIS2-Compliance-Tabellen und den typischen Herausforderungen, die sich…

Aktuellste Interviews

Der Gipfel ist erst der Anfang

Interview mit Sebastian Schaller, General Manager Germany der Oberalp Deutschland GmbH

Der Gipfel ist erst der Anfang

Wer über Bergsport spricht, kommt an der Oberalp Gruppe kaum vorbei. Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Bozen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem internationalen „House of Mountain…

Auf der Seite des Kunden

Interview mit Carmen Philippi, Geschäftsführung, Vorstand der Versteegen Assekuranz – Versicherungsmakler AG

Auf der Seite des Kunden

Versicherungen gelten als komplex, unpersönlich und oft schwer verständlich. Gerade Unternehmen benötigen jedoch Lösungen, die exakt zu ihren Risiken passen und im Schadenfall zuverlässig greifen. Die Versteegen Assekuranz – Versicherungsmakler…

Nahrhaft, schmackhaft, convenient

Interview mit Toma Marcinkeviciute, Geschäftsführerin

Nahrhaft, schmackhaft, convenient

Seit 2010 vertreibt die VG Handel GmbH die Produkte der litauischen VIČI-Gruppe in Deutschland. Insbesondere Surimi möchte das Unternehmen in nächster Zeit noch deutlich bekannter machen und als nahr- wie…

TOP