Bio-Boom hält an

Lebensmittel

Um fast zehn Prozent ist der Markt im vergangenen Jahr gewachsen. Doch mit der steigenden Beliebtheit nehmen auch die Probleme zu - die hiesigen Öko-Bauern kommen mit dem Anbau nicht mehr nach. Und wegen der teils gesenkten Förderung stellen nicht so viele konventionelle Bauern auf Biolandbau um wie nötig, beklagen die Verbände. Die Folge: Viele Bio-Produkte werden aus dem Ausland importiert.

Nicht zuletzt wegen diverser Lebensmittelskandale setzen viele Verbraucher verstärkt auf Produkte aus ökologischem Anbau. Längst haben Discounter und Supermarktketten den Trend erkannt und ihr Sortiment um Bioprodukte erweitert.

95 Prozent aller deutschen Haushalte haben im vergangenen Jahr mindestens ein Bio-Produkt in ihren Einkaufswagen gelegt. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung gelten laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als ´heavy buyer´, die mindestens einmal in der Woche zur Bio-Ware greifen. Es gibt auch stetig mehr Bio-Käufer, die über die Jahre hinweg konsequent Bio kaufen. Der gestiegenen Nachfrage ist der Handel in Form von neuen Läden - meist größeren Supermärkten - nachgekommen. Nicht mitgehalten haben hingegen die hiesigen Öko-Bauern. Der Bio-Bereich am Tresen wächst nach wie vor sehr stark, das Wachstum der ökologischen Betriebe in Deutschland hinkt dem aber hinterher.

Einer der Gründe ist die zu niedrige Förderung, die zum Teil auch noch gekürzt oder wie in Schleswig-Holstein ganz gestrichen worden sei. Gerade potenzielle Umsteller aber sind auf Subventionen angewiesen. Denn diese müssen in den ersten Jahren zwar schon ökologisch wirtschaften, dürfen ihre Ware aber nur zu konventionellen Preisen verkaufen. Der zweite Grund ist der Anbauboom bei Biomasse. So gibt es gibt Gegenden, wo es deutlich attraktiver ist, eine Biogasanlage zu bauen als auf ökologischen Landbau umzustellen.

Die Konsequenz: Binnen drei Jahren haben sich die Bio-Einfuhren fast verdoppelt. Besonders Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Eier werden importiert. Sorgen um die Qualität muss sich aber niemand machen, auch wenn niemand kriminelle Machenschaften ausschließen kann – weder in Deutschland noch im Ausland. Festzuhalten bleibt, dass der der Trend zu ökologisch erzeugten Lebensmittel dauerhaft ist und auch weiterhin kräftige Zuwachstraten zu erwarten sind.

Aktuellste news

Hybrides Arbeiten, neue Bürokonzepte und die Frage: Wie viel Fläche braucht ein Unternehmen wirklich?

Hybrides Arbeiten, neue Bürokonzepte und die Frage: Wie viel Fläche braucht ein Unternehmen wirklich?

Hybrides Arbeiten wird in der Praxis oft mit einer Mischung von Büro und Mobilarbeit gleichgesetzt, in Form von etwa 60:40 oder 3+2 Modellen. Mitarbeitende sind nicht mehr täglich im Büro…

Wie Energiegemeinschaften die Energiewende voranbringen

Wie Energiegemeinschaften die Energiewende voranbringen

Energiegemeinschaften ermöglichen es, Strom nicht nur selbst zu erzeugen, sondern auch gemeinsam mit anderen Menschen zu nutzen. Dies trägt zum Umweltschutz bei und ist oftmals effizienter und kostengünstiger, als eine…

CES 2026 zeigt, dass Künstliche Intelligenz physisch wirksam wird

CES 2026 zeigt, dass Künstliche Intelligenz physisch wirksam wird

Die Consumer Electronics Show 2026 fand vom 6. bis 9. Januar in Las Vegas statt und gilt als eine der weltweit wichtigsten Technologiemessen. In diesem Jahr wurde besonders deutlich, dass…

Aktuellste Interviews

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Interview mit Michael Luccisano, Geschäftsführer der Biothys GmbH

Wenn Gerüche zum Standortfaktor werden

Gerüche sind selten plakativ – aber immer präsent. In Industrieparks, Kläranlagen, auf Deponien oder Asphaltwerken entscheiden sie oft über Akzeptanz, Genehmigungen und Investitionsentscheidungen. Die Biothys GmbH aus Willstätt hat genau…

Eine globale Vision für Lebensmittelverpackungen

Interview mit Alex Noake, Managing Director der Sabert Corporation Europe SA

Eine globale Vision für Lebensmittelverpackungen

Der Food-and-Beverages-Markt steht vielfach im Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn Verpackungsmaterialien im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeitsbilanz weiter optimiert werden sollen. Der multinationale Sabert-Konzern hält hierfür spannende Lösungen bereit, die er gemeinsam…

Hybrid statt Hauruck: Wenn  Pragmatismus klimafreundlich wird

Interview mit Andreas Biermann, Geschäftsführer der Oberhessische Gasversorgung GmbH

Hybrid statt Hauruck: Wenn Pragmatismus klimafreundlich wird

Die Wärmewende findet nicht in Strategiepapieren statt, sondern im Heizungskeller. Steigende Energiepreise, neue gesetzliche Vorgaben, kommunale Wärmeplanung und eine Flut an Schlagworten von Wärmepumpe bis Wasserstoff haben viele Eigentümer verunsichert…

TOP